Test - Command & Conquer: Renegade : Command & Conquer: Renegade

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Ein Shooter von Westwood? Das hatte eigentlich niemand von den Echtzeit-Strategie-Gurus erwartet, doch nun ist es Wirklichkeit. Wer beim Spielen der 'C&C'-Reihe schon immer mal das Geschehen aus erster Hand erleben wollte, hat nun als Nick 'Havoc' Parker, bekannt aus dem ersten Teil der Strategie-Reihe, Gelegenheit, sich mitten ins Gefecht zu stürzen, sei es zu Fuß mit schweren Waffen oder am Steuer eines 75-Tonnen-Panzers.

Command & Conquer: Renegade
Schmucklos: Die Grafik kann nicht immer überzeugen.

Nach der problemlosen Installation von schlappen 900 MB auf die heimische Festplatte und dem Einstellen der diversen und reichlich vorhandenen Grafikoptionen beginnen wir auch schon das actionreiche Vergnügen. Als Kommando-Einheit Nick 'Havoc' Parker stürzt ihr euch wahlweise aus der First- oder Third-Person-Perspektive - jederzeit umschaltbar - auf der Seite der GDI mitten ins Geschehen. Dabei stehen drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, welche sich durch eigene Trefferpunkte, gegnerischen Nachschub, verfügbare Munition, Rüstung und Medipacks sowie Rüstung der Gegner unterscheiden.

Wieder mal Ärger mit NOD
Wie nicht anders zu erwarten, hat GDI wieder einmal Kummer mit NOD. Letztere sperren Zivilisten zwecks Gehirnwäsche in Camps, was Havoc natürlich nicht gutheißen kann. Doch nach und nach werden weitere Aktivitäten entdeckt. Die 'Black Hand', eine Gruppe von Elite-Killern, nimmt wichtige GDI-Wissenschaftler gefangen, die sich mit der Erforschung der Möglichkeiten des Elementes Tiberium beschäftigen. Zweck der Sache ist es, eine Armee aus mutierten Killern aufzustellen. Havoc bekommt den Auftrag, diese Aktivitäten mit allen Mitteln zu unterbinden und die Wissenschaftler zu befreien.

Die zwölf Missionen, welche die Kampagne bietet, zeichnen sich durch jede Menge Action und Abwechslung aus. Bereits in der ersten Mission dürft ihr sowohl zu Fuß als auch in einem der zahlreichen Fahrzeuge zu Werke gehen, quasi als Eingewöhnung auf die Dinge, die da kommen. So müsst ihr Gefangene befreien, Personen eskortieren, Gebäude zerstören und vieles andere mehr, wobei die Level mehr oder minder linear gehalten sind. Aufgeteilt ist das Ganze in primäre Ziele, welche zur Erfüllung der Mission zwingend erforderlich sind, sekundäre Ziele, die euch meist einen kleinen Bonus in Form zusätzlichen Equipments verschaffen und tertiäre Ziele, die ihr 'Just for Fun' lösen könnt. Die einzelnen Missionsziele erhaltet ihr meist per Funk während der Mission selbst, das Hauptziel während der längeren Anfangs-Ladezeit des Levels in einem nicht besonders schönen Screen.

Neben einem Kompass im HUD, der euch Hinweise auf Richtung und Entfernung zum nächsten Ziel gibt, könnt ihr per ESC-Taste mehrere Menüs aufrufen. Dort findet ihr nicht nur Informationen zu den aktuellen Missionszielen, sondern auch eine Übersichtskarte sowie Infos zu den Charakteren, Waffen, Gebäuden und Fahrzeugen. Weiter gibt es noch eine Statistik über eure diversen Aktivitäten und zum Missionsende eine Bewertung. Gerade der Informationsbereich dürfte von Interesse für 'Command & Conquer'-Fans sein und die, die es werden wollen.

