Preview - Conan Exiles : Ein starker Auftritt

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Rechtlicher Ärger, finanzielle Probleme und der mit Age of Conan vor neun Jahren ruinierte Ruf ließen kaum noch Hoffnung für den norwegischen Publisher Funcom. Doch dann kam einem der Entwickler die zündende Idee: Wenn man schon selbst ums nackte Überleben kämpft, warum nimmt man die Spieler nicht einfach mit?

Survival-Games gibt es mittlerweile zu Dutzenden. Beinahe im Wochentakt kommt eine neue Indie-Schmiede auf die Idee, machtlose Spieler in Umgebungen zu befördern, in denen Zombies, Dinos, Mutanten und allerlei andere Monster ihr virtuelles Unwesen treiben. Und alle landen sie entweder auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter oder gleich im Early-Access-Programm auf Steam.

Dort hat sich mittlerweile eine ganz eigene Fan-Gemeinde herausgebildet, die auf Story und vorgezeichnete Pfade pfeift und lieber Steine sammelt, Bäume fällt und daraus einen Unterschlupf errichtet. Wenn sich dann noch Waffen und Werkzeuge abnutzen, Nahrung und Wasser zur Neige gehen und die virtuelle Fauna ebenso aggressiv wie verwertbar ist, schlagen die Herzen der Survival-Fans gleich höher.

Vorsicht, Baustelle!

Doch einen Wermutstropfen gibt es noch immer: Kein einziger Titel ist auch nur annähernd fertig, geschweige denn ausbalanciert. Alle scheinen sie irgendwo zwischen Tech-Demo und früher Betaphase festzustecken und bei manchen ist höchst fraglich, ob sie es überhaupt jemals über die Ziellinie schaffen werden.

Unbestrittener Marktführer ist seit einer ganzen Weile schon ARK: Survival Evolved. Das Spiel punktet mit einer Fauna, wie sie so manches Naturkundemuseum gerne präsentieren würde. Dazu kommt, dass die meisten Tiere in ARK gezähmt, gezüchtet und geritten werden können. Kein Wunder also, dass der Titel sich eine Fan-Gemeinde aufgebaut und finanziell alle Erwartungen übertroffen hat.

Conan Exiles - Early Access Launch Trailer
Via Early Access lässt sich nun eine frühe Spielversion von Conan Exiles zocken.

Weniger gut ist es im virtuellen Jurassic Park allerdings um das Balancing bestellt. Alpha-Clans, meist professionelle Account-Farmer, dominieren die offiziellen PvP-Server dank übermächtiger Dinos und Technologien komplett. Die Entwickler scheint das kaum zu interessieren – sie schaufeln munter immer neue Verrücktheiten in die fragile Welt. Viele PvP-Fans haben ARK daher den Rücken gekehrt und suchen nach Alternativen.

Funcoms Comeback

Zu denen gesellt sich nun ein Projekt, das sich in mehrfacher Hinsicht von den meisten anderen abhebt: Conan Exiles. Das hat nämlich eine ziemlich interessante, aus Literatur und Kino bekannte Welt zur Vorlage und stammt zudem von Funcom, einem Studio, das über ganz andere Ressourcen und Erfahrungswerte verfügt als die meisten der Indie-Läden, in denen selten mehr als eine Handvoll Entwickler werkeln.

Dabei sind die meisten Erfahrungen, die man bei Funcom gesammelt hat, keine guten. Mit den falschen Verheißungen rund um Age of Conan hatte man sich 2008 den Ruf ziemlich ruiniert. Entsprechend kam The Secret World nie so richtig in die Gänge und das Studio musste sich schon mit Minispielen wie The Park und Hide and Shriek über Wasser halten auf der Suche nach einem Strohhalm, an den man sich fortan klammern könnte.

Dass Conan Exiles so schnell vom Strohhalm zum rettenden Ast werden und schon eine knappe Woche nach Start in den Early Access und mit 320.000 verkaufen Einheiten in die Gewinnzone wandern würde, hatte wohl kaum einer geahnt. Über 50.000 Spieler gleichzeitig tummeln sich zur Primetime mittlerweile in Conan Exiles und wer es noch nicht probiert hat, fragt sich umso mehr, ob sich der frühe Einstieg für die knapp 30 Euro lohnt.

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