Preview - Blitzkrieg 3 : Zurück zum Glück?

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Zehn Jahre liegen zwischen dem letzten Serienteil Blitzkrieg 2 und dem neuesten Ableger der Echtzeitstrategiereihe. Wer große Innovation und Weiterentwicklung erwartet, der liegt vollkommen falsch. Entwickler Nival will mit alten Tugenden glänzen und versucht, ein Alternativprogramm zu heutigen Klickfesttiteln zu bieten, und geht zudem einen neuen Weg für den Multiplayer-Part. Wir durften bereits Krieg spielen und haben uns eine Vorschauversion angesehen.

Wird man in die ersten Minuten der Einzelspielerkampagne von Blitzkrieg 3 geworfen, fühlt man sich als Serienveteran direkt heimisch. Ihr schlüpft in drei verschiedenen Kampagnen in die Rolle der Alliierten, der UdSSR sowie der Achsenmächte und erfüllt Missionen. Dabei werdet ihr an Schauplätze geführt, die nicht bereits von Spielen behandelt wurden, aber thematisch ebenfalls im Zweiten Weltkrieg angesiedelt sind. So verschlägt es euch unter anderem nach Rom und Paris, während Ereignisse wie der D-Day oder Stalingrad links liegen gelassen werden.

Jede Kampagne soll sieben bis acht verschiedene Missionen umfassen, die jeweils rund dreißig Minuten dauern sollen. Innerhalb der Missionen startet ihr meist mit wenigen Einheiten, die mit dem Spielfortschritt immer weiter wachsen. So soll vor allem für Neueinsteiger ein flüssiger Start gewährleistet werden. Gerade denen sollte auch der generelle Spielablauf entgegenkommen: Blitzkrieg 3 verzichtet zu großen Teilen auf ein detailliertes Mikromanagement und legt seinen Fokus ganz klar auf Taktik und Vorausschau. So erinnert Blitzkrieg stark an die klassischen Strategiespiele der Jahrtausendwende und setzt nicht wie seine Kollegen auf Elemente wie Rollenspieleinflüsse oder Klickorgien.

In der Ruhe liegt die Kraft

Ihr konzentriert euch in der Kampagne größtenteils auf eure Einheiten und stürmt zu spezifischen Punkten, um diese einzunehmen. Euch erwartet weder Basisaufbau noch müsst ihr euch um Ressourcen oder ähnliche Faktoren kümmern. In jeder Mission gibt es ein Hauptziel, das von euren Einheiten eingenommen werden muss, sowie noch einige Nebenziele, die euch mit Verstärkungen oder Truppenboni versorgen können. Die Missionen sind untereinander durch eine Story verknüpft, auf die wir an dieser Stelle noch nicht eingehen können.

Die Kampagne wirkt durch die Missionslänge kurzweilig und hinterließ einen soliden Eindruck. Es bleibt abzuwarten, wie abwechslungsreich das Missionsdesign ausfallen wird. Bisher bestand das Repertoire aus Infiltrations- und Eroberungsmissionen. Durch die übersichtlichen Aktionsmöglichkeiten der einzelnen Truppen sollten vor allem Anfänger Spaß an der Kampagne finden, da sie nicht von zig Möglichkeiten erschlagen werden.

Herzstück Multiplayer-Modus

Der Multiplayer von Blitzkrieg 3 soll das Herzstück des Spiels werden und geht eigene Wege. Während für die Solokampagne ein Aufpreis erforderlich sein wird, kommt der Multiplayer-Modus als Free-to-play-Titel daher. Zudem werden die PvP-Partien nicht in Echtzeit abgehandelt, sondern asynchron stattfinden. Dadurch sollen vor allem solche Spieler auf ihre Kosten kommen, die keine vier Stunden oder mehr für eine Echtzeitrunde wie in den Vorgängern zur Verfügung haben.

Korrektur (11. Februar 2015)

Der Publisher hat uns darauf hingewiesen, dass das mit dem Free-to-play des Multiplayer-Modus nur eine Möglichkeit ist, über die nachgedacht wird beziehungsweise wurde. Der aktuelle Plan sieht vor, dass der Multiplayer-Modus zusammen mit der Solokampagne normal verkauft wird.

