Test - Age of Sail 2 : Age of Sail 2

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Kennt ihr 'Pirates!'? Wer dieses Game noch auf dem Amiga gespielt hat, der wird wissen was es bedeutet, mit dem Segelschiff unterwegs zu sein. Wer jetzt aber denkt, dass hier nur stundenlang gemütlich übers Meer getuckert wird, liegt falsch. Ihr befindet euch nämlich im 19. Jahrhundert und die Seeschlachten sind in vollem Gange.

Eingeleitet wird das Spiel durch ein Intro, in dem ihr schon mal sehen könnt, was euch erwartet: Riesige Segelschiffe, die in strenger Formation über das Meer fahren und deren Kanonen auf feindliche Schiffe feuern. Seefahrtsromantik macht sich allerdings erst im Spiel breit, wenn die Sonne rot leuchtend am Horizont untergeht und ihr siegreich eine Schlacht für euch entschieden habt.

Um es gleich vorwegzunehmen, in 'Age of Sail 2' hat sich im Vergleich zum 1996 erschienen Vorgänger vor allem graphisch einiges getan: Die einzelnen Schiffe bestechen durch ihren Detailreichtum und lassen das Herz jedes Nautikers höher schlagen. Auch die Landschaft und die Lichteffekte sehen gut aus. Schade, dass für die Darstellung des Wassers nicht mehr Zeit investiert wurde, denn das sieht zuweilen doch ein bisschen hingekleckert aus. Zu Gute halten muss man allerdings wieder, dass sich die Kämpfe zu verschiedenen Tageszeiten und mit unterschiedlichen Witterungsverhältnissen abspielen, was an der Umgebung auch deutlich erkennbar ist.

Age of Sail 2
Wir segeln in den Sonnenuntergang.

Zu Beginn des Spiels habt ihr die Wahl, ob ihr euch direkt in eines der über 100 Szenarios stürzen oder doch lieber die Kampagne beginnen wollt. Wählt ihr das Szenario, dann habt ihr über den Zeitraum von 1775-1820 die Möglichkeit, eine von elf Nationen auszuwählen, die während dieser Zeitspanne um die Vorherrschaft auf hoher See kämpften. Dabei habt ihr noch die Wahl, ob ihr tatsächlich stattgefundene Schlachten nachspielen wollt oder hypothetische Gefechte austragen wollt. Das sind Kämpfe, die zum Beispiel durch kurz vorher getätigte Friedensschlüsse nicht zustande kamen. Hier stehen euch allerdings nur noch neun Szenarien zur Auswahl. Um sich etwas mit dem Spielprinzip vertraut zu machen, sei jedenfalls wärmstens empfohlen, sich nicht gleich in ein Spiel mit mehreren Dutzend Schiffen zu wagen.

In der Kampagne bekommt ihr am Anfang ein Schiff zugeteilt, mit dem ihr eine bestimmte Aufgabe zu lösen habt. Habt ihr diese erledigt, bekommt ihr sogenannte Value-Points, mit denen ihr zum Beispiel euer Schiff mit einer besseren Besatzung ausstatten könnt. So wird zum Beispiel eine Besatzung des Typs D, also die schlechteste Crew, bei einem Feindangriff viel schneller aufgeben, wogegen eine Top-Mannschaft fröhlich mit euch untergehen wird.

Natürlich spielt auch Geld wieder eine Rolle: Sei es, dass euer Schiff mitsamt Segel repariert werden muss oder ihr ein gekapertes verkaufen wollt. Habt ihr den Auftrag allerdings dreimal verbockt, dann gibt's kein neues Schiff mehr, da euch euere Auftraggeber kein Vertrauen mehr entgegenbringen. Dann werdet ihr in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, obwohl es doch ganz schön wäre, langsam die Karriere-Leiter hinaufzuklettern.

Age of Sail 2
Über 100 Szenarios erwarten euch.

Eigentlich sollte man ja meinen, dass das Herzstück eines solchen Games dieser Spielmodus ist. Allerdings fehlt mir hier etwas die Kontinuität. Zwar sind die einzelnen Kampagnen durchaus irgendwie mit einander in Verbindung zu bringen, eine Entwicklung ist aber nicht unbedingt zu erkennen.

Nach einer kurzen Einsatzbesprechung geht's los. Im Spiel selbst müsst ihr dann so einiges im Auge behalten, da sich zum Beispiel in einem Szenario schon mal 66 Schiffe gleichzeitig auf dem Wasser tummeln können. Manövriert werden die Schiffe mittels eines Kompasses rechts, in dem sowohl die momentane Windrichtung als auch eure Fahrtrichtung angezeigt werden. Weiter könnt ihr hier sehen, wie schnell ihr unterwegs sein und wie sich Manöver auf euere Geschwindigkeit auswirken. Falls den Befehl über eine ganze Flotte habt, könnt ihr zusätzlich Formationen zuordnen. Weiter könnt ihr das Angriffsverhalten festlegen, indem ihr entscheidet ob eher der Schiffsrumpf oder das Segel beschossen werden sollen und ob feindliche Schiffe gekapert werden.

Age of Sail 2
Das Segel ist schon arg zerschossen.

Jedes Schiff ist mit einer bestimmten Zahl an Kanonen ausgestattet, die eine bestimmte Reichweite haben. Mittels Tastendruck lässt sich anzeigen, wie weit ihr schiessen könnt und somit lässt sich auch abschätzen, welchen Kurs ihr einschlagen und wie viel Segel ihr setzten müsst. Diese lassen sich von null bis volle Kraft voraus nahezu stufenlos einstellen. Das ist zuweilen auch nötig, denn schliesslich müsst ihr eure Geschwindigkeit der des Feindes anpassen, um einerseits an ihm dran zu bleiben und um andererseits in eine günstige Schussposition zu gelangen.

 

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