Test - Black & White : Black & White

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Für viel Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr Lionheads Erstlingswerk 'Black & White', was zwar unglaublich innovativ war, aber irgendwie nur in wenigen Punkten den Erwartungen gerecht wurde. Nun ist 'Insel der Kreaturen', das wahrscheinlich einzige Add-on in den Fachgeschäften erhältlich, bei dem es sich ausschliesslich um die Kreaturen drehen soll.

Black & White
Die Missionare auf ihrer Reise durch Eden.

Mit Spannung wurde das erste Add-on zu Lionheads 'Black & White', dem Spiel mit dem wohl grössten Hype aller Zeiten, erwartet. Nachdem die Begeisterung beim Original bei vielen Fans recht schnell verfloss und der Multiplayer-Modus bis heute noch eine halbe Katastrophe darstellt, hofften viele, teilweise enttäuschte Fans auf 'Insel der Kreaturen', das erste und mittlerweile auch einzige offizielle Add-on zu 'Black & White'. Immerhin wurde dieses nicht mehr derart durch Lionhead und vor allem die Presse gepusht, so dass bereits im Vorfeld fest stand, was da auf uns zukommen sollte.

Das Grundspiel war vielen Spielern zu langatmig und der Aufbauteil zu dominant. Der Umgang mit der eigenen Kreatur wurde zu stark vernachlässigt. Reine Einzelspieler hatten eigentlich nur in der ersten Welt ein wenig Zeit mit der Kreatur zu spielen, ohne befürchten zu müssen, dass der Computer zu starke Fortschritte macht oder ein Zeitlimit nicht eingehalten wird. Hinzu kam, dass in zwei Welten auf die Kreatur fast vollständig verzichtet werden musste. Bei 'Insel der Kreaturen' ist nun das Gegenteil der Fall: Diesmal wurde der Aufbau-Part fast vollständig gestrichen, einen Gegenspieler gibt es nicht mehr und ihr werdet alle Zeit der Welt haben, euch mit eurer Kreatur auf einem riesigen Spielplatz zu beschäftigen. Hinzu kommt ein kleines Küken namens Tyke, welches wiederum von eurer Kreatur erzogen wird, sowie etliche Minispiele, die in etwa ähnlicher Natur wie jene in 'Black & White' sind.

Die Hintergrundgeschichte
Erinnert ihr euch noch an die Missionare in der ersten Welt von 'Black & White', die mit ihrem Liedchen beinahe die Charts erstürmt hätten? Sie hatten sich auf den Weg gemacht, die Welt zu erkunden und dabei eine seltsame neue Insel entdeckt. Am Spielanfang werdet ihr als Gott durch die Vortex dorthin geschleudert und macht Bekanntschaft mit Rufus, einer von vielen Kreaturen auf dieser Insel. Er erklärt euch, was es mit der Insel auf sich hat und erzählt seine Lebensgeschichte. Wie gehabt, passiert das Ganze in Form eines nicht abbrechbaren Intros, welches auf der Spielengine basiert. Rufus verlor seinen Gott vor Ewigkeiten in einem Kampf und irrte sinnlos umher, bis er auf die Insel kam und Bekanntschaft mit einer weiteren Kreatur ohne Gott machte. Mit der Zeit wurde die Insel ein neues Zuhause für sämtliche Kreaturen, die keinem Gott mehr unterstanden.

Black & White
Eine neue, riesige Insel wartet auf euch.

Man gründete eine Bruderschaft, um die Geschlossenheit in Form eines Armbandes auch nach aussen demonstrieren zu können. Der Hauptgrund war aber, sich gemeinsam gegen Bedrohungen wie beispielsweise Ogre zu behaupten. Die Bruderschaft wuchs und für die Aufnahme wurden Quests geschaffen: Nur die Kreatur, die alle 18 verschiedenen Aufgaben bewältigt, kann in die Bruderschaft aufgenommen werden. Das war aber noch nicht alles. Alle Mitglieder der Bruderschaft haben freien Zugang zu Eve, einer weiblichen Kreatur, die quasi noch auf den richtigen Freier wartet. Bisher war noch nicht das richtige Männlein für sie dabei - aber vielleicht hat eure Kreatur ja mehr Glück?

