Test - Champions of Norrath : Spiel der Woche 24/04

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Nachdem Snowblind mit 'Baldur's Gate: Dark Alliance' einen echten Klassiker hingelegt haben, kommt nun der nächste Titel aus der Action-RPG-Schmiede, für den diesmal die altbekannte Welt von 'EverQuest' herhalten muss. Das Genre selbst erfreut sich ja zunehmender Beliebtheit, wie Engine-Spinoffs wie 'Dark Alliance 2' und 'Fallout: Brotherhood of Steel' beweisen konnten. Doch 'Champions of Norrath' legt in einigen Belangen noch einige Fuder Holz nach und brennt streckenweise ein echtes Feuerwerk ab.

Dünne Story – fette Kämpfe

Die Story selbst gibt sich allerdings nicht besonders feurig, sondern eher klischeehaft und quasi als magere Entschuldigung für etliche Stunden munteren Monster-Metzelns. Wie kaum anders zu erwarten, macht sich nämlich ein finsterer Dämon über die Lande Norraths her, schickt euch scharenweise Monster und andere Gemeinheiten entgegen und natürlich seid ihr der holde Recke, dem es obliegt, wieder einmal eine Welt zu retten. Umgesetzt wird das Ganze in Form verschiedenster Quests mit unterschiedlichen Aufgaben, wobei euch nicht gerade harte Kopfnüsse erwarten.

Dennoch sind die Quests und auch die im Vordergrund stehenden Kämpfe gegen die bösen Horden nicht ohne. So erkundet ihr dunkle Tunnels, stapft über wilde Schlachtfelder und schaltet Katapulte aus oder legt euch gar mit einem waschechten Vampir und dessen Schergen an. Was die verschiedenen Umgebungen und Quests dabei interessant macht, ist vor allem, dass den Kämpfen ein Hauch mehr Taktik beigebogen wurde, als bei vergleichbaren Titeln. Denn die Gegner stapfen oftmals nicht einfach nur gradlinig auf euch zu, sondern geben sich deutlich agiler. Oder aber ihr könnt nur bestehen, indem ihr die gegnerischen Truppen aufteilt, weglockt oder Ähnliches, zum Beispiel wenn im Hintergrund Zauberer warten, die nichts besseres zu tun haben, als die gerade frisch von euch erlegten Gegner flugs wiederzubeleben.

Fünf Helden als Retter in der Not

Zum Zwecke der Monster-Beseitigung stehen euch fünf verschiedene Charakterklassen in jeweils männlicher und weiblicher Ausführung zur Verfügung. Da gibt es den Barbaren als Mann/Frau fürs Grobe, der Ranger beharkt seine Gegner mit Pfeil und Bogen aus der Distanz und der Magier ... nun gut, er zaubert halt. Hinzu kommen zwei Hybrid-Klassen, nämlich der Kleriker und der Schattenritter – der eine eher aufs Heilen, der andere auf den Angriff ausgelegt. Zusammen mit den drei Schwierigkeitsgraden und der Tatsache, dass ein Teil der Dungeons bei jedem Neubeginn zufällig generiert wird, sollte damit ein gehöriges Maß an Wiederspielbarkeit geboten sein.

Insgesamt werden fünf Magie-Kategorien und die dazu passenden Resistenzen im Angriffsbereich geboten. Zu den Magie-Effekten gehören neben Elementarwirkungen auch Auren und Sprüche mit Zeitwirkung wie Vergiftung oder Verlangsamung der Gegner. Bestandteil der Auren wiederum sind Heilsprüche, wobei es keine direkte Heilung anderer Charaktere im Multiplayer-Modus gibt (außer Selbstheilung durch Tränke natürlich). Daher muss sich der Spieler in der Nähe eines Klerikers mit entsprechender Aura befinden. Magie und Kampf-Skills gibt es in Trees mit jeweils 20 verschiedenen Stufen und Eigenschaften, die ihr im Laufe der Zeit entwickeln könnt. Im Spiel selbst könnt ihr ein Radial-Menü frei mit den Skills belegen und diese per Tastendruck schnell und simpel aktivieren.

Multiplayer mit Hindernissen

Ein wichtiger Aspekt des Spieles ist natürlich besagter Multiplayer-Modus, in welchem ihr online und via Multitap mit bis zu vier Spielern die Story kooperativ durchspielen könnt. Der jeweilige Spielstand wird dabei vom Host des Spieles gespeichert, während die Charaktere weiterhin verwendbar sind und lokal ein Plätzchen auf eurer Memory Card finden. Der Koop-Modus ist dann auch ein wichtiges Feature, welches Fans von 'Dark Alliance' seinerzeit schmerzlich vermisst haben. Zusammenspiel und Teamarbeit bilden dabei auch einen wichtigen Faktor.

Leider ist der Im- und Export von Charakteren in Verbindung mit dem Abspeichern von Online-Spielständen nicht ganz so glücklich umgesetzt worden und es kann schnell zu Verwirrungen mit euren Einzelspieler-Spielständen kommen. Auch gibt es kein brauchbares Lobby-System und keine Buddy-Listen. Hier hätte sich Snowblind etwas mehr Mühe geben können, zwar macht der ganze Multiplayer-Karneval eine Menge Spaß, aber die Online-Umsetzung wirkt etwas halbherzig.

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