Test - Call of Duty 2 : Call of Duty 2

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Stalingrad 1942, -20°, die Frisur hält – muss ja, der Stahlhelm lässt wenig Raum für Freiheiten. Eine kurze Grundausbildung in der Handhabung von Waffen und Granaten und schon geht es ans Eingemachte, denn die bösen Deutschen sind im Anmarsch auf Stalingrad, was wir uns als junger und patriotischer Russe natürlich nicht gefallen lassen. Doch das ist nur der Auftakt für einen weiteren spektakulären WW2-Shooter aus dem Hause Infinity Ward, das die Herzen der frisch gebackenen Xbox-360-Besitzer erobern will.

Krieg an drei Fronten

Natürlich treibt ihr nicht nur im frostigen Russland euer Unwesen, sondern bekommt einiges an Abwechslung geboten. Insgesamt warten drei Kampagnen auf euch, jeweils bestückt mit neun Missionen, die thematisch in Dreierblöcken zusammengefasst werden. In der Russland-Kampagne werft ihr euch als junger Rekrut dem Ansturm der Deutschen entgegen, stellt Kommunikationslinien wieder her und erobert wichtige Stadtteile zurück. Als Brite kämpft ihr euch durch die Wüste im Rahmen der El-Alamein-Kampagne und erlebt heftige Straßenschlachten, staubige Schützengräben und heiße Panzergefechte. Und natürlich fehlt auch die Normandie am D-Day nicht, wo ihr als US-Soldat die Klippen erstürmt und in Dörfern gegen die Besatzer angeht. Da fragt man sich schon, ob der Zweite Weltkrieg nur auf diesen drei Schauplätzen stattgefunden hat, die von fast jedem Genre-Vertreter immer und immer wieder aufgegriffen werden.

Wie gewohnt erhaltet ihr eure Aufgaben in den einzelnen Missionsblöcken mehr oder minder on-the-fly, sprich, ein Vorgesetzter sagt euch, was als Nächstes zu tun ist. Obwohl die Kriegs-Locations schon x-mal in anderen Spielen zum Tragen gekommen sind, wird durchaus Abwechslung geboten. Mal müsst ihr Telefonleitungen reparieren, mal Bunker erstürmen, mal wichtige strategische Punkte verteidigen oder erobern. Ein Marker auf dem Radar zeigt euch jederzeit, wo ihr hin müsst, ein Druck auf die Start-Taste, was aktuell zu erledigen ist. Was sich 'Call of Duty 2' wieder einmal vorwerfen lassen muss, ist, dass es erneut keinen echten Handlungsfluss gibt, sondern prinzipiell einfach nur bestimmte Szenarien aus dem Zweiten Weltkrieg mehr oder minder zusammenhanglos nachempfunden werden. Eure eigene Spielfigur bleibt ebenso wie eure Kameraden charakter- und gesichtslos. Zudem sind die Kampagnen nicht gerade lang, bereits nach etwa acht Stunden ist das Ende erreicht.

Massenschlachten mit Grips

Wie schon beim Vorgänger werden hier nicht kleine Einzelaktionen geboten, sondern fulminante Massenschlachten, die mit viel Liebe zum Detail und immenser Schlachtfeld-Intensität umgesetzt werden. Jederzeit stehen euch KI-Kameraden zur Seite, die als Kanonenfutter dienen und nahtlos ersetzt werden, was mitunter etwas unglaubwürdig wirkt. Dafür stellen sich eure Genossen recht geschickt an, bieten annehmbare Feuerkraft und benehmen sich insgesamt nicht allzu dämlich – sie sind eine echte Hilfe. Überhaupt ist die KI einer der Pluspunkte des Spieles.

Die Gegner machen euch das Leben alles andere als leicht, suchen und nutzen Deckung oder stürmen gnadenlos und verhalten sich insgesamt sehr realistisch. Es ist teilweise erschreckend, wie gut die Gegner vor allem den Einsatz von Granaten nutzen, selten bin ich in einem Shooter so oft an Granaten gestorben wie in 'Call of Duty 2'. Überhaupt wurde den Granaten deutlich mehr Bedeutung zugesprochen als in anderen Vertretern des Genres, was aber durchaus auch der Realität entspricht und dem Spieler ebenso taktische Möglichkeiten bietet. Wilde Rush-Aktionen sind eh nicht an der Tagesordnung, meist geht es darum, akkurat die Deckung zu nutzen und die Gegner mit gezieltem Feuer und Granaten aus der Reserve zu locken.

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