Was gibt's zu tun?
Also beschliesst ihr euren Zögling dem Bund der Kreaturen beitreten zu lassen. Gespielt wird auf einer neuen Insel, die voller Geheimnisse steckt. Ihr startet am so genannten Dojo, wo ihr jederzeit Rufus rufen könnt, damit er euch helfen kann. Hier könnt ihr auch gegen Kreaturen kämpfen, deren Quests ihr bereits gelöst habt, oder die Kreatur komplett wechseln. Falls ihr keinen Spielstand aus dem Grundprogramm mehr besitzt, startet ihr mit einem relativ ausgewachsenen Affen, der jedoch noch nicht so ausgebildet ist, wie er sollte. Aber egal, das könnt ihr ja nachholen - ganz in Ruhe. Sehr schnell werdet ihr bemerken, dass es auf der Insel wirklich keine weiteren Götter neben euch gibt. Und so besitzen die drei Volkstämme auf der Insel auch keinen Glauben - bisher jedenfalls. Später werdet ihr diese Dörfer bekehren müssen, um an die Zauber zu gelangen, die ihr für die Lösung einiger Aufgaben benötigt.

Black & White
Rufus erklärt euch die Geschichte der Insel.

Die Vorgehensweise ist dabei wie gewohnt: Ihr könnt entweder euer Dorf weiter ausbauen oder die Kreatur schicken, um allerlei Faxen zu machen, die ihr eurem Schützling aber zunächst wieder beibringen müsst. Den eigentlichen Kernpunkt des Spieles stellen aber eindeutig die 18 Aufgaben und die Erziehung von Tyke dar. Ihr sucht auf der Karte einfach die Gegend nach goldenen Schriftrollen ab und eine Kreatur erklärt euch die Regeln. Die Aufgaben sind Wettbewerbe unterschiedlicher Art oder schlichtweg Hilfegebete. So sollt ihr eine Kuh beim Kegeln schlagen, mit einer Schildkröte um die Wette laufen, einen Affen beim Murmelspiel bezwingen oder ähnliches. Andere Aufgaben sind Felder zu giessen, Schafe einzutreiben oder einen Bären aus der Gefangenschaft zu befreien.

Sämtliche Aufgaben werden fast ausschliesslich über die Kreatur gelöst. Das bedeutet in der Praxis den entsprechenden Einsatz der Leine, mit der ihr die Kreatur wie gehabt steuern könnt. Beim Wettlauf mit der Schildkröte bestimmt ihr, wo sie hinlaufen soll. Beim Kampf gegen ein Rhino könnt ihr sagen, wo eure Kreatur hinschlagen soll und so weiter. Der grosse Unterschied gegenüber dem Grundprogramm liegt darin, dass es für diese Aufgaben nur eine lineare Lösung gibt und nicht mehr verschiedene Varianten wählbar sind. Die grossen Freiheiten des Originals gehen so ein wenig verloren. Schade ist auch, dass die Jungs von Lionhead scheinbar einen kreativen Hänger hatten. So richtig abwechslungsreiche Aufgaben, die man auch öfter spielen würde, sind kaum dabei.

Immerhin seid ihr so gezwungen, mit eurer Kreatur umzugehen und sie zu trainieren. Ein Teil der Aufgaben kann erst mit viel Übung oder Vorbereitung erledigt werden. So ist das Rhinozeros erst nach diversen Übungskämpfen zu besiegen oder die Eigenschaft des Bauens von Gebäuden kann erst erlernt werden, bevor die eigentliche Prüfung ansteht.

 

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