Test - Codename: Outbreak : Codename: Outbreak

  • PC
Von Kommentieren
Codename: Outbreak
Die Übersichtskarte, nicht schön, aber nützlich.

Doch ihr habt es nicht nur mit gegnerischem Fussvolk zu tun, dem statt der Schalk ein Alien im Nacken sitzt. Hin und wieder machen gepanzerte Fahrzeuge auf euch Jagd. Auch die Aliens selber haben euch im Visier. Gelegentlich trefft ihr auf grössere Exemplare, die zum einen recht widerstandsfähig sind, zum anderen unfreundlich mit Gift herumspritzen. In Gebäuden lauern hier und da Alien-Eier in dunklen Ecken, aus denen kleine Aliens schlüpfen, die, ähnlich den Facehuggern aus dem Film 'Alien' nichts besseres zu tun haben, als sofort zum Angriff überzugehen. Verhindert werden kann das nur, wenn ihr die Eier frühzeitig entdeckt und zu Klump schiesst.

Waffen, Inventar und Interface
Zum Zwecke der Alien-Vernichtung steht euch nicht - wie in anderen Shootern - ein Arsenal an unterschiedlichen Waffen zur Verfügung. Aber keine Sorge, auf Shotgun, Sniper Rifle und Raketenwerfer braucht ihr dennoch nicht zu verzichten. Ihr verfügt über eine Kombi-Waffe, die mehrere Waffen-Modi zur Verfügung hat. So könnt ihr per Hotkey zwischen verschiedenen Modi wählen, angefangen vom Maschinengewehr über besagte Shotgun bis zum Raketenwerfer, vorausgesetzt, ihr verfügt über Munition. Vor allem der 'Sniper'-Modus entpuppt sich im Verlauf des Spieles als unverzichtbar. Von diesen Schiesseisen gibt es mehrere Ausführungen, die ihr im Laufe der Zeit erlangen könnt und die unterschiedlich starke Auswirkungen bei den Treffern haben. Für Waffenphysik ist insofern gesorgt, dass die Waffen beim Schiessen auch verreissen, wenn das auch teilweise sehr schwammig wirkt. Auch Trefferzonen sind berücksichtigt, so ist ein Kopfschuss sofort tödlich, während ihr bei Körpertreffern mehrmals ins Schwarze treffen müsst, bis der Gegner am Boden liegt.

Eine kleine Anleihe haben die Entwickler beim Adventure-Genre genommen. So verfügen die Charaktere über ein Inventar, welches abhängig von der Tragkraft mit Gegenständen bestückt werden kann. Neben Munition und Granaten gehören dazu auch andere Kleinigkeiten wie Datenträger, welche Informationen über die Aliens beinhalten und in den Leveln - teilweise als Missionsziel - gefunden werden können. Des weiteren gibt es Keycards, die zum Öffnen bestimmter Türen notwendig sind, aber auch die unverzichtbaren Heilmittel in Form von Spritzen, die allerdings recht selten sind, so dass ihr von Anfang an zusehen solltet, möglichst wenig von den Gegnern getroffen zu werden. Leider ist das Inventar etwas sperrig zu bedienen, aber das fällt im Grossen und Ganzen wenig ins Gewicht.

Auch Rollenspiel-Elemente kommen nicht zu kurz. Bei den meisten Missionen habt ihr die Möglichkeit, die Zusammenstellung eures Zwei-Mann-Teams zu ändern. Dazu steht ein kleines Kader aus spezialisierten Söldnern zur Verfügung, das vom Bombenexperten bis zum Scharfschützen reicht. Überleben die Charaktere eine Mission, gibt es zum einen Auszeichnungen, zum anderen verbessern sich die Fähigkeiten des Söldners. Im Interface selbst seht ihr während das Spiels den Richtungsweiser für den nächsten Wegpunkt, die Daten eures Kameraden, sowie eine Treffer- und Munitionsanzeige an Arm und Waffe.

Codename: Outbreak
In der Wüste geht es heiss her.

