Test - Atlantis III : Atlantis III

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Atlantis III
Ein Feind hat uns im Visier.

Glücklicherweise sind nicht alle Rätsel so unlogisch und nicht klar ersichtlich. Die Palette an Puzzles und Aufgaben besteht zum einen aus dem Finden von Items und dem richtigen Einsetzen an einem anderen Ort, andererseits finden sich Rätsel im Stil von klassischen Puzzles, die vor allem Knobelfreunde ansprechen dürfte. So gilt es zum Beispiel einmal die Geschichte eines ermordeten Pharaos richtig anzuordnen, indem man die jeweiligen Motive und Textbalken in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ein anderes Mal müsst ihr bei einer Art dreidimensionalem Brettspiel mit Würfelglück als Erster ins Ziel kommen oder auf einer Himmelskarte bestimmte Sternzeichen nachzeichnen. Ansonsten gilt es hin und wieder Gespräche mit anderen Charakteren zu führen. Könnt ihr die teils äusserst seltsamen Figuren zu mehr als einem Thema befragen, erscheinen die Themen-Motive in Form von kleinen animierten Bildern. Allerdings ist oftmals nicht wirklich erkennbar, um was sich das Gespräch gleich drehen wird, so dass ihr wohl oder übel alle Themen durchprobieren müsst. Denn nur so kommt ihr zu einer wichtigen Information oder zu einem wichtigen Item.

Atlantis III
Diese Mumie will euch helfen.

Reisen durch Zeit und Raum
So knobelt ihr euch durch verschiedenste Gebiete - angefangen bei der Ahaggar-Wüste, über das alte Ägypten bis hin beispielsweise zur Steinzeit. Dabei werden die Handlung und die einzelnen Episoden lose durch einen Kristallschädel zusammengehalten. Dieses morbide Schmuckstück soll aus Atlantis stammen und dem Besitzer unglaubliche Macht verleihen. Klar, dass ein Fiesling hinter dem Artefakt her ist und euch das Leben schwer macht. Eure Spielfigur - es ist übrigens nicht immer die Archäologin - kann auf ihrer Reise durch die Dimensionen auch sterben. Dann setzt ihr allerdings ohne 'Game Over'-Animation gleich wieder ein paar Schritte zurück ein. Bei den Motiven liessen sich die Entwickler eindeutig von Geschichte, Sagen, Märchen fremden Kulturen und esoterischen Stimmungsbildern inspirieren. Spätestens wenn ihr aber durch die abstrakte Welt im Inneren des Kristallschädels umherwandert und dabei auf einen sprechenden Delphin trefft, fragt man sich, ob es die Programmierer nicht etwas mit ihrer Fantasie übertrieben haben, zumal oft der Zusammenhang in der Story nicht so recht überzeugen kann. Vom Umfang her ist 'Atlantis 3' ein zweischneidiges Schwert: Bis ihr das Spiel ohne Komplettlösung absolviert habt, dürfte einige Zeit vergehen. Leider liegt das vor allem an den teils fies versteckten Items und den abstrusen Rätseln, an denen man zuweilen schon verzweifeln kann. Die reine Spielzeit, abgesehen von diesen Hürden, beläuft sich allerdings auf wenige Stunden.

Atlantis III
Eines der interessanteren Rätsel.

Hübsche Präsentation
Während die Rätsel und die Story zuweilen für Stirnrunzeln sorgen, kann immerhin die Technik im Grossen und Ganzen überzeugen. Die komplett gerenderte Umgebung wartet mit teils sehenswerten Details und stimmungsvollen Szenarien auf. Einzig etwas mehr Animationen hätten nicht geschadet, da die Umgebung so oftmals mehr wie eine Fotografie wirkt als wie eine lebendige Welt. Dieses Manko ist immerhin in den zahlreichen Zwischensequenzen nicht zu sehen, wobei hier vor allem die Figuren einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Im eigentlichen Spielablauf ist dies leider weniger der Fall, da hier oftmals die Charaktere und Objekte als grob aufgelöste zweidimensionale Flächen daherkommen, bei denen dann nicht einmal Animationen wie Lippenbewegungen so richtig funktionieren wollen. Ausserdem flimmern und ruckeln die Zwischensequenzen zuweilen etwas, was den insgesamt guten Eindruck aber nicht besonders schmälern kann.

Fast uneingeschränktes Lob gilt hingegen der Sounduntermalung. Während eurem Abenteuer erklingen stets passende hübsche Melodien. Die oft esoterisch angehauchte Musik geht einem selbst nach langen Knobelstunden nicht auf die Nerven. Ebenfalls sehr gelungen wirkt die professionell gesprochene deutsche Synchronisation. Man merkt, dass hier Profi-Sprecher am Werk waren, die hörbar motiviert den teils schrägen Charakteren ihre Stimme leihen. Einziger Wermutstropfen im Soundbereich ist der sparsame Einsatz von Geräuschen.

 

Fazit

von David Stöckli
Mit 'Atlantis 3' liefert Cryo ein 'Point & Klick'-Adventure ab, das den Fans dieses Genres durchaus einige unterhaltsame Stunden bieten kann. Allerdings läuft die Story viel zu linear ab und krankt an unlogischen Rätseln, einer verworrenen Handlung und einem geringem Umfang. Immerhin können dafür die Präsentation und einige Aufgaben gefallen, so dass Knobelfreunde durchaus einen Blick riskieren können.  

Wertung

  • PS2
    66
    %

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