Test - Atlantis III : Atlantis III

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Der untergegangene Kontinent Atlantis ist nach wie vor angesagt - nach Disneys Ausflug auf den Meeresgrund letztes Jahr schickt uns nun Cryo mittlerweile zum dritten Mal auf die Suche nach dem sagenumwobenen, verschwundenen Gebiet. Doch ob 'Atlantis 3: Die neue Welt' für spannende Rätsel sorgen kann oder ob das PlayStation 2-Spiel kläglich untergeht?

Atlantis III
Unsere Heldin vor dem Autounfall.

Wer den Namen der französischen Spieleschmiede Cryo hört, denkt meist sofort an recht betuliche Adventures, in denen es mehr um Story und hübsche Optik als um Action geht. Nachdem Cryo zahlreiche solche Spiele mit beinahe identischer Technik veröffentlicht hat, gelangt nun das neueste Abenteuer - 'Atlantis 3' - auf die PlayStation 2. Die beiden Vorgänger dieser Serie erschienen bloss für PC und PSone, mit respektablem Erfolg. Wer befürchtet, der Story des Spiels nicht folgen zu können, weil er die anderen Teile nicht durchgespielt hat, der kann beruhigt werden. In 'Atlantis 3' wird euch eine komplett neue, losgelöste Geschichte vermittelt.

Alles beginnt mit einem Unfall ...
Nach dem Start des Spiels und der Wahl im Hauptmenü, ein neues Spiel zu beginnen, dürft ihr auch schon das hübsch gerenderte und lange Intro geniessen. Die Handlung setzt im Jahre 2020 ein. Eine junge Archäologien brettert mit Vollgas in Algerien durch die Ahaggar-Wüste. Es kommt wie es kommen muss, die eilige Schöne baut einen Unfall - sie wird aber von einem einsamen Targi, einem Nomaden gerettet. Dieser hält sich an diesem kargen Ort auf, weil in der Nähe ein Brunnen liegt, der sich seit Jahrhunderten im Besitz seines Stammes befindet. Doch seit einigen Tagen wird dieser von vermummten bewaffneten Männern in Beschlag genommen. Der Targi will nun falls notwenig mit tödlicher Gewalt den Brunnen zurückerobern. Doch auch die Archäologin will zu diesem Brunnen - sie vermutet dort eine ägyptische Kultstätte ... weit entfernt von Ägypten.

Simples Point & Klick
Am nächsten Tag findet sich unsere Heldin allein in der Wüste wieder und macht sich auch schon auf den Weg zum Brunnen. Hier dürft ihr bereits selbst Hand anlegen und die Geschicke der Archäologin lenken. Ihr seht die Umgebung stets aus den Augen der Spielfigur und könnt bloss einen Cursor über das Bild bewegen. Kommt ihr an den Rand des Ausschnitts, scrollt die Ansicht automatisch in die jeweilige Richtung, so dass ihr also auch einen Blick auf den Boden, in die Höhe und rund um euch herum werfen könnt. Es ist auch tatsächlich nötig, dass ihr die Umgebung genau untersucht, denn sonst entgehen euch wichtige Items. Bewegt ihr den Cursor über ein Objekt, das ihr benutzen, aktivieren oder mitnehmen könnt, ändert sich die Form des Cursors.

Atlantis III
Der Bösewicht im Besitz des Kristallschädels.

Dies geschieht auch, wenn ihr ihn in die Richtung zeigen lässt, in die ihr weiter gehen könnt. Per Druck auf den Button seid ihr dann auch schon an dieser nächsten, sich teils deutlich weiter weg befindlichen Stelle angelangt - ein Scrolling nach vorne oder Laufanimation gibt es nicht. Wer beispielsweise schon mal den Klassiker 'Myst' gespielt hat, wird sich vorstellen können, wie die Spielmechanik funktioniert. Neben dem Analogstick für die Bewegung des Cursors wird hauptsächlich noch die X-Taste verwendet. Des Weiteren findet ihr mit der Kreistaste euer Inventar und mit Dreieck gelangt ihr ins Spielmenü, wo ihr jederzeit den Spielstand absichern könnt oder in den Optionen Soundeinstellungen vornehmt. Insgesamt ist diese einfache Steuerung gut gelungen. Leider ist aber die Geschwindigkeit des Cursors und damit des Scrollings beim sich Umsehen ziemlich träge ausgefallen.

Atlantis III
Das übersichtliche Spielmenü.

Gameplay mit Schwächen im Detail
Nachdem die Archäologin beim Brunnen angekommen ist und in einer Höhle ein Dimensionstor geöffnet hat, findet sie sich schon bald im alten Ägypten wieder. Hier lässt sich an einem Beispiel gut die Schwäche des Gameplays aufzeigen: Anstatt auf Action zu setzen, müssen diverse klassisch angehauchte Rätsel ausgeknobelt werden und Items am richtigen Ort eingesetzt werden - dies klingt für Adventure-Fans ja auch nicht schlecht. Leider wirken einige Aufgaben allerdings sehr wirr und sind nur mit nervigem Trial&Error-Herumgeklicke zu lösen. Ihr befindet euch zum Beispiel in einer ägyptischen Grabkammer und habt eine freundliche, lebendige Mumie befreit, die euch nun in die Welt ausserhalb des Grabes begleiten will. Allerdings nützt es gar nichts, wenn ihr auf den klar erkennbaren Ausgang klickt. Ihr müsst zuerst ein kleines Holzentchen finden, das im Schatten einer Säule liegt und praktisch nicht zu sehen ist. Doch auch im Besitz dieser Ente kommt ihr nicht raus - ihr müsst das Ding zuerst mit der Treppe des Ausgangs benutzen, so dass ihr ins Freie fliegt. Wie ihr euch wohl denken könnt, gibt das nicht viel Sinn und an nützlichen Hinweisen zu solchen abstrusen Aufgaben fehlt es ebenfalls oft fast gänzlich.

 

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