Test - Canis Canem Edit : Canis Canem Edit

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Den Titel hat der Hund gefressen. Rockstars 'Bully' erscheint in Europa unter dem weniger kontroversen Titel 'Canis Canem Edit'. Dass sich das Spiel gar nicht vor Herrn Beckstein zu verstecken braucht, zeigt unser umfangreicher Testbericht.

Die Elite von morgen!

Denn wer eine brutale Schulhof-Simulation hinter Rockstars neustem Streich vermutet, wird schon in den ersten Spielminuten überrascht. Zwar schlüpft man in 'Canis Canem Edit' in die Rolle des Problemkinds Jimmy Hopkins, der sich auch schon mal mit seinen Fäusten verteidigt und auf Spielerwunsch seinen Mitschülern Streiche spielt, die Handlung gibt sich jedoch überraschend gesellschaftskritisch, ohne den typischen Rockstar-Humor vermissen zu lassen. So ist euer Alter Ego alles andere als der typische Schulhof-Rüpel, sondern vermutlich noch die normalste Person am Bullworth-Internat. Die Schule wird von einem inkompetenten Rektor, alkohol- und sexsüchtigen Lehrer und diversen Schulcliquen terrorisiert und auch wenn Jimmy allerlei Schabernack treibt, so hat man stets das Gefühl, dass es die Richtigen trifft.

Die Hintergrundgeschichte des mindestens 15 Stunden andauernden Abenteuers ist hierfür in insgesamt fünf Kapitel unterteilt und wird durch professionelle und vor allem hervorragend vertonte Zwischensequenzen vorangetrieben. Rockstar hat sich nicht nur die Mühe gemacht, einen hervorragenden Soundtrack eigens für das Spiel zu komponieren, auch in Sachen Sprachausgabe erreicht 'Canis Canem Edit' gewohnte Rockstar-Qualität und überzeugt durch erstklassische, englische Sprecher. Deutschen Text findet ihr dagegen nur im optionalen Untertitel, so dass Zocker ohne gute bis sehr gute Englisch-Kenntnisse – allerlei Slang-Begriffe sei Dank – nur schwer die gelungenen Animationen der Zwischensequenzen folgen können, da der Blick am unteren Bildschirmrand klebt.

Schulausbildung für Englisch-Cracks

Doch nicht nur manch ein Spieler mag mit seinen sprachlichen Fähigkeiten zu kämpfen haben, auch Jimmy erlernt erst im Laufe des Spiels die Kniffe der englischen Sprache – sofern er denn den Unterricht besucht. Ähnelt das Spiel nämlich mit seiner offenen Struktur der 'Grand Theft Auto'-Serie, so solltet ihr abseits der Hauptmissionen und Nebenaufgaben täglich zwei Mal die Schulbank drücken. Wer fleißig in den Englisch-Unterricht besucht, erlernt neue Ausflüchte, wenn er mal von den Ordnungshütern bei einem Streich erwischt wird, oder redet sich schon mal aus einer Prügelei heraus. In den Chemie-Stunden erfährt Jimmy, wie man sich Juckpulver oder Feuerkracher selber bastelt. Und wer gar den Kunstunterricht der sündigen Kunstlehrerin besucht, lernt so einiges über die Geheimnisse der holden Weiblichkeit. Die Gesundheitsanzeige wird es euch später danken. Die Unterrichtsstunden selbst kommen dabei als kleine oder teils auch große Minispielchen daher. Im Chemie-Unterricht müsst ihr rechtzeitig die richtige Taste drücken, damit euch die Chemikalien nicht um die Ohren fliegen, während der Sportunterricht mit einer recht gelungenen Völkerball-Simulation aufwartet. Die meisten Aufgaben verlieren aufgrund ihres simplen Aufbaus jedoch schnell an Faszination, so dass es mehr als Gelegen kommt, dass ihr jedes Fach nur fünf Mal besuchen müsst.

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