Test - Batman: Arkham City – Harley Quinn’s Revenge : Rache ist süß

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Keine Frage, Batman: Arkham City war und ist ein genialer Titel mit einer mitreißenden Geschichte, viel Freiheit und einem vorbildlichen Kampfsystem. Und der dunkle Ritter hat keine Ruhe, er muss sich im Add-on Harley Quinn’s Revenge der verrückten Mitstreiterin des Jokers annehmen. Glücklicherweise ist er nicht allein, Robin ist als spielbarer Charakter im Add-on dabei und die Geschichte wird von beiden Seiten des Heldenduos erzählt. Das Spielgeschehen verläuft zeitlich nicht linear und baut durch Sprünge in der Abfolge der Geschehnisse viel Spannung auf. Leider wurden bei Batman: Arkham City – Harley Quinn’s Revenge viele Möglichkeiten zu einer noch stärker atmosphärischen Geschichte verschenkt, sodass man niemals vergisst, dass es nur ein Add-on ist.

Batman: Arkam City – Harley Quinn’s Revenge spielt zwei Wochen nach den Geschehnissen des Hauptspiels und wir erfahren in der Rolle von Robin, dass Batman verschwunden ist, als er versuchte, eine Gruppe Geiseln aus der Hand von Harley Quinn zu befreien. Frau Quinn ist auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen die Fledermaus – warum, wissen alle, die Arkham City gespielt haben. Dazu ist der dunkle Ritter stark depressiv und kleine Aussagen lassen uns eine große zugrunde liegende Handlung erahnen. Dass die Möglichkeit, eine tolle Geschichte zu schreiben, ungenutzt gelassen wird, ist wirklich schade – die Depression von Batman ist nur ein Beispiel von vielen derartigen Aspekten, die verloren gehen und keine Rolle spielen. So kämpft ihr euch als Batman und Robin durch ein Add-on, das bereits nach kurzer Zeit die Credits erreicht und insgesamt eher unbefriedigend ist.

Batman: Arkham City - Harley Quinn's Revenge DLC Payback Trailer
Harley Quinn's Revenge erweitert Batman: Arkham City um zwei Stunden frischer Inhalte. Szenen daraus gibt's im Video.

Auf engstem Raum

Erinnert ihr euch noch an das Hauptspiel, in dem ihr mit Batman unglaubliche Distanzen überwinden konntet? So ein Gefühl von Weitläufigkeit kommt in Harley Quinn’s Revenge fast nie auf – besonders nicht bei Robin. Der Sidekick erledigt seine Kämpfe ständig auf engstem Raum. In der Rolle von Batman gibt es durchaus Momente, wo die Großartigkeit von Arkham City wieder voll durchscheint, aber leider sind diese Momente eher dünn gesät. Die Geschichte ist sehr voraussehbar und findet keinen würdigen Abschluss. Das ist besonders deshalb schade, weil Arkham City und der Vorgänger Arkham Asylum gemeinhin als beste Comic-Adaptionen aller Zeiten gelten.

Qualitativ sehr hochwertig sind das Design und die Animation von Robin wiederum gelungen. Neues Motion-Capturing setzt den Gefährten von Batman gekonnt in Szene. Er beherrscht zwar viele Manöver des Fledermausmannes nicht, bringt dafür aber seine eigenen Spezialfähigkeiten mit. So kann er mittels Schutzschildes kurzzeitig auch stärkstem Beschuss, etwa durch fest installierte Geschütztürme, standhalten. Ein taktisches Mittel ist auch die sogenannte Snap Flash. Eine Granate, die an Gegnern angebracht werden kann, um sie – und umstehende böse Jungs – kurz außer Gefecht zu setzen. Robin fehlen natürlich Fähigkeiten wie das Gleiten und die grundsätzliche Mobilität Batmans. Das ist aber durch das Design der Umgebungen, in denen Robin kämpft, auch nicht notwendig. Wie schon beschrieben, finden seine Kämpfe auf engerem Raum statt.

Wie geht es weiter?

Batman: Arkham City – Harley Quinn’s Revenge hat durchaus Charme, leider ist das Add-on für rund 10 Euro zu teuer für das, was ihr geboten bekommt. Viele kleine Details der Geschichte bleiben ungenutzt und nach etwas über einer Stunde ist schon wieder alles vorbei. Das ist unbefriedigend und passt so gar nicht zum Hauptspiel. Sogar die Hauptgeschichte scheint hingeklatscht zu sein und es mutet so an, als wäre die meiste Zeit bei der Entwicklung in das Design von neuen Animationen geflossen. Nicht missverstehen: Einige der bekannten Schauplätze wurden überarbeitet und schaffen es, kurzzeitig zu fesseln. Aber das ist schlicht zu wenig, um von einem echten Add-on zu sprechen. Ein kostenloser Download wäre angebrachter gewesen.

Besonders die erste Mission, in der ihr Batman spielt, lässt die Atmosphäre von Arkham City kurz wieder aufkommen. Wenn ihr von Lasern und Scharfschützen in der Luft bedrängt werdet und es auf dem Boden von Fieslingen wimmelt, gilt es, strategisch vorzugehen und das ganze Potenzial des Waffenarsenals zu nutzen. Das sind Höhepunkte, die leider viel zu wenig in Harley Quinn’s Revenge vorkommen.

Fazit

Philipp Rogmann - Portraitvon Philipp Rogmann
Ich bin ein Fan der beiden Arkham-Spiele und wollte dieses Add-on einfach lieben. Die Vorschusslorbeeren konnte sich Harley Quinn’s Revenge aber nachträglich doch nicht verdienen. Obwohl ich normalerweise lange brauche, um solche Spiele zu lösen, war es sogar bei mir nach etwas über einer Stunde vorbei mit dem Add-on. Und das nach einem unbefriedigenden Endkampf, bei dem man sich denkt, wo denn nun das wirkliche Ende ist. Klar ist es schön, Robin zu spielen und sich mit seinen neuen Gadgets zu vergnügen. Aber es hapert doch an einigen Ecken der Geschichte. Nachdem Harley Quinn’s Revenge geschafft ist, denkt man darüber nach, was noch alles hätte erzählt werden können, welches Potenzial ungenutzt geblieben ist. Schade. Die 10 Euro gehen nur für Fans, die alles zum dunklen Ritter haben wollen, gerade noch in Ordnung.

Überblick

Pro

  • Robin als spielbarer Charakter
  • zeitlich nicht linear aufgebaut
  • bekannte Schauplätze wurden neu gestaltet

Contra

  • viele Handlungselemente nicht ausgearbeitet
  • Spielmechanik von Robin bietet wenig Freiraum
  • sehr kurze Spielzeit
  • kein befriedigendes Ende

Wertung

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