Test - Desperados 2: Cooper's Revenge : Desperados 2: Cooper's Revenge

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Kurze Preisfrage: Welches deutsche Taktik-Strategiespiel gilt unter Kennern gemeinhin noch immer als der beste hiesige Genrevertreter, obwohl es mehr Jahre auf dem Buckel als Olli Kahn Haare auf den Zähnen hat? Richtig: 'Desperados: Wanted Dead or Alive', das damals wie heute mit knackigen Missionen und einer ansprechenden Storyline überzeugen konnte. Jetzt, fünf Jahre und zwei mittelprächtige Quasi-Nachfolger später, schiebt Entwickler Spellbound mit 'Cooper's Revenge' endlich die offizielle Fortsetzung hinterher. Wir haben unseren Colt gezückt und uns im Wilden Westen für euch umgesehen.

John Cooper ist angepisst. Richtig angepisst sogar. Und der toughe Kopfgeldjäger, der in 'Wanted Dead or Alive' schon mehrfach sein Talent als pfeilschneller Revolverschütze unter Beweis stellen musste, hat auch allen Grund dazu. Der Untertitel 'Cooper's Revenge' deutet es unmissverständlich an: In der Story des Spiels dreht sich alles um das Gericht, das man am besten kalt serviert. Was war also passiert? Der gesetzestreue Bruder unseres Protagonisten ist den kriminellen Machenschaften dubioser Geschäftemacher auf der Spur, als ihm sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn zum Verhängnis wird. Er wird ermordet, hinterrücks erschossen. Klar, dass sein Bruder John jetzt auf Rache sinnt. Rache für das entstandene Leid, Rache für den Mord an seinem Bruder.

Eine explosive Mischung

Zur Seite stehen ihm dabei einmal mehr seine treuen Mitstreiter, darunter Doc McCoy, Pablo Sanchez oder Kate O'Hara. Neu hinzugekommen ist zudem der indianische Häuptlingssohn Hawkeye, der mit Pfeil und Bogen lautlos seinen Gegnern an den Kragen geht. Die ungleichen Helden des Spiels bekämpfen das Unrecht in Form von Bösewicht Angel Face nämlich in 'Desperados'-Tradition auf vollkommen unterschiedliche Art und Weise. Pablo Sanchez springt in bester Nahkampfmanier in die Bresche, wenn's hart auf hart kommt, Doc McCoy nimmt den Feind aus überlegener Position aufs Korn und die hübsche Kate O'Hara schleicht sich verführerisch durch die Reihen des Feindes, nur um im richtigen Moment die liebestollen Cowboys mit ihrem K.O.-Pulver schachmatt zu setzen. Die Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder richtig zu koordinieren, ist der Schlüssel zum Erfolg.

'Desperados 2' bleibt dabei dem bewährten Spielprinzip seines gerühmten Vorgängers zunächst insofern treu, als dass die Missionen auf dem Papier nach wie vor knifflig aussehen und ein gewisses Maß an Geduld und taktischem Kalkül erfordern. Im Idealfall schleicht ihr euch im Schutze des Schattens an die feindlichen Wachen heran, kundschaftet deren Laufwege aus und bringt sie schließlich mit dem kombinierten Einsatz der unterschiedlichen Charakterfähigkeiten um die Ecke. Wie gehabt dürft ihr dabei erneut so genannte Handlungsketten planen, bei denen ihr bis zu fünf Aktionen pro Spielfigur hintereinander reiht und dann abspult. 'Desperados' in Reinkultur also, das auch grundsätzlich Spaß macht. Die Einsätze sind abwechslungsreich, erfordern eine profunde Kenntnis der entsprechenden Charakterfähigkeiten und der Schwierigkeitsgrad ist gesalzen wie eh und je. Nur wer seine Mission bis ins kleinste Detail durchplant und sich den Gegnern mit Bedacht nähert, wird mit Erfolg belohnt. Gerät man erst einmal ins Sichtfeld des Feindes oder löst gar Alarm aus, gestaltet sich die Bewältigung des Auftrages ungleich schwieriger. Schließlich sind John Cooper und Co. keine unverwüstlichen Superhelden, bereits wenige Treffer sind tödlich.

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