Test - Batman Vengeance : Batman Vengeance

  • PS2
Von Kommentieren

Der dunkle Beschützer von Gotham City, Batman, war schon in so manchem Videospiel aktiv. Mit 'Batman: Vengeance' schafft er nun als erster Comicheld den Sprung auf die PlayStation 2. Ob die fortgeschrittene Technik gebührend genutzt wird, welche Folgen der Stilwechsel vom Film zum Comic hat und ob Batman auch in den heutigen Videospiel-Zeiten noch bestehen kann, erfahrt ihr in diesem Review.

Batman Vengeance
Spiel Beenden? - Peinlicher Übersetzungsfehler im Hauptmenü.

Die Sache mit den Lizenzen
Bis heute wird Spielen, die mit einem grossen, lizenzierten Namen daherkommen, schon im Vorfeld mit reichlich Skepsis begegnet, denn viele Entwickler und Publisher sehen in eben diesen grossen Namen eine einfache Geldquelle, so dass das tatsächliche Spiel eher zu wünschen übrig lässt. So verhielt es sich auch lange mit den Umsetzungen der Abenteuer von Comicfiguren wie Spider-Man und Batman. Ersteres scheint es dank Activision aber letztes Jahr mit seinem PSone-Abenteuer geschafft zu haben, das alte Klischee zu wiederlegen. Dementsprechend sind nun auch die Erwartungen an seinen Kollegen Batman vergleichsweise hoch, wobei dieser aber von einem anderen Entwickler stammt, nämlich von Ubi Soft. Ob man sich tatsächlich an 'Spider-Man' ein Vorbild genommen hat, oder ob es einfach daran liegt, dass 'Batman: Vengeance' vom selben Team wie 'Rayman 2' entwickelt wurde, lässt sich wohl nicht feststellen. Fest steht aber, dass 'Batman: Vengeance' schon von Anfang an einen besseren Eindruck macht, als alle PSone Batman-Spiele zusammen.

Dies ist allerdings nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Zeichentrickserie und nicht ein aktueller Kinofilm beim Design des Spiels als Vorbild genommen wurde. Es erwarten einem also keine Michael Keatons, Val Kilmers oder George Clooneys in lustigen Gummianzügen sondern schon allein stilistisch viel überzeugendere, wenn auch nicht realistischere Zeichentrickfiguren, denen dreidimensionales Leben eingehaucht wurde. Schon im Hauptmenü gibt es allerdings erstmals etwas zu bemängeln. Hier lacht euch nämlich der Fehlerteufel persönlich ins Gesicht, solltet ihr die Sprache auf Deutsch gestellt haben: 'Enter Game' wurde mit 'Spiel Beenden' übersetzt, was nicht wirklich auf die tatsächliche Funktion, nämlich das Starten des Spiels, schliessen lässt.

Erzfeinde und andere Bösewichte
Die Story von 'Batman: Vengeance' bietet eigentlich genau das, was anhand des Vorbilds zu erwarten ist. Der Beginn des ganzen Übels ist die Rettung einer mysteriösen jungen Frau, die anscheinend von Batmans Erzfeind Joker bedroht wird. Bei genaueren Nachforschungen ergibt sich, dass Joker fünf Millionen Dollar Lösegeld für ihren Sohn, Toby, verlangt. Viel Zeit irgendwelche Pläne aufzustellen bleibt aber nicht, da die betroffene Frau vor den Augen Batmans erneut entführt wird. Soweit so gut, und mehr soll hier auch nicht verraten werden, doch natürlich kommt am Ende alles anders als man denkt. Wenn nicht die Menge an grosskalibrigen Bösewichten und Wendungen wäre, könnte die Story glatt aus einer Folge der Trickfilmserie stammen. Vertreten sind nämlich sowohl der Joker und seine Assistentin Harley Quinn als auch Mr. Freeze und Poison Ivy.

Batman Vengeance
Batman präsentiert sich im Comic-Look.

Sehr positiv fällt auf jeden Fall die gesamte Präsentation des Spiels auf. Das Auge freut sich über den düsteren aber dennoch ansprechenden Grafikstil, der die Stimmung und Atmosphäre aus der Trickfilmserie perfekt einfängt, während das Ohr den englischen Originalstimmen aus der Serie lauscht - peinliche Dialoge sind also ausgeschlossen.