Ansonsten haben sich die Entwickler bei der Steuerung an klassischen Shootern orientiert. Gesteuert wird mit Maus und Tastatur, hinzu kommen diverse frei belegbare Hotkeys für Waffen-Modi, Voice-Befehle an den Kameraden, bzw. an Mitspieler im Multiplayer-Modus und so weiter. Etwas schwächelnd sind die Speicher-Funktionen. Während der Missionen gibt es nur die Möglichkeit eines Quicksaves, der immerhin jederzeit erfolgen kann. Ein echtes Abspeichern unterschiedlicher Spielstände gibt es nur zwischen den Missionen. Das ist zwar mehr, als Spiele wie 'Hitman' zu bieten hatten, im Endeffekt aber immer noch weniger, als man von einem guten Spiel erwarten kann.

Der Multiplayer-Modus - Teamplay gross geschrieben
Wer sich durch die 14 Einzelspieler-Missionen hindurch gekämpft hat, kann diese (ausgenommen die letzte Mission) auch nochmals im Koop-Modus per LAN oder Internet mit seinen Freunden durchzocken. Ähnlich wie bei 'Delta Force: Land Warrior' macht dieser Modus eine Menge Spass, zumal es die Möglichkeit gibt, auch hier den Schwierigkeitsgrad der Gegner in drei Stufen einzustellen. Drei weitere Modi ergänzen das Vergnügen: In 'Kristall' treten zwei Teams gegeneinander an, um zufällig auf der Karte auftauchende Kristalle einzusammeln. Natürlich ist es dabei auch möglich, den Gegner zu erlegen und dessen Kristalle der eigenen Sammlung einzuverleiben. Für jeweils zehn Sekunden, die ein Kristall in einem dafür vorgesehenen Halter in der eigenen Basis ist, gibt es Punkte, ebenso für das Erledigen von Gegnern. Das Team, dass nach Ablauf der Zeit am meisten Punkte gemacht hat, ist Sieger.

Traditioneller geht es im 'Capture the Flag'-Modus zu, den wir wohl nicht näher erläutern müssen. Abgerundet wird das ganze durch den 'Blackbox'-Modus. Darin geht es darum, eine Blackbox, die irgendwo auf der Karte auftaucht, zu ergattern und in der eigenen Base zu dechiffrieren, während das gegnerische Team versucht, genau das zu verhindern und selber durchzuführen. Leider sind die drei letztgenannten Modi nur schwach mit Maps bestückt, gerade mal fünf bis sechs Karten pro Modus sind doch etwas zu wenig - zumal es sich dabei meist um recycelte Missionen aus dem Singleplayer-Modus handelt. Leider liegt dem Spiel auch kein Editor bei, so dass das Erstellen eigener Maps ebenfalls nicht möglich ist. Immerhin kann man den Entwicklern zugute halten, dass sie versucht haben, mal etwas andere Modi ins Spiel zu integrieren, auch wenn klassische Modi wie 'Deathmatch' oder 'Team Deathmatch' leider völlig fehlen.

Codename: Outbreak
Im Inventar wird Lebenswichtiges verstaut.

Grafik und SoundKommen wir zum technischen Teil. Die hauseigene Engine macht dabei einen recht guten Eindruck, abgesehen von gelegentlichen Textur- und Clippingfehlern. An Auflösungen wird 320x240 bis 1600x1200 in 16 Bit, bzw. 320x204 bis 800x600 in 32 Bit geboten. Was etwas stört ist die verhältnismässig geringe Sichtweite auf Objekte in der Umgebung, während Hintergründe am Horizont voll zu sehen sind. Dies hat zur Folge, dass euch gegnerische Scharfschützen dann und wann im Visier haben, auch wenn ihr diese noch gar nicht sehen könnt. Die Animationen der Gegner sind nicht spektakulär, gehen aber im Grossen und Ganzen durchaus in Ordnung, auch wenn sie hier und da etwas eckig oder unbeholfen wirken. Erfreulich ist, dass Steigungen und Gefälle durchaus auch Auswirkung auf die Bewegung der wackeren Recken zeigen. Auffallend ist auch, dass der Charakter beim Bewegen munter hin und her schwankt; das ist zwar halbwegs realistisch, sorgt aber speziell beim Kriechen für leichte Übelkeit. Grafikeffekte wie Explosionen sind vorhanden, hauen aber keinen vom Hocker. Partikeleffekte zum Beispiel zerschossener Scheiben sind ähnlich durchschnittlich geraten, leider bleiben die Trümmer nicht liegen, sondern verschwinden im Datennirwana.

