04.01.2010 - Sebastian Thor
Es ist ja nicht so, dass das Spiel vom Fleck weg uninteressant wäre oder man ihm schon in den ersten Minuten dieses lieblose Konzept ansehen würde. Im Gegenteil: Man steckt gleich in einer Extremsituation, also verdammt in der Klemme. Oder besser gesagt: Der Kiefer tut es, gefangen in einer Apparatur, die für gewöhnlich Bären lahmlegt. Wenn das Teil zuschnappt, dann hilft sicher kein Medikit, keine Spritze, kein Räucherstäbchen. Die Huldigung des Quick-Time-Gottes ist viel wichtiger, nur er kann euch aus der ersten Todesfalle befreien.
Dann steht er da, dieser Detective Tapp, im versifften Klo eines baufälligen Krankenhauses. Plötzlich springt ein Fernseher an und eine zur Fratze geformte Maske begrüßt ihn - hohnlachend, spottend, stichelnd. Niemand Geringerer als der Jigsaw-Killer ist es, der Tapp in dieses Drecksloch verfrachtet hat. Seine Gelüste sind klar: den Detective in einer perversen Spirale aus Fallen und Tücken zu Tode nudeln. Das Perfide daran wird erst nach einer Stunde offensichtlich: ein Schlüssel nämlich, eingenäht in Tapps Brustkorb.
Jigsaw war so nett, die Mitgefangenen im selben Gebäude genau auf diesen Schlüssel anzusetzen - einzige Rettung und so ... Tapp wird also zum Gejagten und stolpert in eine erzählerische Ausgangssituation, die Lust macht. Immerhin lauern hier zahlreiche bis aufs Blut geschundene, mit makaberen Todesfallen drapierte Freaks, die genauso verzweifelt sind wie unser Detective. Und ihn nur zu gern der Länge nach aufschlitzen würden, um den Schlüssel in die Freiheit zu bekommen. Leider wird das Interesse über das Auslegen dieser kleinen Köder hinaus nicht gesteigert, denn beim Kern, dem Figurenverhalten, versagen die Zombie Studios auf ganzer Linie.
Wie soll man Tapp seine Angst abnehmen, wenn er nie Feedback auf die Situation gibt, stumm wie ein Fisch bleibt und kein einziges Mal im Anflug von Verwunderung oder Angst aus sich herausgeht, während er durch Kellergewölbe schleicht? Man fühlt sich wie ein Fremdkörper in diesem Gebäudekomplex, eher wie ein ferner Beobachter, nicht wie ein Opfer. Aber es sind nicht nur die fehlenden Reaktionen auf die Situation im Großen, sondern - viel wichtiger - vor allem auf die Tücken im Kleinen, die das Bild der faszinierenden Perversion immer wieder einreißen.
Stellt euch vor: Da muss der arme Kerl einen Türschlüssel aus einem Klobecken voller Junkie-Spritzen fischen, die in seinem Unterarm stecken bleiben. Mit einem Stick steuert man seinen Arm, mit dem A-Knopf greift man zu. Abgesehen davon, dass die eklige Schlüsselsuche niemals knifflig und zum Ende hin immer wieder durch die Mach's-noch-mal-Mühle gejagt wird, haben die Entwickler den entscheidenden Moment einfach dilettantisch inszeniert: Er schnappt sich den Schlüssel, während in seinem Arm ein Dutzend Spritzen steckt. Dann zieht er eine davon heraus, die Animation ist beendet und er steht einfach da. Mit zehn verseuchten Injektionsnadeln in der Haut, ohne dass man seinen Schmerz oder seine Bestürzung auch nur entfernt nachfühlen kann. Die Szene wird abgeblendet und danach ist alles wieder in Butter. Spätestens beim dritten Mal wird es schauspielerisch dermaßen lächerlich, dass man einen fähigen Regisseur herbeifleht. Der kommt aber nicht.
Seid ihr schon mal in die Scherben einer Christbaumkugel getreten? Das tut richtig weh, man hält sich den Fuß und hüpft wild fluchend im Zimmer herum. Lediglich Tapp steckt so was masochistengleich weg. Da er bar jeglichen Schuhwerks durch die Flure des Gebäudes tigern muss, dachte sich Jigsaw wohl: „Hey, warum nicht Glasscherben auslegen? Das müssen doch unerträgliche Schmerzen sein." Nur nicht für Tapp. Zwar läuft er leicht gebückt und langsam durch die Scherben, hinterlässt sogar blutige Fußabdrücke am Boden - sehr schön. Aber wieso zum Henker erträgt er das, ohne zu brüllen oder ins Stolpern zu geraten? Man kann die Qualen sich in die Fußsohlen ritzender scharfer Kanten nicht mal erahnen, weil er weder hinkt noch sonst eine Reaktion zeigt - und wenige Meter hinter dem Hindernis wieder rennt wie ein junges Reh.
