Preview - Battle Realms : Battle Realms

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Nach sieben Jahren schuldloser Gefangenschaft kehrt der Krieger 'Kenji' in seine vom Krieg durchzogene Heimat zurück. Über das einst friedvolle Land herrscht nun der Drachenclan, der seine Ländereien gegen Angriffe des Lotus-, des Drachen- und des Wolfclans verteidigen muss. Nun steht ihr vor der Wahl, welchem Clan ihr euch anschließen sollt, um in eurer Heimat für Frieden zu sorgen. Mario Bretfeld aka Wiski hat eine frühe Betaversion des im November diesen Jahres von Ubi Soft erscheinenden 'Battle Realms' einmal näher betrachtet.

Battle Realms
So sieht der Ausbildungsstrang der Einheiten aus.

Was beim ersten Durchlesen wie ein schlechter Samurai-Film klingt, entpuppt sich nach wenigen Minuten Spielens als ein durchdachtes und schön inszeniertes Strategiespiel mit viel Tiefgang. Nachdem ihr des Mordes an eurem Vater angeklagt und ins Exil verbannt wurdet, kehrt ihr als Kenji in eure alte Heimat zurück, wo ihr sofort in die erste kriegerische Auseinandersetzung geratet. Ein kleines Bauerndorf wird von Reitern angegriffen, die scheinbar hilflosen Bauern wehren sich jedoch nicht weniger ungeschickt. Euch bleibt die Wahl: Verteidigt ihr die Bauern oder helft ihr den Reitern, die lumpigen Arbeiten niederzumachen? Von hier an entscheidet sich der Lauf euer Geschichte und damit auch der Lauf der Kampagne, die insgesamt 18 Missionen aufweisen kann. Zwischen den einzelnen Missionen erhaltet ihr durch sehr schön in Szene gesetzte Zwischensequenzen, die in der Spielengine ablaufen, weitere Missionsziele und Informationen zur Handlung. Nicht selten werdet ihr so Zeuge eines Mordes oder fetziger Dialoge sich streitender Anführer.

Diese sind im Übrigen ein wichtiger Bestandteil von 'Battle Realms'. So gut wie in jeder Mission werdet ihr von Kenji begleitet, der natürlich zum einen nicht sterben darf, zum anderen auch außergewöhnliche Fähigkeiten und eine hohe Kampfkraft besitzt. Dazu gesellen sich nicht selten zusätzliche Helden die teilweise unverzichtbar sind, teilweise auch ins Gras beißen dürfen, was die Mission jedoch ungemein erschweren kann. Habt ihr euch zu Beginn für einen Clan entschieden, ob nun absichtlich oder durch Zufall, erhaltet ihr von euren Mannen in der ersten "richtigen" Mission Anweisungen zum Aufbau einer Siedlung. Da dies jedoch laut Produzent Ed Castillo ('Command & Conquer' - Vater) weniger relevant ist und der Schwerpunkt eindeutig bei taktischen Kämpfen und nicht beim Basisbau liegt, hat man sich sehr schnell eingespielt und eine kleine Siedlung erschaffen.

Battle Realms
Unser Ressourcenmanagement läuft gut.

Das Ressourcenmanagement bei 'Battle Realms' unterscheidet sich auf dem ersten Blick nur unwesentlich von dem konventioneller Strategiespiele. Doch hat man einmal herausgefunden, dass die beiden Haupt-Ressourcen Reis und Wasser - ersteres wird auf Feldern, letzteres in Seen und Bächen gescheffelt - miteinander verknüpft werden können, merkt man, dass hier weitaus mehr dahintersteckt. So könnt ihr einem eurer Bauarbeiter etwa befehlen, die Reisfelder mit Wasser zu gießen, und schon kurbelt ihr das Wachstum des Korns ein wenig an. Eure Arbeiter werden übrigens nicht einfach in einem Haupthaus auf Kommando "produziert", sondern werden automatisch in kleinen Hütten geboren. Dabei ist jeder dieser Einwohner zunächst nichts weiter als ein Bauer, beziehungsweise Arbeiter, der euer Dorf ausbaut und für Nachschub sorgt. Wollt ihr eine schlagkräftige Armee aufbauen, so müsst ihr einen eurer Arbeiter "opfern" und zunächst in einen Dojo schicken. Dort wird er dann gegen Entgeld, nämlich Reis und Wasser, zum Kämpfer ausgebildet.

Insgesamt darf jeder Clan in einer Mission lediglich 30 (!!!) Einwohner unterhalten. Zum Vergleich: 'StarCraft' ist noch bis heute eines der wenigen Strategiespiele, in dem Massenschlachten in der Kampagne eine Seltenheit sind, und es hat ein Einheitenlimit von satten 200 Recken! Lässt man sich diese Zahlen einmal durch den Kopf gehen, dürfte jedem klar werden, dass in 'Battle Realms' extrem vorsichtiges und taktisch durchdachtes Vorgehen oberste Priorität hat. Es nützt nichts, einfach eine Horde von Einheiten loszuschicken und gegen eine andere kämpfen zu lassen, denn bei derartigen Aktionen gibt es nur selten einen Gewinner. Im Vorteil ist bei solcher Art von Kriegsführung immer derjenige, der die neuesten und besten Technologien erforscht hat. Damit ihr diese erforschen könnt, um zum Beispiel den Speerkämpfer eine erhöhte Kampfkraft zukommen zu lassen, müsst ihr mehr als nur Reis und Wasser besitzen, nämlich sogenannte 'Yin & Yang'-Punkte.

Battle Realms
Die ersten Speerkämpfer sind ausgebildet.

Diese dritte Ressource kann man weder ernten noch anpflanzen, ihr erhaltet sie erst durch erfolgreiche Schlachten und Kämpfe innerhalb einer Mission. Im Klartext heisst das, dass am Anfang jeder Spieler mit Nichts dasteht und absolut die gleichen Startbedingungen hat. Wer die erste Ausschreitung gewinnt, erhält jedoch die wertvollen 'Yin & Yang'-Punkte und kann somit seine Kampfkraft durch neue Technologien, etwa Feuerpfeile oder ähnliches ausbauen. Doch um dieses erste Gefecht zu gewinnen, braucht es eben einiges an Taktik. Somit ist von Anfang bis Ende ein wohlgeplantes Vorgehen Pflicht. Im Hinblick auf das Upgrade-Feature frage ich mich jedoch, warum Liquid auf das Anzeigen von Einheitenstatistiken verzichtet hat, etwa wie in dem kommenden Spiel von Blizzard - 'WarCraft III'. Dort werden neben Hitpoints auch Schaden, Verteidigung und sogar noch tiefgreifendere Dinge einer Einheit angezeigt, warum also nicht auch bei 'Battle Realms'? Dies ist sicher einer der gewichtigsten Kritikpunkte und meiner Meinung nach auch ein völlig unnötiger Mangel. Vielleicht hat sich das Team um Castillo zu sehr auf Neues konzentriert und so Bewährtes etwas in den Hintergrund gerückt.

 

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