Die Texturen selbst wechseln zwischen 'schön' und 'geht so', zudem tritt an den Rändern hier und da ein unschönes Flimmern auf. Etwas merkwürdig ist, dass die Schärfe der Texturen zum Teil recht unterschiedlich ist, der Grund liegt vermutlich darin, die Hardware-Anforderungen des Spieles möglichst gering zu halten. Die Texturen selber weisen trotz aller Unschärfen immerhin jede Menge Details auf, speziell im Nahbereich. Da erkennt das verwöhnte Auge dann Grashalme, Tannennadeln und ähnliches. Allgemein ist das Design der Level recht hübsch und authentisch geraten. Sei es nun Arktis, Wüste oder nebliger Sumpf, stets passt die Grafik und die Atmosphäre zur jeweiligen Umgebung. Ziehende Wolken und wallende Nebel tun das ihrige, um die Umgebung recht lebendig erscheinen zu lassen.

Codename: Outbreak
Auge in Auge mit dem Ausserirdischen.

Unterstützt wird die Atmosphäre durch die sehr schöne Geräuschkulisse, die immer passend zur jeweiligen Umgebung ausfällt. So zwitschern im Wald die Vögel und die Blätter rauschen, in der Wüste hört ihr den Wind, in Gebäuden brummen Maschinen und piepen Computeranlagen. Schrittgeräusche passen immer zum jeweiligen Untergrund. Nicht ganz so schön gelungen sind die Waffengeräusche.
Auch die deutsche Übersetzung kann auf voller Linie überzeugen, denn die Sprecher geben sich redlich Mühe. Nicht nur der Funkkontakt mit der Basis ist zu vernehmen, sondern auch die Gegner geben Rufe und Kommandos von sich, was sehr zur Atmosphäre beiträgt, auch wenn die Jungs sich recht oft wiederholen. Ein kleines Glanzstück in Sachen Atmosphäre ist das Level in den karelischen Sümpfen. Dichter, wogender Nebel, schemenhafte Gewächse, knackende Äste, sowie Schritte und Rufe aus allen Richtungen erzeugen im Nebel eine beklemmende und sehr spannende Stimmung, so dass man ab und an richtig aufschreckt, wenn auf einmal Schritte an einem vorbeihasten oder ein Schuss erklingt und die Kugel in nächster Nähe einschlägt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Na bitte, es geht doch. Nach dem viel zu leichten und viel zu kurzen Shooter-Fastfood à la 'Red Faction' kommt nun endlich wieder mal ein Titel auf den Markt, der auch fortgeschrittenen Spielern eine echte Herausforderung bietet. Zwar bewegt sich der erste Shooter der 'Cossacks'-Entwickler grafisch nur im oberen Durchschnitt, aber spielerisch hat es 'Codename Outbreak' in sich. Abwechslungsreiche und sehr atmosphärische Missionen, mit teilweise sehr guten Umgebungsgeräuschen in authentisch wirkenden Umgebungen werden ergänzt durch eine fordernde KI und reichlich Spannung. Über kleinere Mankos im Gameplay kann man da getrost hinwegsehen. Shooter-Neulinge sollten wegen des knackigen Schwierigkeitsgrades erst mal die Demo antesten, aber fortgeschrittenen Spielern mit Hang zur Taktik kann 'Codename Outbreak' wärmstens empfohlen werden, zumal auch der Multiplayer-Modus einiges zu bieten hat. Speziell im kooperativen Modus kommt jede Menge Spielspass auf. Diesen Geheimtip in Sachen Taktik-Shooter werde ich jedenfalls nicht so schnell von meiner Festplatte verbannen.  

Wertung

  • PC
    82
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel