09.02.2010 - Andreas Philipp
Es gibt ein paar Dinge im Leben, die einem selbiges ganz schön vermiesen können. Zum Beispiel eine Kugel in den Kopf. Oder sich mit der Erziehungsberechtigten einer Minderjährigen anlegen, die absolut nicht mit dem jungen Glück zwischen einem selbst und ihrem Mädel einverstanden ist. Genau das passiert allerdings unserem Hauptdarsteller in BioShock 2 während des schick in Szene gesetzten Intros. Noch mieser wird es allerdings, wenn zehn Jahre später immer noch Nachwehen davon zu verzeichnen sind.
Nichts verstanden? Macht nichts. Also noch mal im Klartext. 1958 schwirrt euer Alter Ego in Andrew Ryans Unterwasservision Rapture herum und werkelt als „Big Daddy" - ihr wisst schon, die fetten Viecher im Taucherhelm, die schwergewichtig und grunzend kleine Mädchen beim Absaugen der wertvollen Gensubstanz ADAM als Zuhälter ... äh ... Beschützer begleiten. Aber nicht als irgendein Big Daddy, sondern als der erste seiner Art. Blöderweise hat sich unser Held ausgerechnet Eleanor, augenscheinlich die Tochter der überaus biestigen Sofia Lamb, als Schützling gesucht. Die ist davon gar nicht erbaut und bereitet uns ein jähes Ende.
Zehn Jahre danach stellen wir fest, dass die Ereignisse des Intros nur rudimentäre Auswirkungen auf unsere Gesundheit hatten. Aber so ganz ohne Little Sister macht einfach keinen Spaß, zumal uns mit dem Mädel eine ganz besonders innige Beziehung verbindet und Eleanor offenbar keine ganz normale Little Sister ist. Blöd nur, dass Mama Sofia ein Miststück ist und uns das Ganze sehr übel nimmt. Noch dazu hat sie nach den Ereignissen aus Teil 1 des Spiels zusammen mit den mittlerweile erwachsenen Little Sisters das Ruder in der zerstörten Unterwasservision in die Hand genommen und legt uns mehr als einmal gut bewaffnete Steine in den Weg.
So begebt ihr euch nun als Big Daddy der ersten Stunde auf die Suche nach eurem verschollenen Schützling, denn ohne die Kleine könnt ihr nicht lange überleben. Widerstand ist vorprogrammiert, denn die ohnehin schon durchgeknallten Einwohner des Unterwasseralbtraums sind um einiges schlimmer geworden, Sofia ist nur bedingt begeistert und Rapture selbst ist noch mehr im Eimer als je zuvor. Gut, dass ihr mit Frau Tennenbaum und Herrn Sinclair zwei Wegbegleiter habt, die euch zumindest vordergründig mit Rat und Tat per Funk zur Seite stehen. Mehr wollen wir gar nicht verraten, denn die Geschichte rund um euren Big Daddy entfaltet sich erst nach und nach.
So stampft ihr einige Stunden lang durch einen lebendig gewordenen Albtraum einer Unterwasserstadt, die Jules Verne sicherlich gefallen hätte und von Urvater Andrew Ryan ins Leben gerufen wurde. Verfall, Gewalt und Wahnsinn begleiten euch auf Schritt und Tritt. Zerfallene Ruinen einer einstmals lebendigen Stadt, unzählige Spuren von Grausamkeiten jenseits aller Vorstellungskraft und eine einzigartige Spielwelt begleiten euch auf euren Abenteuern. Spieler des ersten Teils fühlen sich von Anbeginn an heimisch. weiter...
Freude und Enttäuschung mischen sich. BioShock 2 ist erneut ein exzellenter Shooter mit Rollenspiel-Elementen. Aber an die Klasse des ersten Teils kann das Spiel einfach nicht anknüpfen.
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Kommentare
Liotasil
@Emu: Danke und ich dachte schon ich wär der einzige, dem die Tränen gekommen sind, als er das Spiel (auch "gut") durch hatte und die Endsequenz kam.
Emu
Verständliche Wertung..
..die mir aber egal ist.
Bioshock 2 hat mich sofort in den Bann gezogen. Gleiche Grafik, gleiches Gameplay? Na und? Es war schon im ersten Teil wunderbar und der Mangel des Waffen-/Plasmidwechsels wurde ausgebessert. Zugegeben die Story flachte irgendwann in der Mitte des Spiels mal ab, aber als es zu Ende ging (hatte auf "gut" gespielt), hatte ich doch Tränen in den Augen.
