Test - Blazing Angels: Squadrons of WWII : Blazing Angels: Squadrons of WWII

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Dank des sanft ansteigenden Schwierigkeitsgrades sind auch Neulinge nicht überfordert, erfahrene Spieler versuchen dagegen, mit möglichst guten Ergebnissen diverse kleinere Extras, wie Auszeichnungen oder Flugzeuge, freizuspielen. Aber auch das sonstige Spiel macht es euch nicht sonderlich schwer, schließlich will ’Blazing Angels’ keine ernst zu nehmende Flug-Simulation sein. Stattdessen steht Actionspaß pur an erster Stelle. Ihr habt euer Flugzeug innerhalb von Sekunden im Griff und fliegt gekonnt durch die Lüfte – ein Gamepad vorausgesetzt. Mit dem linken Analog-Stick steuert ihr dann in alle Richtungen, mit dem rechten Stick gebt ihr Gas oder bremst ab. Insgesamt ist die Steuerung sehr gut geglückt – das Flugzeug lässt sich gefühlvoll kontrollieren und auch das exakte Spiel von schnellem und langsamem Flug klappt gut. Das ist auch wichtig, da die feindlichen Flieger sich sehr wendig bewegen und die Luftduelle einiges an Fingerspitzengefühl erfordern. Anders sieht es da schon mit Maus und Tastatur aus, da sich die Flieger dann etwas hakeliger steuern. Dazu weiter unten mehr. Etwas Taktik kommt überdies durch die Wingmen hinzu: Über das Digi-Kreuz lasst ihr eure Kameraden angreifen, sich defensiv verhalten oder einen Spezialtrick nutzen: So wird euer Flugzeug mittels Tastenkombination repariert, ein besonders nerviger Feind wird gezielt angegriffen oder ein Flieger-Kumpel kommt euch kurzzeitig zur Hilfe, wenn euch ein Feind am Heck klebt.

Motoraussetzer

Neben der Einzelspieler-Kampagne bietet ’Blazing Angels’ noch einen Mehrspieler-Modus sowie drei Singleplayer-Modi, in denen ihr euch rasch in einen Flugeinsatz eurer Wahl stürzen könnt. Vor allem der Mehrspieler-Part hat es durchaus in sich: Bis zu 16 Spieler treten via LAN oder Internet gegen- bzw. miteinander an. Ihr könnt zum einen die bekannten Missionen im Koop-Modus gemeinsam mit drei weiteren Spielern bestreiten, zum anderen warten vielerlei Mehrspieler-Modi auf euch: Mit Spielvarianten wie ’Solo’, ’Team’, ’Staffel’, ’Suchen und Vernichten’, ’Fuchsjagd’, ’Bombardement’, ’Basis erobern’ oder ’Luftkampf’ stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung, die sich an beliebten Multiplayer-Arten orientieren. Vor allem online macht der Titel richtig Spaß, auch wenn nicht ganz die Klasse eines ’Crimson Skies’ erreicht wird, was nicht zuletzt an den spielerisch wenig abwechslungsreichen Maps liegt. Weiterhin ist es sehr schade, dass während unserer Testsessions kaum Online-Spieler anzutreffen waren.

Ebenfalls in die Kategorie ’Schade’ gehören einige technische Aspekte des Spiels. Denn hier haben die Entwickler einiges Potenzial verschenkt. ’Blazing Angels’ sieht zwar ganz gut aus und besticht durch eine tolle Atmosphäre – ein richtiger NextGen-Eindruck wird aber nicht vermittelt. Während die verschiedenen Flugzeuge ganz gut aussehen und auch mit Effekten, wie Rauch, Bluring, Feuer, partikelreichen Explosionen und animiertem Wasser, nicht gegeizt wird, hinterlassen die Levels einen durchwachsenen Eindruck. Einige Szenarien, wie etwa London oder Pearl Harbor, sehen toll aus, andere Gebiete hingegen enttäuschen mit enorm detailarmem Boden und matschigen Texturen. Weniger zu bemängeln gibt es beim Sound: Die Soundeffekte klingen ordentlich, die Surround-Abmischung stimmt, der heroische Soundtrack passt ganz gut zum WWII-Geschehen und die englischen Sprecher erledigen recht motiviert ihre Arbeit.

Und der PC?

Inhaltlich sind die Xbox-360- und die PC-Version identisch, dennoch gibt es einige Unterschiede. Das fängt bereits bei der Steuerung an, da diese mit Maus und Tastatur nicht halb so zugänglich und komfortabel ist wie mit einem Gamepad. Wer ein solches hat, sollte es unbedingt benutzen, da es sich auf diese Art deutlich lockerer fliegen lässt. Auch am PC erwarten euch zahlreiche Online-Modi, doch kam es bei unserem Testlauf oftmals zu Verbindungsabbrüchen und unschönen Lags. Allgemein war die entsprechende Lobby meist recht spärlich gefüllt. Optisch steht die PC-Variante der Konsolenversion in nichts nach – im Gegenteil. Entsprechende Hardware vorausgesetzt, erlebt ihr ein ruckelfreies Flugvergnügen in hohen Auflösungen und mit edler Kantenglättung. Wer ein Surroundsystem besitzt, kommt ebenfalls voll auf seine Kosten, die Kampfkulisse über den Wolken lässt kaum noch Wünsche offen.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Als Fan des Actionflug-Genres habe ich mich sehr auf ’Blazing Angels’ gefreut und wurde vom finalen Produkt auch ganz gut unterhalten. Die Luftkämpfe machen Spaß, der Umfang geht in Ordnung, die Steuerung ist sehr gut gelungen und die WWII-Atmosphäre wird nicht zuletzt auch durch die stimmige audiovisuelle Inszenierung überzeugend vermittelt. Trotzdem stellte sich bei mir keine Begeisterung ein – es fehlt einfach der letzte Kick im Spieldesign. Irgendwie ist der für einen simplen Action-Titel benötigte Nervenkitzel nicht so ganz vorhanden, während es für eine etwas anspruchsvollere Flug-Ballerei an Spieltiefe fehlt. Auf dem PC gibt es glücklicherweise keine Probleme mit der Performance, lediglich die Onlineverbindung macht manchmal Zicken. Wer unkomplizierte Ballereien hoch in der Luft mag und sich vielleicht auch mal im Multiplayer austoben möchte, kann aber ruhig zu ’Blazing Angels’ greifen, denn schlecht ist der Titel bei weitem nicht.

Überblick

Pro

  • sehr gute und unkomplizierte Steuerung (Gamepad)
  • tolle Atmosphäre
  • ordentlicher Umfang im Singleplayer- und Multiplayer-Part

Contra

  • wenig Nervenkitzel oder Spieltiefe
  • teils matschige Texturen
  • keine Story

Wertung

  • PC
    75
    %

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