22.02.2012 - Dominik Krendl
Army Corps of Hell bedient sich eines Spielprinzips, das man schon von Titeln wie Overlord kennt. Ihr verkörpert einen dämonischen Fürsten, der von einem kampfeslustigen Goblintrupp begleitet wird. Ihr selbst krümmt keinen Finger, sondern habt die volle Kontrolle über euren Kriegerhaufen und kommandiert ihn nach Lust und Laune herum. Ihr schickt ihn auf Gegner, um sie durch kombinierte Angriffe auseinanderzunehmen, lasst ihn Formationen bilden oder kurzweilig die Flucht ergreifen. Erledigte Feinde lassen rote Objekte fallen, die ihr an bestimmten Stellen gegen Goblins eintauschen könnt, falls euer Heer starke Verluste zu verzeichnen hatte. Außerdem verfüttert ihr Reste von Gegnern an eure Goblins, die durch ihren Fresswahn versteckte Boni der Gegner freilegen, die euch im Kampf Vorteile verschaffen.
Doch ohne Ausrüstung bringt auch das größte Heer nichts. Mit zunehmendem Erfolg rüstet ihr euer Gefolge mit Waffen und Rüstungen aus, damit es im Kampf mehr einstecken und austeilen kann. Auch ihr selbst könnt euch mit diversen Gegenständen ausrüsten, um zusätzliche Boni für eure Truppen oder mehr Panzerung zu erhalten. Insgesamt habt ihr drei verschiedene Arten von Goblins zur Auswahl: die Magier, die Soldaten und die Speerträger. Nach Belieben wählt ihr zu Beginn eines jeden Levels, wie viele Krieger ihr von welcher Art mitnehmen wollt. Jeder der drei Trupps verfügt über spezielle Fähigkeiten, die im Kampf taktisch klug eingesetzt werden sollen. Meistert ihr ein Level erfolgreich, warten Zwischensequenzen in Form von Comic-Bildern auf euch.
Einer Taktik bedarf es so gut wie nie. Die meiste Zeit haltet ihr eure rechte Schultertaste der PS Vita gedrückt, jagt dem Gegner unzählige Soldaten-Goblins an den Hals, betätigt zweimal die Kreistaste und wartet, bis das Monstrum zerpflückt wird. So geht das mit jedem größeren Gegner. Für kleinere Widersacher benutzt ihr Speerträger, die binnen Sekunden Kleinholz aus dem gegnerischen Gesindel machen. Auf Magier mussten wir in unserer Spielzeit kaum zurückgreifen. Lediglich der eine oder andere Boss setzt Reaktionsvermögen und taktisches Denken voraus, um ihn zu besiegen.
Während eures Abenteuers wird sich euer Kontingent an Goblins stetig vergrößern. Habt ihr am Anfang noch wenige Einheiten, verfügt ihr nach ein paar Schlachten schon über ein 80 Mann starkes Heer – von dem jeder einzelne Goblin optisch dem anderen ähnelt. Ein wenig Individualität beim Aussehen der Krieger hätte uns schon gefreut. Zudem sind wir, was die Grafik des Spiels betrifft, auch nicht sonderlich begeistert. Die Levelgestaltung ist langweilig und uninspiriert, viele Gebiete sehen gleich aus. Außerdem fehlt es allgemein an Details, die das Spiel aufgewertet hätten. An Abwechslung wurde leider auch nicht gedacht. In jeder Mission rückt ihr Kampfareal um Kampfareal vor. Ihr müsst erst jenes, in dem ihr euch gerade befindet, von Gegnern säubern, bevor ihr Zutritt zum nächsten erhaltet.
Das Spielprinzip wird nach einer Weile schnell eintönig und wirkt monoton. Die Items zur Aufwertung von Goblins und euch selbst sind zwar in hoher Zahl verfügbar, motivieren aber nicht sonderlich, weiterhin Herrscher einer Armee voller spinnender Goblins zu sein. Was uns jedoch überzeugt hat, ist der Soundtrack des Spiels. Fetzige Heavy-Metal-Bretter passen wie die Faust aufs Auge und verwöhnen eure Gehörgänge durchgehend. weiter...
Wenn uns schon nach den ersten Missionen jegliche Lust zum Spielen abhanden kommt, können wir Army Corps of Hell leider nicht empfehlen.
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Kommentare
Ich lese hier von Langeweile pur, Eintönigkeit, Einfalls- und Innovationslosigkeit, schlechter Technik und davon, dass von Taktik jede Spur fehlt, ganz zu schweigen von: "Wir können Army Corps of Hell leider nicht empfehlen." - und das Ergebnis sind 74%?
Das widerspricht dem Text und eurem Wertungssystem leider total. Bei Need for Speed: The Run gab es ja wenigstens noch Argumente, die für das Spiel sprachen ...
Sieht aus wie Pikmin in böse und in der Hölle XD