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Test - Cabela's Dangerous Hunts 2011 : Lightgun-Jagd

  • PS3
  • X360
  • Wii
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Wir gehen auf die Jagd. Ungeachtet der saisonalen Restriktionen nehmen wir in Cabela's Dangerous Hunts 2011 die Fauna mehrerer Kontinente aufs Korn. Das Spiel versteht sich als Jagdsimulation und verspricht den ultimativen Überlebenskampf. Wir haben unser Gewehr durchgeladen und der animalischen Gefahr ins Auge geschaut.

Behutsam setzen wir einen Schritt vor den anderen, kauern uns hin, beobachten, warten. Ein Ast knackt unter unseren Stiefeln; das Laub raschelt. Obwohl wir die Vögel zwitschern und den Wind säuseln hören, ist es still hier draußen im Wald Nordamerikas. Plötzlich vernehmen wir ein Scharren. Vermutlich von einem Huftier. Da! Ein Hirsch grast im Schatten der Bäume. Wir nehmen das Gewehr von der Schulter, lugen durch die Linse und halten den Atem an. Wir zählen unseren Herzschlag - bei drei feuern wir. Volltreffer! Jubelnd springt unser Bruder aus dem Unterholz, der Vater überreicht uns gratulierend das noch warme Hirschherz.

Jäger und Gejagter

Zugegeben, spannend ist das nicht. Während der zwölf Story-Missionen übernehmt ihr die Rolle von Cole Rainsford, der in die Jägerfußstapfen seines Vaters tritt. Nach einigen Zielübungen geht es direkt ans Eingemachte. Eure Reise führt euch von den feuchten Wäldern Nordamerikas bis in die staubtrockenen Savannen von Afrika. Demnach erlegt ihr nicht nur heimische Wildschweine und Wölfe, Hirsche und Rehe, sondern eine Vielzahl der unterschiedlichsten Tierarten. Darunter etwa Schlangen, Krokodile, Raubkatzen und Aasgeier.

Je nachdem, welches Tier euch vor die Flinte kommt, müsst ihr euch für eine von drei Waffen entscheiden. Das Gewehr beispielsweise ist ideal für große Distanzen, fasst aber nur drei Patronen. Der Colt hingegen spuckt fünf Bleiladungen aus, ist unter allen Schießeisen aber das schwächste. Einen Gepard mag man damit noch erlegen, beim widerspenstigen Schuppenkleid eines Sumpfkrokodils sieht das schon anders aus.

Ist nur ein Kratzer!

Denn die Jagd ist nicht immer eine geruhsame. Die Schusswechsel arten nicht selten in Hektik aus, weil euch die Tiere von allen Seiten attackieren. Vor allem Raubkatzen und Wölfe, aber auch die gelegentlichen Endgegner sind jedes Mal eine besondere Herausforderung. Einen einstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt es zwar nicht, der lineare Weg ist aber stets mit reichlich Heilpäckchen und Munitionskisten gepflastert. Nur die spärlich gesetzten Speicherpunkte sorgen hin und wieder für Frustmomente.

Obschon man dem Spiel zugutehalten muss, dass es überhaupt eine Geschichte erzählt - und das sogar mit durchweg überzeugenden Synchronsprechern -, entbehrt diese jeglicher Motivation. Ab und zu stolpert ihr über Tagebucheinträge und Videosequenzen, die Mühe der Inszenierung verliert sich aber zunehmend. Das wird auch bei den Aufgaben deutlich: Auf der Suche nach einem Funkgerät irrt ihr Ewigkeiten durch den Morast. Derweil haltet ihr Ausschau nach etwaigen Nebenzielen, lest spuren mit eurem Jagdinstinkt und sammelt Erfahrungspunkte unter anderem durch Abschüsse.

Ladehemmung

Dadurch schaltet ihr neue Schießstände frei. Diese Minilevels könnt ihr wahlweise allein, zu zweit oder gar abwechselnd mit drei Freunden angehen. Hier ballert ihr in über 28 Stationen auf zahlreiche Tiere, ergattert Punkte und Extras, um schließlich den Highscore zu knacken. Das gleicht eher einer Jahrmarktschießbude denn einer Jagdsimulation, der Arcade-Modus überzeugt aber weit mehr als sein Story-Pendant.

Cabela's Dangerous Hunts 2011 wird zusammen mit einem klobigen Plastikgewehr verkauft. Theoretisch hat das Sinn. In der Praxis scheitert es aber schon an der Kalibrierung; das Zielen und Navigieren ist eine Qual. Zwar lässt sich das Abenteuer auch mit einem herkömmlichen Controller steuern, doch man merkt schnell, dass die Spielmechanik allein für das Gewehr konzipiert wurde. Am besten haben in unserem Test die Move- und die Wii-Steuerung funktioniert. Für Xbox-360-Jäger ist das jedoch kein Trost.

Fazit

Mirco Kämpfer - Portraitvon Mirco Kämpfer
Cabela’s Dangerous Hunts 2011 bietet eigentlich alles, was einen aufregenden Jagdausflug ausmacht: abwechslungsreiche Schauplätze, verschiedene Waffen und allerhand herumstreunendes Wild. Doch das Spiel vergeigt es bei der Zielsteuerung und damit just bei der Essenz eines Shooters. Auch der Jagdinstinkt scheint uns schleierhaft. Ein Jäger sollte sich doch seiner Beute anpassen und mit der Natur verschmelzen. Dass wir mit der Röntgensicht Gefahren bereits durch meterdicke Felswände ausmachen, führt das aufs behutsame Schleichen ausgelegte Spielprinzip ad absurdum. Wer jedoch eine Sony-Move-Einheit sein Eigen nennt und kein Problem mit dem Erschießen von Tieren hat, findet vielleicht an den Schießständen etwas Spaß. Für mehr als gelegentliche Jagdausflüge taugt das Spiel aber nicht.

Überblick

Pro

  • abwechslungsreiche Schauplätze
  • gelungene Mischung aus Schleichen und Schießen
  • spaßige Highscore-Jagd im Arcade-Modus
  • viele verschiedene Tiere

Contra

  • Gewehrsteuerung sehr störrisch
  • oft unklare Ziele
  • verwirrende und lineare Levelarchitektur
  • Tastenbelegung suboptimal
  • kaum Motivationselemente

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