Test - Cossacks: European Wars : Cossacks: European Wars

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Im Echtzeitstrategie-Lager gibt es einen unumschränkten Herrscher, 'Age of Kings' von Ensemble Studios. CDV und der russische Entwickler GSC Game World versuchen nun gemeinsam am Thron des Genre-Primus zu rütteln. Neue Features und ein erweitertes Ressourcen-Management sollen 'Cossacks: European Wars' spannender, strategischer und besser machen als das grosse Vorbild.

Das gut gemachte, wenn auch etwas pixelige und kurze Intro stimmt euch recht gelungen auf die kommenden Aufgaben ein. Auch das grafisch ansprechende Menü und die dabei dezent dudelnde Hintergrundmusik tragen zur Atmosphäre des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts, in der 'Cossacks' angesiedelt ist, erfolgreich bei. Im Hauptmenü könnt ihr zwischen Einzelmissionen, ganzen Feldzügen oder dem Spiel auf einer vom PC zufällig generierten Karte wählen.

Cossacks: European Wars
Die einfachste Methode um den Hunger der Soldaten zu stillen.

In Sachen Feldzug spielt ihr historische Schlachtverläufe der genannten Epoche nach. Dabei fehlen auch ganze Kriege nicht; so unter anderem der Dreissigjährige Krieg, die englische Revolution und natürlich der langanhaltende Konflikt um die spanische Erbfolge. Über 85 dieser zum Teil absolut exakt nachgeahmten Schlachten und Kriege stehen euch zur Verfügung. Gerade durch den historischen Kontext und die wirklichkeitsnah nachempfunden Missionsziele erreicht Cossacks einen hohen Motiviationsgrad. Wer wollte nicht schon immer mal selbst die grossen Heere längst vergangener Zeiten kommandieren und Ruhm und Ehre nach dem Sieg auf dem Schlachtfeld einheimsen.

Cossacks: European Wars
Mit einem Mauszug richtet ihr die Einheiten neu aus.

Die Entwickler haben sich, was den realistischen Hintergrund und die Vielfalt an Einheiten anbelangt - praktisch jede Heeresart die es zur damaligen Zeit gab, werdet ihr auch in 'Cossacks' wiederfinden - fast schon selbst übertroffen. Dagegen wirken die Animationen der an sich mit viel Liebe zum Detail erstellten Einheiten unfertig, die Landschaft sehr karg und der Sound der Truppen und des Schlachtenlärms ist leider nur mangelhaft umgesetzt worden. Vor allem wenn die Truppen stehen, wirken sie wie tot, da das letzte Frame der Darstellung einfach angehalten wird: Alles steht still wie in Stein gemeisselt, nur manchmal scheint sich der Rechner zu besinnen und eine kurze Animation, zum Beispiel eines sich aufbäumenden Pferdes, ist zu sehen. Vor allem die Darstellung und Bewegung der Kavallerie lässt mehr als zu wünschen übrig. Dadurch geht sehr viel der Illusion einer realen Welt verloren. Einzig die Schifffahrt ist wirklich als gelungen zu erachten: So drehen sich die Schiffe nicht auf der Stelle, sondern beschreiten einen schön anzusehenden Wendebogen, während die Ruder in das transparente Wasser geschlagen werden. Was ebenfalls negativ zu Buche schlägt ist die Tatsache, dass man wegen der grossen Gebäude oft seine Einheiten aus dem Blick verliert, wenn diese dahinter verschwinden. Hier haben die Entwickler leider an der falschen Stelle gespart. Ein transparenter Schatten oder ähnliches hätte der Spielbarkeit hier deutlich gut getan.

Cossacks: European Wars
Die Landschaftstexturen sind leider recht mager, das Wasser ist nicht animiert.

Die Kampagnen selbst machen, wenn ihr nicht soviel Wert auf die aus 'Age of Kings' gewohnten grandiosen Animationen und Sounduntermalungen legt, recht viel Spass und verfügen über einen horrenden Schwierigkeitsgrad. Durch das sehr starke Scripting der Missionen, was die KI der Gegner und deren Bewegungen betrifft, wisst ihr allerdings schnell, was ihr tun beziehungsweise welche Bereiche der Map aufsuchen solltet und welche ihr besser meidet. Hier musste GSC eindeutig einen Kompromiss eingehen, denn um realistische Schlachtenverläufe nachzuahmen, bedarf es eben jenes ausgeprägten Scripting mit der Verwendung umfangreicher Trigger-Funktionen, um das Ganze nicht in eine x-beliebige Schlacht ausufern zu lassen.

 

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