Zeichentrickgrafik und ihre Vorteile - für Entwickler
Wie bereits erwähnt zeigt sich die Grafik von 'Batman: Vengeance' im passenden Comic-Gewand. Glücklicherweise haben die Entwickler nicht zum mittlerweile oft benutzten Cel-Shading gegriffen. Befürchtungen, dass ihr nun aber trotzdem langweilige und sich ewig wiederholende Texturen vorgesetzt bekommt, werden leider bestätigt. Während die Eintönigkeit der Wände und Böden in diversen Räumen noch zu verschmerzen ist, wird die fehlende Vielfalt spätestens bei den Stadtszenen unangenehm auffallen. Glücklicherweise wird die Texturarmut durch die düstere Beleuchtung einigermassen kaschiert, so dass nur noch der etwas kantige Gesamteindruck als negativ beurteilt werden muss. Im Endeffekt dürften sich die Grafiker in Zukunft aber ruhig etwas mehr Mühe geben, denn auch wenn die PS2 nicht gerade zu fotorealistischen Texturen einlädt, wäre definitiv mehr machbar gewesen. Für Fans der Trickfilmserie dürfte aber auch dieser Mangel zu verschmerzen sein, da 'Batman: Vengeance' trotzdem oder gerade deshalb genau wie diese aussieht.

Des weiteren gibt es noch die ausgezeichneten Animationen von Batman zu betrachten. Zwar wirkt die Animation des Rennens anfangs etwas seltsam, da Batman seine Arme seitlich ausstreckt, alles in allem sind alle Animationen aber sehr schön anzusehen. Sei es das Hinaufklettern oder Herunterrutschen an Leitern oder das Ausspreizen des Umhangs um zu gleiten - alle Animationen sind sehr weich und flüssig ausgefallen. Ausserdem gibt es da noch Batmans Umhang, der bei jeder Aktion realistisch herumflattert oder langsam hinterher gleitet und durch sein schönes Glänzen, das je nach Winkel zur Kamera stärker oder schwächer zu sehen ist, öfters betrachtet werden dürfte. Weniger positiv sieht es bei den Zwischensequenzen aus: Zwar ist die Grafik eigentlich sehr gut und bietet auch nette Gimmicks wie Kameradrehungen bei eingefrorenem Geschehen, alle FMVs sind aber trotz DVD-Medium sehr körnig ausgefallen und können deshalb nicht wirklich begeistern.

Batman Vengeance
Trotzdem ist die Grafik sehr düster.

Englische Originalstimmen und passende Musik
Wie bereits erwähnt, hat sich Ubi Soft nicht lumpen lassen und die Synchronsprecher der Trickfilmserie für die Vertonung von 'Batman: Vengeance' angeheuert. Da sich diese bereits bewährt haben, ist es eigentlich unnötig zu erwähnen, wie gut diese zu den jeweiligen Charakteren passen und wie gut gesprochen wurde. Leider findet sich auf der DVD lediglich eine englische Sprachausgabe, so dass Spieler, die des Englischen nicht mächtig sind, auf die deutschen Untertitel zurückgreifen müssen, die alles in allem aber sehr gut gelungen sind. Nervig allerdings, dass die sehr guten Stimmen vor allem in den Zwischensequenzen viel zu leise sind und von Musik und Geräuschkulisse bei weitem übertönt werden.

Bei den Soundeffekten selber gibt es wenig Spektakuläres. Zwar gibt es Details wie unterschiedliche Schrittgeräusche - je nach Boden - und realistisches Flattern des Batcapes nach Sprüngen oder beim Gleiten, viel mehr gibt es aber, abgesehen von den Schlaggeräuschen, nicht zu hören. Letztere bieten leider sehr wenig Abwechslung und klingen immer gleich. Alles in allem tragen die Soundeffekte effektiv zur Atmosphäre bei, mehr aber auch nicht. Schon eher zum Hinhören verleiten kann da die Musik, die teilweise bekannte Melodien aus der Vorlage benutzt und sehr stark am stimmigen Gesamtbild Anteil hat. Ebenfalls erwähnenswert ist der Dolby Digital 5.1-Ton, der während den Zwischensequenzen zu hören ist. Während dem eigentlichen Spiel wird leider 'nur' Dolby Surround geboten.

 

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel