Test - Barrow Hill : Barrow Hill

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Cornwall hat mehr zu bieten als schöne Aussichten und romantische Cottages. Im klassischen Point&Click-Adventure 'Barrow Hill' lernt ihr die düstere Seite des britischen Südwestens kennen. Ob das Gameplay ebenso düster ist, klärt unser Review.

Nacht in Cornwall

Wer Cornwall nur aus den Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen kennt, wird überrascht sein, dass dieses Land auch eine düstere Seite hat. Cornwall hat mehr zu bieten als schöne Aussichten und romantische Cottages. So findet ihr euch in 'Barrow Hill' denn auch während der langen Nacht des Herbst-Äquinoktiums nach einer Autopanne am Fuße eines Grabhügels wieder. Archäologen haben hier inmitten eines uralten Steinkreises Ausgrabungen durchgeführt. Was, wie die weiteren Geschehnisse zeigen, keine so gute Idee war. Denn irgendetwas ist jetzt in den Wäldern und verbreitet Angst und Schrecken. Eure Aufgabe ist es herauszufinden, was passiert ist, und es, wenn möglich, rückgängig zu machen.

'Barrow Hill' ist ein klassisches Point&Click-Adventure, d. h. ihr klickt euch durch die Bilder, sammelt Informationen und verwendet gefundene Gegenstände, um Rätsel zu lösen. Durch einen Klick in die Bildmitte geht ihr vorwärts und in 90º-Schritten könnt ihr euch umsehen. Könnt ihr Gegenstände aufnehmen oder verwenden, verändert sich der Cursor. Zieht ihr die Maus an den oberen oder unteren Bildrand, werden euer Inventar und ein Menü eingeblendet. Mit einem einfachen Mausklick können hier die eingesammelten Gegenstände verwendet oder kombiniert werden.

Achtung, es folgt eine wichtige Information!

Die meisten Rätsel sind Kombinationsaufgaben, die durch die Bank verhältnismäßig einfach zu lösen sind. Zudem müsst ihr Hinweisen folgen, die ihr meistens in schriftlicher und seltener auch in gesprochener Form erhaltet. Gerade die vielen Tagebücher, Notizen und Briefe liefern euch einige Hinweise. Allerdings schadet es nichts, schon von Anfang an Stift und Papier zurechtzulegen, da es im Spiel kein Notizbuch gibt. Neben den sachdienlichen Hinweisen findet ihr übrigens auch viele Hintergrundinformationen zur keltischen Mythologie, zu Steinkreisen und prähistorischen Grabhügeln.

Das Spiel ist größtenteils nichtlinear angelegt, d. h. die Reihenfolge, in der ihr vorgeht, bestimmt ihr selbst. Das funktioniert meist sehr gut, bedeutet aber auch viel Rennerei, wenn euch zum Beispiel noch ein Gegenstand oder ein Hinweis für einen bestimmten Ort fehlt. Allerdings sind die meisten Orte nur einige Mausklicks voneinander entfernt und ihr habt schon recht früh im Spiel eine Karte der Gegend. Da es insgesamt ohnehin weniger als zehn Locations gibt und ihr irgendwann auch GPS und PDA besitzt, verliert ihr eigentlich nie den Überblick.

Klassisches Gruseln

Grafisch kommt 'Barrow Hill' ziemlich klassisch daher. Alle Bilder sind gerendert, wie man das z. B. aus der 'Myst'-Reihe kennt. Und fast alle sind von beeindruckender Qualität. Trotz der größtenteils statischen Grafiken wirken die meisten Umgebungen, vor allem die Wälder und die Sumpflandschaft, überaus lebendig. Nur die wenigen Bilder von Menschen erscheinen etwas unglaubwürdig. Auf Blut und Horror wurde zum Glück völlig verzichtet. Stattdessen schleicht sich eher eine beklemmende Atmosphäre à la „Blair Witch Project“ ein.

Die Musik ist durchgängig ruhig und passend, hätte aber an bestimmten Stellen gerne etwas dramatischer ausfallen dürfen. Die Soundeffekte unterstreichen die angenehm gruselige Atmosphäre der Bilder. Nett sind auch die Radios, auf denen ihr neben dem spieltechnisch wichtigen Sender zudem unterschiedliche Musikprogramme hören könnt. Übrigens: Die Radiosprecherin klingt irgendwie verdächtig nach einer Kollegin aus Antonio Bay.

Fazit

Stephan Fassmer - Portraitvon Stephan Fassmer
'Barrow Hill' ist ein im besten Sinne des Wortes klassisches Adventure. Es unterhält durch eine spannende Geschichte und kann das ganze Spiel hindurch mit wunderschön gerenderten Bildern und stimmiger Musik eine angenehm gruselige Atmosphäre schaffen. Die Rätsel sind fair, für erfahrene Adventure-Spieler allerdings etwas zu einfach. Ein besonderes Schmankerl sind die vielen Information zur keltischen Mythologie und zu den Steinkreisen. Bei einem Budget-Preis von 20,- € ist das Spiel vor allem Adventure-Einsteigern und an keltischer Mythologie Interessierten zu empfehlen. Für Adventure-Profis eher etwas für zwischendurch.

Überblick

Pro

  • spannende Geschichte
  • viel Atmosphäre
  • faire Rätsel

Contra

  • etwas zu einfach

Wertung

  • PC
    80
    %

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