Preview - Battlecrew: Space Pirates : Dontnod geht fremd: Shooter vom Life-is-Strange-Entwickler

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Helden-Shooter erfreuen sich spätestens seit Blizzards Overwatch großer Beliebtheit. Mit Battlecrew: Space Pirates ist Ende Januar ein 2-D-Vertreter dieses Multiplayer-Genres in die Early-Access-Phase bei Steam gegangen. Entwickelt wird der schnelle Mehrspielertitel rund um Weltraumpiraten und Gold von Dontnod Eleven, einer Tochter des Life-is-Strange-Entwicklers Dontnod Entertainment, der gerade am Action-Rollenspiel Vampyr arbeitet.

Overwatch, Battleborn, Quake Champions – Helden-Shooter gehören derzeit zu den beliebtesten Genres auf PC und Konsole. Dass es nicht immer 3-D-Grafik sein muss, zeigt Dontnod Eleven, dessen 2-D-Multiplayer-Titel Battlecrew: Space Pirates kürzlich in die Early-Access-Phase gestartet ist. Die Entwickler lassen uns in die Rolle von vier Weltraumpiraten schlüpfen, die vom Community-Hub Tortuga aus in den Weiten des Alls auf Goldjagd gehen.

Schnell und chaotisch

Für ein Early-Access-Spiel hinterlässt Battlecrew: Space Pirates bereits einen guten Eindruck. Zwar fällt der Umfang bisher noch relativ klein aus, dafür kann das Spielprinzip überzeugen – ist aber nicht frei von Macken. So fällt gutes Zusammenspielen im Team und taktisches Vorgehen in den meisten Runden dem vorherrschenden Chaos zum Opfer. Rasant rennen und springen wir über die Karten und bemerken manchmal gar nicht, dass wir gerade gestorben sind, weil die Übersicht angesichts der zahlreichen Effekte und der hohen Spielgeschwindigkeit kurzfristig verloren gegangen ist. Zum Teil liegt das auch am bisher einzigen Spielmodus Gold Rush, bei dem sich alle Spieler meist an einem Punkt sammeln.

Weit schwerwiegender als die gelegentliche Unübersichtlichkeit ist uns jedoch das Zielen mit der Waffe aufgefallen. Egal ob mit Maus und Tastatur oder mit einem Controller, die an Twin-Stick-Shooter angelehnte Zielmechanik fühlt sich nicht intuitiv an. Sorgen die Entwickler bis zur Veröffentlichung noch für etwas Feinschliff, dürfte das Anvisieren der Gegner auch bei den schnellen und chaotischen Gefechten besser gelingen.

In der Early-Access-Phase stehen bislang vier Helden, einige wenige Karten und lediglich ein Spielmodus zur Verfügung. Der Bereich für die versprochenen Team-Deathmatches auf Tortuga kann zwar bereits betreten werden, aber ein entsprechendes Spiel lässt sich noch nicht starten – und das, obwohl auf der Steam-Seite des Titels zwei Spielmodi genannt werden. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass noch während der laufenden Early-Access-Phase der Team-Deathmatch-Modus hinzugefügt wird. Schon jetzt lässt sich anhand der Erfahrungen vermuten, dass der klassische Shooter-Modus in Battlecrew: Space Pirates noch chaotischer, aber auch taktischer als Gold Rush werden dürfte.

Battlecrew Space Pirates - Early Access Launch Trailer
Battlecrew Space Pirates startet bei Steam nun in den Early Access.

Ob Dontnod Eleven neben neuen Karten und dem bereits angekündigten Team-Deathmatch-Modus noch weitere Charaktere in Planung hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Momentan sind neben zwei Fern- auch zwei Nahkämpfer vertreten. Grundsätzlich spielen sich die vier Weltraumpiraten ähnlich, weichen aber in diversen Punkten wie Schnelligkeit, Lebenspunkte, Waffen und Fähigkeiten maßgeblich voneinander ab. Dadurch ist es erforderlich, den eigenen Spielstil an den jeweiligen Helden anzupassen.

Problematische Goldjagd

Im Gold-Rush-Modus gilt es, mehr Gold als das gegnerische Team einzusammeln und in das eigene Lager zu bringen. Das begehrte Edelmetall lässt sich in Schatztruhen finden. Der Clou: Es erscheint immer nur eine Schatztruhe und erst, wenn sie vollständig geplündert wurde, taucht die nächste auf. Dadurch versammeln sich alle Spieler in einem Bereich, wodurch es zu Gefechten kommt. Schließlich muss man nicht nur Gold sammeln, sondern auch das gegnerische Team daran hindern. Das unterhält trotz des allgemeinen Chaos, verliert aber mit der Zeit seinen Reiz, da das Konzept nur wenig Abwechslung bietet und sich das Geschehen so mit der Zeit stark wiederholt.

Auf technischer Seite überzeugt der Mehrspieler-Helden-Shooter schon jetzt. Lediglich einen einzigen Verbindungsabbruch hatten wir zu beklagen. Auch die 3-D-Grafik in Retroseitenansicht weiß zu gefallen, sie passt gut zum Szenario. Die kleinen Karten sind schön und abwechslungsreich gestaltet und die vier Helden zeichnen sich durch individuelle Merkmale aus.

Fazit

Alexander Geisler - Portraitvon Alexander Geisler
Rasanter 2-D-Helden-Shooter mit Stärken und Schwächen

Battlecrew: Space Pirates hat mir bisher gefallen, schafft es aber mit nur einem Modus nicht, auf Dauer zu motivieren. Schon nach einigen Runden setzte eine leichte Ermüdung des Spielprinzips ein – so unterhaltsam die chaotische Goldjagd auch sein mag. Dennoch zeigt die noch eingeschränkte Early-Access-Version des Helden-Shooters, dass Dontnod Eleven mit etwas Feinschliff einen interessanten 2-D-Mehrspielertitel in der Mache hat. Sollten neben dem obligatorischen Team-Deathmatch noch genügend weitere Karten, Modi und eventuell Helden hinzugefügt werden, könnte Battlecrew: Space Pirates ein Genre-Geheimtipp werden.

Fraglich ist nur, ob die Entwickler die Probleme mit der Zielsteuerung in den Griff bekommen. Das entscheidet darüber, ob die Spielrunden weiterhin so chaotisch bleiben oder ob – wie in manchen Matches bereits geschehen – mehr Taktik und Teamwork erforderlich sind. Die Grundlagen für einen spaßigen Titel sind jedoch vorhanden.

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