Taurodir
knapp ne stunde gespielt und kann jetzt s chon sagen: das spiel war sein geld wert. die atmosphäre ist wirklich klasse. mich hat das spiel von der ersten minute an in den bann gezogen - genau wie teil 1.
wozu immer eine neue grafik? andere fortsetzungen punkten zwar im sinne der optik, und ein paar neuen ideen, aber dafür stimmt es dann letztendlich vom gesamtpaket her nicht (mangelnde handlung bzw. stories, die man eh schon kennt, oder einfach unlogisch sind). bioshock 2 richtet sich an die stärken von teil 1, und das ist genau das richtige. zwar hätte man da und hier paar kleine ideen noch einbringen können, aber hauptsächlich bin ich damit vollends zufrieden, dass man sich auf die wesentlichen dinge aus teil 1 konzentriert hat. ich kanns jedem empfehlen - bei codmw2 gabs auch nicht wahnsiiiiiinnnig neues, dafür wurde es aber gelobt wie kaum ein anderes spiel (vll gar zurecht). von daher sollten manche auch bioshock ne chance geben. und letztendlich: 83% sind ja auch nicht sooo schlecht.
Liotasil
Was habt ihr alle?
Ich hab mich hier jetzt doch angemeldet, um meinen Senf zu diesem Gericht dazu zu geben.
Nun, Grafisch gesehen ist Bioshock 2 eine gepimpte Fassung von Bioshock, ein wenig Adam hier ein paar Plasmide da eingespritzt und schon war es mit der Aufbesserung der Grafik getan. Ganz ehrlich: Reicht doch völlig! Wozu einen komplett anderen Look auflegen, wenn der alte doch schon echt klasse war.
Die verbesserte Form der Spielmechanik finde ich persönlich Klasse. Sie bietet einem die Chance völlig neue Taktiken zu verwenden. Außerdem fand ich das hin und her zwischen Waffen und Plasmiden ausm ersten Teil nur nervig, auch da Punktet für mich Teil 2.
Von der Atmosphäre her fand ich Teil 2 immernoch so gut wie Teil 1, wenn nicht sogar etwas besser.
Okay... bei den Waffen und Gegnern war ich auch etwas enttäuscht... da hätten die Entwickler dann doch etwas mehr Phantasy einbringen können (Wobei ich die erste Waffe doch immer noch am besten fand.)
So und nun noch zu dem Teil, der hier in den Kommentaren glaub ich völlig vergessen wurd (Habs nur überflogen...): Die Story. Rapture ist eine riesige Stadt unter dem Meeresspiegel. Es wurde ein Stoff entdeckt, mit dem man Gene manipulieren kann und nun ist dort unten die Hölle los.
Das ist eine Story, wie ich persönlich sie noch nie miterlebt habe und es ist vorallem nur eine grobe Basis, auf der man vieles vieles mehr aufbauen kann. Sei's nur eine durchgeknallte alte Schachtel, die ihre Tochter nicht mehr erziehen kann oder ein mieser Halunke, der sich mit dem Erbauer der Stadt messen wollte um selbst die Kontrolle zu erlangen.
Das sind zwei unterschiedliche Story's, die an einem Platz spielen und man kann dort noch so vieles vieles mehr raus machen und rausholen. Und die Story von Bioshock 2 war, wenn ich mal das ganze Spiel zusammen fasse, so ziemliche das Beste, was ich je gespielt hab. Ich glaube, kein andere Spiel hat mich bis jetzt vom Anfang bis zum Ende so mitgenommen.
Das ist zumindest meine Meinung...
Danke für's lesen, Kritik oder Kommentare erwünscht.
heeelga
Es hat hier ja auch niemand die Special Edition von Amazon mit Vinyl..außer mir :-D. Trotzdem finde ich: Bioshock war geil und ist geil..da muss man nicht viel neu erfinden.Und: Es muss hier überhaupt erst mal jemand so etwas wie Bioshock erfinden. Urteilen kann jeder.
maroc89
hmm
eigentlich so wie ich erwartet habe
Krustyt...
schon ok ...
Das "Rad neu erfinden" bei Fortsetzungen, ist halt schwierig. Im Fall von Bioshock auch nicht nötig. Das Setting gibt genug ab für ein weiteres Spiel. Es gibt immer noch genug zu entdecken in Rapture, wenn die Atmosphäre stimmt dann ist ok. wenn jetzt plötzlich "alles" wechselt wäre auch schlecht
-> siehe Max Payne 3 , das ist doch nicht mehr das selbe wie in 1+2 !! oder ?
phanta007
das letzte spiel das 70% bekam und mir spass gemacht hat war "tenchu-1"...
Ich möchte bei der Gelegenheit euer Augenmerk auf unsere aktuelle UMFRAGE lenken :)
Plenusv...
