Test - Damage Inc.: Pacific Squadron WWII : Spielspaß-Bruchlandung

  • PS3
  • X360
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Der Zweite Weltkrieg scheint wohl nie so richtig aus der Mode und aus den Köpfen der Spieleentwickler zu kommen. Gerade die Luftschlachten scheinen ein beliebtes Thema zu sein. Erst vor einiger Zeit zeigte uns Birds of Steel (http://www.gameswelt.de/birds-of-steel/review/seite-1,157493) eine Interpretation der Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs. Ist der Ansatz von Damage Inc.: Pacific Squadron WWII verstaubt oder verbirgt sich doch noch spielerischer Glanz hinter dem Titel?

In Damage Inc.: Pacific Squadron WWII schlüpft ihr in die Rolle des jungen und aufstrebenden Piloten Bobby. Der hat gerade wieder an seinem Arbeitsplatz, einer P40 Warhawk Platz, genommen, da bricht schon der schicksalhafte Angriff über Pearl Harbour herein. Tragischerweise kommt bei diesem Überfall sein Bruder ums Leben. Eure Mission ist klar definiert. Ihr schießt feindliche japanische Flieger in rauen Mengen ab und rächt euren Bruder und die Nation. Klar, der Konflikt zwischen Japanern und US-Amerikanern kochte im Zweiten Weltkrieg fast über und die jeweils andere Seite wurde zum absoluten Feind stilisiert. Doch mit welcher Unverfrorenheit die Sprecher davon sprechen, „Japsen“ abzuknallen, ist fast schon geschmacklos.

Lahme Dogfights

Habt ihr euch einmal in die Luft erhoben, erwartet euch eine geschmeidige und simple Steuerung eurer Maschine. Hier schaffte es Entwickler Trickstar Games, eine saubere und eingängige Handhabung zu verbauen. Wer will, der darf zwischen einer mehr simulations- oder mehr arcadelastigen Steuerung wählen. Das schafft Abwechslung.

Die Eintönigkeit der Missionsabläufe ist hingegen mehr als offensichtlich. Ihr fliegt eigentlich nur von einer „Baustelle“ zur nächsten. Will heißen, die Missionen sind von der Art, dass ihr mal dort und mal dort feindlichen Fliegern den Garaus macht. Zwar ist das Niveau fordernd, doch bleibt es eigentlich der immer gleiche Ablauf. Zu langweilig, um auf Dauer zu motivieren.

Damage Inc.: Pacific Squadron WWII - AV8R FlightStick Custom Decal Kit Trailer
Für den Saitek AV8R Flightstick gibt's fesche Custom-Decals, die ihr in diesem Video sehen könnt.

Nicht schon wieder

Ihr stöhnt richtig auf, wenn ihr in der automatischen Zielmarkierung neue Gegner aufkommen seht und man verliert bei den ohnehin schon sehr langen Missionen zusätzlich die Lust. Daran ändert auch der eigentlich ganz spaßige Reflex-Modus nichts. Hierbei handelt es sich um eine Fähigkeit, mit der ihr ähnlich wie beim Bullet-Time-Modus in Max Payne die Spielgeschwindigkeit verlangsamt und in Zeitlupe feuert. Explosionen und Maschinengewehrfeuer sehen dann gleich etwas imposanter aus.

Leider bleiben optische Leckerbissen eine Seltenheit in Damage Inc.: Pacific Squadron WWII. Größtenteils herrschen matte und flache Landschaften vor. Zusätzlich sind die Flugzeugmodelle etwas detailarm. Bei der für Puristen so beliebten Cockpitperspektive wundert man sich über sehr grobpixelige Schatten und unscharfe Oberflächen. Entwickler Trickstar Games zaubert nicht gerade ein Grafik-Feuerwerk heraus. Zudem ist die gesamte Optik durch einen Graufilter seltsam trübe und trist. Das kann der Zeit angepasst sein und einigen unter euch gefallen, anderen wiederum vermutlich nicht. Ebenso Geschmackssache ist die Erzählweise der Geschichte rund um den Farmerjungen Bobby, die lediglich in Bildern erzählt wird.

Im Fadenkreuz

In nackten Zahlen mag Damage Inc.: Pacific Squadron WWII ganz gut dastehen. 23 Missionen auf zehn Karten. Originalmaschinen, wie die P40, die F6F3 Hellcat und die F4U sind natürlich Ehrensache bei einem solchen Titel. Ihr könnt die Flugzeuge sogar einer Aufrüstung unterziehen und sie somit verbessern. Viel Freiraum habt ihr allerdings nicht, da ihr sie nur zu nächsten Stufen ausbauen könnt. Individualisieren dürft ihr nichts.

In den Online-Mehrspielermodi spielt ihr die Missionen der Kampagne gemeinsam mit drei weiteren Spielern durch oder schwingt euch gegen sie in die Lüfte. Dann sind Schlachten für insgesamt acht Spieler möglich. Leider unterbinden eine lange Mitspielersuche und gähnend leere Server den Spielspaß. So müsst ihr sehr lange auf Gegner warten. Ein wirkliches Spielspaß-Highlight erwartet euch dann aber auch nicht.

Fazit

Sascha Sharma - Portraitvon Sascha Sharma
Damage Inc.: Pacific Squadron WWII ist nicht gerade die beste Interpretation der Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs. Entwickler Trickstar Games macht im Grunde einiges richtig. Nur fehlt dem Spiel und dem Genre einfach ein dringend nötiger Motivationsschub. Will heißen: Spielmechanik und Action stimmen eigentlich, doch langweilt das total dröge Missionsdesgin vom Anfang bis zum Ende. Ihr hetzt nur gelangweilt von einem Ziel zum nächsten. Spannung wird da fast nur durch Zeitdruck hergestellt. Zudem ist die Optik nur zweckmäßig. Wer diese Makel in Kauf nehmen möchte und auf der Suche nach unkomplizierter Flieger-Action ist, der sollte vielleicht warten, bis Damage Inc.: Pacific Squadron WWII zum Budget-Preis angeboten wird.

Überblick

Pro

  • einfache Steuerung
  • leichter Einstieg
  • mehrere Steuerungsvarianten

Contra

  • langweiliges Missionsdesign
  • eintönige Gegner
  • triste Grafik
  • leere Server
  • misslungene Cockpit-Perspektive

Wertung

  • X360
    66
    %
  • PS3
    66
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