Preview - Battlefield V : Die Closed Alpha verspricht große Veränderungen

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Die geschlossene Alpha von Battlefield V hat uns für knapp zehn Stunden zurück in den Zweiten Weltkrieg befördert. Auf der verschneiten Karte Arctic Fjord durften wir alle Klassen ausprobieren, uns an zwei Spielmodi versuchen und die Änderungen im Gameplay hautnah miterleben.

Ein Alpha ist kein Garant dafür, dass deren Elemente letztendlich auch im finalen Spiel enthalten sein werden. Sinn und Zweck eines solchen Events ist es herauszufinden, ob die umgesetzten Ideen wie erwartet funktionieren. So auch bei Battlefield V. Doch das angepeilte Ziel ist deutlich erkennbar: ein erhöhter spielerischer Anspruch, Hand in Hand mit einer spürbar verringerten Spielgeschwindigkeit.

Tempowechsel

Zu Beginn zeigt sich dieser Umstand durch zwei Veränderungen im Vergleich mit Battlefield 1. Zum einen wurde die TTK (Time to Kill), also die Zeit, die jemand benötigt, um einen gegnerischen Soldaten zu erledigen, nach unten korrigiert. Eine geringe Anzahl an Schüssen, aus der Hüfte abgefeuert, reicht aus, um Widersacher in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

Zum anderen haben Spieler, die ständig nachladen, in Battlefield V ihren größten Feind gefunden. Denn die Menge an Munition, die zum Spielstart zur Verfügung steht, wurde reduziert. Ein kurzes Gefecht, die Taste zum Feuern zu verwegen genutzt, schon steht ihr dem Gegner quasi wehrlos gegenüber. Ohne einen Support, der euch mit Nachschub versorgt, sind die Probleme vorprogrammiert. Die Notwendigkeit an unterstützenden Klassen wird dadurch massiv gefördert

Vom Nutzen eines Sanitäters

Diese neue Designphilosophie hat auch Einfluss auf die Klasse des Sanitäters. Wenn sich ein im Sterben liegender Soldat blutüberströmt auf dem Boden windet, ruft er lautstark nach einem Heiler, während sich eure Kontrolle auf eine kriechende Fortbewegung beschränkt. Das lässt sich nicht überspringen oder abbrechen. Ihr seid gezwungen, das Leiden eures Charakters mitzuerleben, was ein dickes Fell voraussetzt.

All das ist Teil des Plans der Entwickler, vorsichtige Akteure zu belohnen und das Tempo zu drosseln. Für jene unter euch, die gerne Sanitäter spielen, ist dies eine gute Nachricht. Doch es gibt eine Kehrseite der Medaille: Die Wiederbelebung des Mitspielers dauert nämlich deutlich länger als früher. Bevor er zur Reanimation ansetzt, untersucht der Arzt auf dem Schlachtfeld zunächst den Not leidenden Soldaten. Währenddessen seid ihr voll und ganz auf die Unterstützung eurer Kameraden angewiesen, die dem Feind keine Möglichkeit geben dürfen, die Prozedur zu unterbrechen beziehungsweise den Retter zu beseitigen.

Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar und sinnvoll. Die Umsetzung stößt derzeit trotzdem stellenweise an ihre Grenzen, weil sich viele Spieler noch nicht an das angepasste Tempo gewöhnt haben. Mitspieler sind oft zu unvorsichtig und nicht bereit, im Team zu arbeiten. Darunter leiden in der Alpha Spielspaß und Langzeitmotivation gleichermaßen.

Ohne Späher, ohne mich

Damit hören die Änderungen, die zu einem reduzierten Spieltempo führen sollen, aber noch lange nicht auf. Der Klasse des Spähers kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Dieser ist ab sofort im Alleingang dafür zuständig, Feinde zu markieren – entweder über Kimme und Korn oder durch Verwenden des Fernglases.

Damit er es nicht zu leicht hat, wurde die Übersichtlichkeit auf der Karte eingeschränkt. Dank bestimmter Animationen, Filter und Partikeleffekte ist es schwer geworden, in der Masse an Details die relevanten, wie etwa Soldaten in weiter Ferne, herauszufiltern.

Mehr von allem

In Sachen Umfang hat Battlefield V natürlich eine Schippe draufgelegt. Auf den ersten Blick fällt die Zerstörung der Gebäude auf. Ihr Einsturz fühlt und hört sich nicht nur wuchtiger an, sondern sieht auch realistischer aus.

Die noch recht vordefinierte Herangehensweise in Battlefield 1 weicht im Nachfolger einem dynamischeren System. Ein Panzer kann zum Beispiel mehrere Wände eines Hauses durchbrechen und richtet dabei nur dort Schaden an, wo er mit der Konstruktion kollidiert. Neben der visuellen Aufwertung sorgt dies für neue taktische Möglichkeiten.

Für die Wucht und den Einschlageffekt von Projektilen gilt dies ebenfalls. Soldaten, neben denen beispielsweise eine Rakete explodiert, werden durch die Luft geschleudert, müssen sich im Anschluss sammeln und orientieren, bevor sie wieder am Gefecht teilnehmen können.

Grand Operations in Norwergen - E3 2018 Video-Preview zu Battlefield V
Felix konnte auf der E3 2018 in L.A. bereits den neuen Grand-Operations-Modus ausführlich anzocken.

Die große Operation

Werfen wir abschließend noch einen Blick auf den neuen Spielmodus Grand Operations. Darin müssen über mehrere In-Game-Tage hinweg unterschiedliche Aufgaben erfüllt werden, um den Feind zurückzudrängen und gleichzeitig Operationspunkte einzunehmen. Der Modus überzeugt durch ein erfrischend dynamisches, flüssiges und abwechslungsreiches Spielgefühl. In jedem Moment ist der Erfolg von der Fähigkeit der Spieler abhängig, im Team vorzugehen. Denn je mehr Soldaten bei einem vorangegangenen Missionspunkt gefallen sind, umso weniger Tickets stehen am nächsten Tag zur Verfügung.

Baue, baue ...

Eine weitere Neuerung in Battlefield V stellt das Bausystem dar. Es können nun Sandsäcke, Panzersperren und ähnliche Hindernisse aufgestellt werden. Zusätzlich kann der Support eine Verteidigungsstellung zum MG-Nest ausbauen. Jeeps und Panzer sind überdies in der Lage, stationäre Geschütze zu transportieren und andernorts aufzubauen. Die taktischen Möglichkeiten, die so entstehen, ändern das Gesicht der Karte oftmals im Sekundentakt.

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