Special - Assassin's Creed: Unity : In der Nachkontrolle

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Die größte Baustelle bleibt allerdings die Interaktion zwischen den NPCs und der Spielwelt selbst. Häufig verhalten sich die virtuellen Pariser sehr merkwürdig. In einer Gartenanlage etwa springt eine Dame plötzlich auf eine Hecke. Anderenorts bleiben Passanten in Wänden stecken. Getötete Gegner fallen merkwürdig ineinander und es kann auch vorkommen, dass Soldaten ohne Gewehr auf Arno zielen. All diese Fehler sind nicht spielentscheidend, aber sie durchbrechen doch die Illusion eines perfekten virtuellen Paris.

Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Tonuntermalung. Gerade die deutsche Sprachausgabe kommt bei Nebenmissionen – ohne Zwischensequenzen – häufig einen Tick zu spät. Einige Fortschritte hat dagegen die Online-Stabilität gemacht. Im Nachtest kappte das Spiel lediglich einmal nach etlichen Koop-Tests die Leitung. Kleinere Lags gab es hin und wieder, sie waren allerdings kaum der Rede wert.

Allerdings beschweren sich viele Spieler im offiziellen Forum über Verbindungsschwierigkeiten. Anscheinend variiert das Spielerlebnis hier sehr stark von Spieler zu Spieler. Die Synchronisation mit der Companion-App funktionierte im Test mit einem iPad 3 klasse. Veränderungen wurden binnen zwei Sekunden übertragen, sodass die Second-Screen-Option tatsächlich sinnvoll war.

Das Trostpflaster

Als Entschädigung für die Bug-Flut in Assassin's Creed: Unity verschenkte Ubisoft schließlich den ersten Story-DLC Dead Kings. Der bietet für eine Zusatzepisode erstaunlichen Spielumfang sowie mit der Laterne und der Guillotinenkanone gleich zwei neue Spielzeuge für Arno. Das Gameplay variiert leicht und lässt Arno in dunklen Katakomben nach einem mysteriösen Artefakt suchen. Im Vergleich zu Unity läuft Dead Kings eine Spur flüssiger, allerdings sind auch hier einige Fehler in der Spielwelt vorhanden. Urteil: Gut gemeint, aber keine Rettung.

Die Diagnose

Drei Monate nach dem Release kehrt bei Assassin's Creed: Unity (hier geht’s zum Test) zwar ein bisschen Ruhe ein, doch fehlerfrei ist das Spiel bei Weitem nicht. Besonders die Interaktion mit NPCs und die Berechnung der Spielwelt leiden noch an vielen Kinderkrankheiten, die weit über die üblichen „Open-World-Probleme“ hinausgehen. Ubisoft betrieb mit den vier Patches und dem soliden Gratis-DLC Dead Kings Schadensbegrenzung, muss aber weiterhin am Hauptprogramm und dessen Stabilität arbeiten. Mittlerweile ist Unity zwar ausreichend gut spielbar, aber ein fader Beigeschmack bleibt angesichts der – nach vier fetten Patches – immer noch vorhandenen Technikprobleme weiterhin.

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