Habe derzeit Urlaub und es gestern den ganzen Tag gespielt und mir macht es viel viel Spaß. Aber Mass Effect 2 hat mich mehr mitgerissen und das spiele ich bereits zum dritten Mal. Von daher finde ich die Wertung von 83% total in Ordnung. Ich hätte zu einer 84 tendendiert da es Spaß macht aber nicht so gut ist wie Mass Effect 2 und das hat 91% bekommen. Finde die Relation v.i.O.
eXitus
Bioshock istbraucht all das nicht es ist und bleibt genial
@ Alamar: Danke für den eben geschriebenen Beitrag. Sehe ich ganz genauso. Was ist an 83% auszusetzen? Das wäre als Note eine 2 bis 2+ :thumbsup:
Ich versteh persönlich nicht, was ihr an der Wertung auszusetzen habt. Es ist ein Review und somit immer eine persönliche Meinung, Anderas hat diese aber IMO sehr gut begründet. Er persönlich hätte sich nunmal etwas mehr Würze in der Fortsetzung gewünscht und kein recyceltes Setting vom Vortag. Wenn ihr euch dagegen am Setting nicht sattsehen konntet, dann rechnet ihr einfach noch ein paar Prozentpunkte drauf und gut ist.
Seufz, ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen jedes Spiel über 70% als gut befunden wurde. Heute wird gemault, wenn ein Spiel unter 85% erhält - in ein paar Jahren muss wohl jedes Spiel 90% haben, sonst fließen Tränen. *Hurz* wir können's ja auch machen wie manch anderes Magazin und mit 100%-Wertungen um uns werfen, dann kann man den Test nämlich gleich in die Tonne kloppen.
st@ck_o...
Okay, hab mir jetzt artig den ganzen Artikel durchgelesen und werde BioShock 2 wohl erst als Budgettitel kaufen. Schlichtweg weil ich mit Teil 1 nur so semi warm geworden bin. Reinschauen auf jedenfall, aber nicht zum vollen Preis.
@Vergleiche der Teile: Wenn die Fortsetzung eines Spiels seinem Vorgänger so ähnelt wie es hier der Fall zu sein scheint, dann ist ein Vergleich wohl angebracht. Selbst unterschiedliche Titel im selben Genre werden gern zum Vergleichen herangezogen - das ist ein legitimes Stilmittel um bestimmte Sachen zu vereutlichen.
MrCabal...
Was haben wir sonst so:
Ein Supersoldat mit 20 Waffen aufm Rücken kämpft gegen Aliens/Mutanten/Zombies auf einer Raumstation/Bunkeranlage und muss am Ende einen Superdämon/verrückten Wissenschaftler den Gar aus machen.
Noch ein paar Variablen mehr und man kann 90% der Ego-Shooter zusammenfassen (WWII und Terroristen Settings lass ich mal außen vor, aber geht da genauso).
Bioshock bietet doch genug eigenständiges und "anderes", zumindest vom Setting her. Wieso soll da nur 1 Spiel funktionieren? Beim 10ten Doom wird auch nicht gemeckert, dass es schon wieder ein Zombieshooter ist.
Ich verstehe ganz einfach nicht die unterschiedliche Wertung von 94% bei Teil 1 und 83% bei Teil 2 und das NUR wegen dem Recycling des Settings. Es geht doch auch um die Spielmechanik und die finde ich einfach besser und stimmiger. Alles hat seinen Sinn und das kann ich von Teil 1 nicht behaupten. Das Recycling des Settings hat folglich mindestens 15 Prozentpunkte gekostet, da die Spielmechanik ja besser ist. Prozentwertungen hin oder her, das ist schon ganz schön krass.
Zum Thema Fanboy. Na da musst ich manchmal ein bisschen provozieren, aber ich weiß auch wie so etwas zustande kam.
Teil 1 hat einen (dich, nicht mich) einfach ENORM weggeblasen, aufgrund des Settings, aufgrund der Story und der Emotionen. Da hat man dann über kleinere Probleme (Plasmidhandhabung, Balancingprobleme) hinweggeschaut. Ganz klar, mache ich auch wenn ich euphorisch bin.
Und dann erwartet man dass einen Teil 2 auch wieder dermassen weghaut (im selben Bereich, also Story/Setting). Das passiert nun mal in den seltensten Fällen und ist bei Bioshock auch schwer möglich.
Modern Warfare 2 konnte von vornherein nicht wirklich an Teil 1 herankommen, weil Teil 1 der erste Shooter war, der entsprechend genial präsentiert war und sich wie ein echter Actionfilm spielte. Wie soll Teil 2 diese Erfahrung erreichen oder gar toppen?
Selbe mit Half-Life 2. Da war ich auch etwas enttäuscht, obwohl es für sich gesehen trotzdem ein Hammer Spiel ist.
Selbe mit GTA 4. Ich will mein BMX aus SA wieder zurück!!!
Man hat einfach zu hohe Erwartungshaltungen, wenn man den Vorgänger abgöttisch geliebt hat.
Gruß
MrC
Sebasti...
Neue Grafik wozu? Viele Neuerungen wozu?
Bioshock istbraucht all das nicht es ist und bleibt genial