Test - Blair Witch Vol. 3: The Elly Kedward Tale : Blair Witch Vol. 3: The Elly Kedward Tale

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Blair Witch Vol. 3: The Elly Kedward Tale
Der Schamane ist ein guter Freund.

Der Sound ist hingegen wieder einmal voll gelungen. Die Jungs von 'Ritual Entertainment' haben hier offenbar mit viel Sorgfalt dran gefeilt. Ständig plätschert im Hintergrund, recht unauffällig aber stets hörbar, eine sich der Szenerie des Spiels anpassende Grusel-Musik. Die Musik an sich trägt schon durch ihre unheimlichen Klänge zur tollen Atmosphäre bei, ein richtiges Gänsehaut-Feeling kommt jedoch erst mit der restlichen Geräuschkulisse auf. Wölfe heulen in den Wäldern, Zweige knacken und im Wald ist es viel zu ruhig. Schritte knacken auf dem eisigen Waldboden, man wünscht sich fast man könnte schleichen um dem Unheil zu entgehen. Gegner kommen mit einem Stöhnen auf einen zu, das einem das Blut in den Adern gefrieren kann.

Keine Mühen hat man offenbar bei der Synchronisation gescheut.
Die Sprecher der verschiedenen Charaktere verdienen wirklich höchstes Lob: In kaum einem anderen Spiel gab es derart fähige Synchronsprecher zu belauschen. War es in 'Blairwitch II: Die Legende von Coffin Rock' hauptsächlich der Charakter des Spielers der wirklich beeindruckte, so sind in Teil drei wirklich alle der Sprecher top und tragen viel zum Grusel-Flair des Spiels bei. Zum gesprochenen Text können Untertitel eingeblendet werden, wobei allerdings schon mal der eine oder andere Begriff im amerikanischen Original auftaucht.

Blair Witch Vol. 3: The Elly Kedward Tale
Böse Dinge geschehen im Haus der Elly Kedward.

Wo gehobelt wird da fallen auch Späne, so auch hier. Blair und der düstere Wild beherbergen eine kleine Armee an Monstern. Derer muss man sich natürlich als gestandener Hexenjäger mit Befreiungsplänen erwehren, wäre ja noch schöner wenn die dreiste Brut das kleine Städtchen vereinnahmt. Dazu bedient sich Jonathan Prye einiger Schiessprügel und anderer Mordinstrumente: Hat man zu Beginn des Spiels, wie schon erwähnt, gerade mal eine abgesägte Schrotflinte und eine Art Hammer zur Verteidigung parat, so gesellen sich im weiteren Verlauf noch ein Würfel der die Gegner kurzzeitig einfriert, eine heilige Reliquie die den Gegner verbrennt und ein waschechte Jagdbüchse sowie eine Schamanenwaffe hinzu. Wer nicht gerne kämpft und stattdessen lieber die Story in Ruhe geniessen will der sei beruhigt, denn den meisten Kämpfen kann man bequem aus dem Weg gehen, die Gegner sind viel zu langsam für Jonathan. Am häufigsten hat es der Hexenjäger mit Zombies oder Höllenhunden und dergleichen untoten Gesocks zu tun, die sich allerdings wegen ihrer beschränkten Intelligenz leicht zur Aufgabe überreden lassen. Ab und an muss er allerdings auch gegen Zwischengegner ran, diese sind dann schon eine härtere Nuss, an diesen Stellen des Spiels ist ein Kampf unausweichlich. Übrigens ist 'Blairwitch III: Die Edward Kelly Sage' nicht gerade zimperlich was die Gewaltdarstellung anbetrifft. Den meisten Gegnern kann man diverse Körperteile abtrennen oder sie ganz in ihre Einzelteile zerlegen, Blut spritzt dabei reichlich.

Blair Witch Vol. 3: The Elly Kedward Tale
Ein weiteres Kind konnten wir vor dem Bösen retten.