Ihr bezieht im Multiplayer-Modus eine Basis, in der ihr gegen Ressourcen verschiedene Fabriken und Werkstätten bauen könnt. Dort lassen sich neue Einheiten ausbilden, Waffen und Panzer herstellen oder verwundete Einheiten heilen. Eure Hauptaufgabe besteht darin, eure eigene Basis vor fremden Angriffen zu schützen. Dafür platziert ihr Einheiten um eure Basis herum und gebt ihnen Befehle, wie sie sich im Falle eines gegnerischen Angriffs verhalten sollen. Die Fülle an Möglichkeiten ist groß. Ihr könnt beispielsweise Panzer Patrouille fahren lassen oder Truppen für Überraschungsmomente in Gebüschen verstecken.

Andere Spieler haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, eure Basis anzugreifen. Je nachdem, welche Befehle ihr euren Truppen gegeben habt, werden sie versuchen, den Angriff aufzuhalten. Aktiv eingreifen dürft ihr nicht. Sollte ein Gegner eure Basis einnehmen, verliert ihr wichtige Ressourcen. Eine wirkliche Niederlage gibt es jedoch nicht. Im schlimmsten Fall verliert ihr all eure Ressourcen. Dies hat aber nur den Effekt, dass ihr keine neuen Truppen mehr ausbilden könnt. Eine Grundausstattung an Soldaten bleibt immer übrig.

Die RTS-Überbleibsel

In der Rolle des Angreifers ist eure aktive Teilnahme gefragt. Ihr startet mit einer von euch ausgewählten Menge an Einheiten und greift die gegnerische Basis an. Wie in einem klassischen Echtzeitstrategiespiel reagiert ihr auf die computergesteuerten Truppen eures Gegners und versucht, ihn innerhalb eines Zeitlimits zu besiegen. Sollte euch das gelingen, erhaltet ihr seine Ressourcen. Pro Angriff ist mit rund zehn Minuten Spielzeit zu rechnen.

Wie die Free-to-play-Politik in Blitzkrieg 3 genau aussieht, wurde uns noch nicht verraten. Wer für die Premiumversion mit Einzelspielerkampagne bezahlt, soll auch Vorteile im Multiplayer erhalten. So lassen sich spezielle Einheiten für den Multiplayer-Modus ausschließlich in der Kampagne freischalten. Ferner sollen auch Multiplikatoren erworben werden können, mit denen ihr leichter Ressourcen gewinnt. Mehr Informationen gibt es dazu aber noch nicht.

Vielversprechend ist die geplante Integration des Steam-Workshops und eines Editors. So soll die Community aktiv eigene Inhalte für Blitzkrieg erstellen dürfen und das Angebot an Einheiten, Fahrzeugen und Missionen erweitern. Download-Inhalte sind ebenfalls in Planung, Details dürfen wir aber noch nicht verraten.

Fazit

Robin Rottmann - Portraitvon Robin Rottmann
Einen Versuch ist es Wert

Die Singleplayer-Kampagne macht einen soliden Eindruck und weiß vor allem durch die leichte Zugänglichkeit zu begeistern. Die einfache Handhabung der Truppen und die überschaubaren Aktionsräume bieten einen frustfreien Einstieg ganz ohne großes Fragezeichen im Gesicht. Hier bleibt abzuwarten, wie abwechslungsreich das Missionsdesign ausfallen wird.

Als Spieler, der nur begrenzt Zeit für sein Hobby hat, kommt mir die Idee von kurzen Multiplayer-Runden sehr entgegen. Ob dieser asynchrone Multiplayer-Modus aber länger als zwei Abende begeistern kann, ist die große Frage. Der Free-to-play-Ansatz, den Entwickler Nival hier verfolgt, ist interessant (Anm. d. Chefred.: Bitte zu diesem Punkt die obenstehende Korrektur beachten), jedoch bleibt bei mir die Angst vor einer deftigen Paywall bestehen. Denn ich möchte ungern mit einer großen Menge an Zeit bezahlen, um kostenlos bei Blitzkrieg 3 mitzuspielen – und vor allem mitzuhalten.

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