Okay, könnten ja alles kleine Ausrutscher sein. Aber es geht weiter: Warum blutet er, wenn seine Lungen in einer mit Gas gefüllten Kammer den Dienst verweigern? Wieso gibt es beim Benutzen der Wasserhähne, die seine Gesundheit auffüllen, nicht mal eine kleine Animation? Er steht einfach einen Meter davor und der Wasserstrahl spritzt nach oben - lächerlich. Und wenn doch mal welche zu sehen sind, dann muss man mit hölzernem Staksen vorliebnehmen. Klettert er Leitern hoch, sieht das viel zu maschinenhaft aus, fast so, als würde er an Schienen nach oben gleiten. weiter...
Kraftlos, zahnlos, unmotiviert – dieses SAW-Spiel ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die gern vor jedem Gegner zittern und sich einem ebenso dynamischen wie gnadenlosen Kampfsystem hingeben wollen.
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Kommentare
Goofystyle
also sooo schlecht fand ich das spiel nun auch wieder nicht. klar, ein brüller ist es nicht, auch keine 50-60euro wert, aber spass machte es allemal.
für 20-30 euro kann ich es empfehlen.
marco110
boohhhhr das spiel is so scheiße ....
aber die filme sind voll geil!
mark030
hmm
komisch ist auch das sowas wie saw als spiel erscheint was manche hier als krank bezeichnen-die ideen der filmemacher für die foltermethoden etc .und bei AvP 3 wird so ein hermann gemacht weil man da gegner die köpfe abreißen kann und es kein deutschlandrelease anscheinend gibt . (usk grüßt ) schwachsinnig sowas ehrlich
mark030
naja
am anfang waren die filme noch ok , aber dann eine fortsetzung nach der anderen zu drehen kann ja meist nix bei rauskommen bei welchen teil sind wir jetzt 5? oder 6 ? und da jigsaw eh tot ist ist es nicht mehr saw für mich. also der splatter war schon gut und freute mich auf spiel aber nach vielleicht 30 prozent hatte ich keine lust mehr zu zocken dem spiel fehlte doch das gewisse etwas wie hier beschrieben,schreie,schmerzen usw . man rennt nur stupide rum und löst rätsel ...naja
warum sind die regisseure krank ?weil sie solche ideen haben ? dann sind es die die ekelpornos machen auch oder solche die phantastische filme drehen wie avatar auch- weil sie etwas anders denken .unsere welt ist krank das ist es ! wenn es solche leute nicht gäbe gäbs keine horrorfilme ,sexfilme etc , die masse lechzt doch immer nach neuen sachen.. mit alten immer denselben sachen lockt man keinen mehr hinterm kühlschrank vor .
akillah
tzzz, lizensgames!!!
habe in meinem leben bisher sehr, wirklich sehr viel geld für videospiele ausgegeben, aber ein lizensgame habe ich mir noch niemals gekauft. muss nicht heißen, dass alle schlecht sind, bestimmt gibt es einige gute games, die ihren ursprung im film hat (komm jetzt auf keinen namen drauf), aber 99% der spiele sind schlecht. ist so.
muss keiner sich kaufen, darf aber jeder sich aufregen, hrhrhhr....
mfg
Nissan3...
SAW
Wie der Film so das Spiel !
Reavon
Ich find die Filme ja schon verdammt dämlich,daran ist absolut nicht ein bisschen Horror.Da sieht man lediglich Leute sterben...Super nen Horrorfilm brauch meiner Meinung nach ne ordentliche Story ! und das Spiel ist sowieso zum scheitern verurteilt meiner Meinung nach.
oOo_m$_oOo
Hmmmm...
Dass das Spiel so schlecht abschneidet hätte ich nicht
gedacht!
frank273
Seh ich genauso - mir machen Regisseure die solche Fantasien haben schlichtweg Angst ... das ist krank, und sonst nix.
metal_f...
obwohl ich ein großer fan der reihe bin würd ich dem spiel(das ich schon fast fertig gespielt habe) maximal 60% geben!!!!
Furzl
Um mich kurz zu fassen: mir hats gefallen! Fand die Fallen am Ende etwas nervig (Stromkreis etc.) aber im Großen und Ganzen besser als die hier gegebenen 48%.
Cross_war
Die Geschichte in SAW ist schon genial, aber der Typ der solche Gedanken hat ist 100%ig Krank im Kopf.
demoness
Saw 1 war sehr gut und vorallem mal was anderes :-)
Den Rest inkl. Spiel kann man imho in die Tonne kicken...
brainea...
wenn dann hat mir max. saw 1 gefallen, aber im endeffekt kann ich mit diesen filmen nicht viel anfangen.
game$de...
Mal gucken glaub hol es mir um einen eigenen Eindruck zu verschaffen und die Filme sind schon gut!