Die Missionen führen euch durch unterschiedliche Locations, von einer tropischen Insel zu Wüstengebieten, an Bord eines Schiffes, in verschiedene Gebäude der NOD-Basen, in Tunnelsysteme und die Straßen einer Stadt bis schließlich zum Tempel der 'Black Hand'. In jeder Mission habt ihr die Möglichkeit, in das eine oder andere Fahrzeug zu hüpfen, angefangen vom Jeep über leichte Panzer und Raketenwerfer bis hin zum gewaltigen Mammoth-Panzer. Deren Bedienung und Steuerung ist denkbar einfach, gesteuert wird per Tastatur, der Turm wird mit der Maus gedreht. Die Fahrzeuge wissen vor allem dadurch zu gefallen, dass sie bisher wohl in keinem Shooter derart konsequent und umfangreich ausgenutzt wurden, ein dicker Pluspunkt für 'Renegade'. Zu Fuß erwartet euch die gängige Steuerung eines First-Person-Shooters, natürlich mit frei konfigurierbaren Tasten.

Command & Conquer: Renegade
Ein durchschlagendes Argument: Der Mammoth-Tank.

Das Handwerkszeug und dessen Opfer
Neben den Fahrzeugen steht Havoc ein umfangreiches Waffenarsenal zur Verfügung, wobei ihr im Laufe des Spieles immer stärkere Wummen in die Hand bekommt. Standard-Waffen wie Auto-Rifle, Sniper und Pistole sind ebenso vertreten wie Raketen-, Flammen- und Granatwerfer. Es gibt aber auch exotischere Waffen wie die Tiberium-Rifle oder die Personal Ion Cannon. Für explosive Aktivitäten stehen auch C4-Sprengsätze zur Verfügung. Natürlich benötigt ihr nicht alle Waffen, einige zeichnen sich nicht gerade durch einen hohen Wirkungsgrad aus. Allerdings sind einige Gegner gegen bestimmte Waffen nahezu immun, so dass hier und da ein Waffenwechsel nötig ist. Damit hat sich allerdings der taktische Teil des Spieles auch schon weitgehend erledigt.

Der Schwierigkeitsgrad der Missionen ist moderat ansteigend, vor allem dadurch, dass ihr nach und nach härtere Gegner vor die Flinte bekommt, die zum einen durchschlagendere Waffen, zum anderen bessere Rüstung haben. Das Augenmerk liegt auf den Offizieren, welche immer wieder Verstärkung rufen, solange sie noch auf beiden Beinen stehen. Auch kann es nicht schaden, Helipads und die 'Hand of Nod' - sofern vorhanden - zu zerstören, um dem Gegner den Nachschub abzuschneiden, denn die Gebäude haben im Spiel durchaus eine Funktion. In einigen Szenen ist dementsprechend auch ordentlich etwas los, zumal euch gelegentlich auch Team-Kameraden, die ihr allerdings nicht kommandieren könnt, zur Seite stehen. Wenn dann noch Panzer das Bild füllen, Transporthelikopter des Gegners auftauchen und Truppen absetzen, ist auf dem Monitor schon mal richtig derbe was los. Gelegentlich bekommt ihr es mit einem Endgegner zu tun, der euch mit Special-Moves kräftig einheizt und einiges einstecken kann.

Command & Conquer: Renegade
Flame Tank vs. NOD Buggy - 1:0.

Leider kann die KI der Gegner über weite Strecken wenig überzeugen. Zu oft kommt es vor, dass Gegner einfach an euch vorbeilaufen. Aktionen wie in Deckung gehen, ducken, wegrollen oder Ähnliches sind kaum zu beobachten, die Gegner sind teilweise extrem stationär und auch die gelegentlichen Team-Mitglieder sind keine echte Hilfe. Immerhin bringen es einige eurer Kontrahenten dafür fertig, euch geduldig und verbissen durch ganze Level-Abschnitte zu verfolgen. Eigentlich schade, denn durch die schwache Intelligenzleistung der Gegnerscharen gehen die Kämpfe etwas zu sehr in die Arcade-Richtung, wo eher Masse als Klasse zählt. Richtig ärgerlich wird die schwache KI allerdings, wenn ihr einen der befreiten Wissenschaftler zum Ausgang eskortieren müsst. Die Jungs stellen sich dabei oftmals dermaßen dämlich an, dass es weh tut. Sie scheuen nicht davor zurück, allein auf Gegner zuzustürmen, euch mitten ins Schussfeld zu rennen oder einfach dümmlich stehen zu bleiben, während eine Horde Gegner genüsslich drauflos ballert. Wer hier nicht rechtzeitig gespeichert hat (was jederzeit möglich ist), den bestraft das Leben.

 

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