Im Verlauf eurer Ermittlungen müsst ihr jede Menge Gespräche führen, nur so erfährt man mehr über die Hintergründe und die Geschichte des Ortes. Anfangs versuchen euch Priester und Friedensrichter weis zu machen Elly Kedward stecke hinter alldem, aber schon bald macht ihr eine wichtige Entdeckung bei der ihr unter anderem zum legendären 'Coffin Rock' zurückkehrt und erkennt das es wesentlich mehr zu entdecken gibt als es, oberflächlich betrachtet, scheint. Die Gespräche werden in Zwischensequenzen dargestellt, Einfluss auf deren Verlauf habt ihr aber nicht. Vielmehr bringen euch diverse 'Botendienste' in den Genuss von weiteren Informationen. Beispielsweise unterhält sich der Priester nur weiter mit euch wenn ihr ihm eine Reliquie vom Friedhof beschafft. Dort warten dann auch gleich die sehr lebendigen toten Bewohner des Friedhofs die besagtes Artefakt leider nicht rausrücken wollen.

Derlei gestrickte Quests gibt es viele, nach den meisten erledigten Aufgaben bekommt ihr ein gutes Stück Informationen sowie einen Gegenstand, den es an anderer Stelle wieder einzusetzen gilt. Gleichzeitig bringt es euch auch spieltechnisch immer einen Abschnitt weiter. Diese recht deutliche Unterteilung in Abschnitte bewahrt 'Blairwitch III' davor, zu sehr ins Adventure-Genre abzurutschen, so bleibt alles sehr übersichtlich.

Blair Witch Vol. 3: The Elly Kedward Tale
Ein Beispiel für die schaurig schöne Grafik.

Wichtige Aufzeichnungen hält Mr. Prye vorsichtigerweise in einem Notizblock fest, so kann man die Geschichte und den Inhalt der Gespräche noch einmal nachlesen. Zudem zeichnet er sich genialer Weise auch immer gleich das nächste Etappenziel in seinen Notizblock, Verwirrung ist somit ausgeschlossen.

Einen Grossteil des Spiels läuft man auf der Suche nach Informationen durch den Wald von Blair der einem Labyrinth gleicht. Da die Kamera auch hier ständig die Position wechselt kann schon mal die Übersicht flöten gehen, doch auch dafür haben die Entwickler eine Lösung: Eine Automap zeichnet die wichtigsten Handlungsorte automatisch ein, so dass man den richtigen Weg leicht finden kann.

In 'Blairwitch II' konnte man in Vergangenheit und Gegenwart spielen, in Teil III dürft ihr nun drei Welten bereisen um die Kinder und euch selbst zu retten und das Geheimnis um Elly Kedward aufzuklären. Der Sinn eurer Unternehmungen wird dabei spannend in den bereits angesprochenen, fast nie langweiligen Dialogen weitergesponnen oder in kurzen Zwischensequenzen dargestellt.

 

Fazit

von Daedalus .
Seit dem ersten Teil hat sich die 'Blair Witch'-Reihe konsequent verbessert. In Blair Witch Vol. III: Die Elly Kedward Sage' ist nun alles enthalten was ich mir für ein gutes Action Adventure wünsche. Angefangen bei der genialen Story und dem Flair des 'Blair Witch'-Kults über die brillanten Synchronsprecher bis hin zur Grafik wirkt 'Blair Witch Vol. III' wie maßgeschneidert für Gruselfans. Ritual Entertainment hat es trotz alledem nicht geschafft die Steuerung hinzubekommen. Ich verstehe einfach nicht wieso daran nichts verbessert wurde, zumal der Kritikpunkt schon bei 'Nocturne' bestand. So kommt mir langsam der Verdacht man hat hier mit einer werbeträchtigen Lizenz und einer fertigen Engine versucht auf Kundenfang zu gehen. Dass die 'Blairwitch'-Reihe trotzdem kein Reinfall ist, ist wohl den erfahrenen Entwicklerteams zu verdanken, die wirklich, und ganz besonders im dritten Teil, alles aus der Engine herausholen was machbar ist. Auch nervt mich die tumbe Gegner KI, den Kämpfen wird damit die Spannung genommen, angesichts der unpräzisen Steuerung allerdings ein verschmerzbarer Kritikpunkt. Wer Action-Adventures und eine schöne, intelligent erzählte Story bevorzugt, anstatt sich wild ballernd durch Gegnerhorden zu mähen, sollte zugreifen. Das gilt eigentlich für jeden Teil der Serie, Teil drei ist für mich persönlich der Beste und ausgewogenste.  

Wertung

  • PC
    84
    %

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