Test - Call of Duty 2 : Call of Duty 2

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Das Angebot an Maps ist ordentlich, wobei schnell deutlich wird, dass unter 16-20 Spielern wenig Freude aufkommt, und orientiert sich im Wesentlichen an den Locations aus dem Einzelspieler-Modus. Anfänger seien gewarnt, dass der Multiplayer-Modus schon ein bisschen Einarbeitung erfordert, zum einen um die umfangreichen Maps kennen zu lernen, zum anderen weil die Gefechte sich dort doch sehr von denen des Einzelspieler-Modus unterscheiden. Klassen wie in einigen ähnlichen Spielen gibt es nicht, ihr könnt lediglich eure Seite und die Waffe wählen, bevor ihr euch ins Getümmel stürzt. Insgesamt bietet der Multiplayer-Modus wenig Überraschungen, ist aber eine gelungene Ergänzung, zumal es an Servern nicht mangelt und auch schon erste kleinere Mods verfügbar sind.

Visuelles Feuerwerk

Bleibt zum Schluss noch die visuelle Umsetzung, und auch hier wird hohes Niveau geboten. Die Grafik kann sich allemal sehen lassen und muss den Vergleich mit anderen aktuellen Top-Engines nicht scheuen, auch wenn der Stil etwas anders ist. Sowohl die Models als auch die Animationen sind realistisch, die Umgebungen glaubwürdig und detailreich. Sehr schön sind die exzellent umgesetzten Effekte, allen voran die fulminanten Rauch-Effekte und Explosionen. Da jederzeit etwas auf dem Bildschirm los ist und wahre Massenschlachten geboten werden, ist die Atmosphäre des Spieles nahezu beängstigen realistisch, zum Beispiel wenn ein Gegner verwundet versucht in Deckung zu robben und einer eurer Kameraden ihm den Gnadenschuss verpasst. Dabei verzichtet 'CoD 2' komplett auf Splatter-Effekte und bietet lediglich kleine Blutwolken beim Einschuss sowie eine ordentliches Ragdoll-Physik. Die Performance geht insgesamt in Ordnung, lediglich bei starkem Auftreten von Effekten, speziell Rauch, gibt es sporadische Einbrüche. Zwischensequenzen gibt es natürlich auch, wobei selbige vor allem aus mit Kommentaren unterlegten Realfilm-Szenen bestehen.

Aber auch ohne diese bricht einem mehr als einmal der blanke Schweiß aus, denn das Geschehen auf dem Bildschirm wird ungemein intensiv umgesetzt und wirkt mitunter erschreckend realistisch. Dazu trägt auch die sehr gute Soundkulisse bei, die neben satten Waffensounds und heroisch-dezenter Musikuntermalung auch sehr effektive Sprachausgabe bietet. Permanent brüllen sich eure Kameraden wie auch die Gegner Warnungen und Befehle zu und die Todesschreie jagen einem schon den einen oder anderen Schauer über den Rücken. Die deutsche Lokalisierung ist dabei erfreulich gut gelungen, einziges Manko ist, dass sich einige Sequenzen häufig wiederholen und nicht immer zur jeweiligen Situation passen.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Dass 'Call of Duty' mittlerweile den härtesten Konkurrenten, nämlich 'Medal of Honor', sehr alt aussehen lässt, ist keine Neuigkeit mehr. Auch in 'CoD 2' schafft Infinity Ward es, sich nochmals zu steigern und einen durch die Bank gelungenen WW2-Shooter abzuliefern. Selbst Spieler, denen das Szenario langsam zum Hals raushängt, müssen neidlos anerkennen, dass man nicht viel besser machen kann, zumal die Entwickler im Hinblick auf die Intensität nochmals zugelegt haben. Da fällt es kaum ins Gewicht, dass im Grunde nicht viel Neues geboten wird und der Zweite Weltkrieg spielerisch mittlerweile ziemlich ausgelutscht ist. Für Action-Fans ist diese Vollbedienung jedenfalls ein Pflichtkauf.

Überblick

Pro

  • sehr gute KI
  • extrem spannend und atmosphärisch
  • faires Speicher-System
  • tolle grafische Umsetzung
  • klasse Sound
  • unglaublich intensiv

Contra

  • häufige Wiederholungen bei der Sprachausgabe
  • Performance-Einbrüche
  • nicht wirklich viel Neues
  • ziemlich kurze Spielzeit

Wertung

  • PC
    87
    %

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