Preview - Destiny 2 : Richtige Fortsetzung oder nur Destiny 1.5?

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Als Destiny von Bungie angekündigt wurde, waren die Erwartungen natürlich groß. Immerhin war Halo ein Meilenstein in Sachen Ego-Shooter und erschuf ein Universum, das über viele Jahre hinweg unzählige Fans begeisterte. Destiny konnte anfänglich nicht für ähnlich viel Euphorie sorgen. Zwar stimmte das Gunplay, aber inhaltlich ließ das Spiel zu wünschen übrig. Entsprechend war es wenig verwunderlich, dass der Titel ein Jahr vor Fertigstellung komplett umgekrempelt wurde. Destiny 2 wird nun ein Neustart. In Los Angeles konnte ich das Spiel bereits anzocken.

Destiny 2 wird ein Neuanfang. Das haben die Entwickler immer wieder in Los Angeles betont. Neueinsteiger werden dieses Spiel sowieso als frisches Erlebnis wahrnehmen, doch auch Veteranen des ersten Teils werden quasi von vorne anfangen. Das liegt daran, dass durch die Story des Spiels jeder Wächter auf null zurückgesetzt wird. Hört sich dramatisch an? Ist es auch.

Das Ende der letzten Stadt

Die letzte Stadt war einst ein sicherer Ort für die Menschheit. In der Obhut des Travellers konnten die Menschen ihr Leben leben und eine Heimat aufbauen. Doch dann kamen Dominus Ghaul und seine Rote Legion. Mit seiner übermächtigen Armee überrannte er die letzte Stadt. Die Wächter waren machtlos, die Menschheit auf der Flucht. Ghaul ist der festen Überzeugung, dass der Traveller fälschlicherweise den Menschen das Licht gab, dass sie dieser Aufgabe nicht würdig sind. Er schafft es, den Wächtern ihre Macht und Fähigkeiten zu nehmen. Aus dem Turm vertrieben, müsst ihr eure Macht wiedererlangen und Ghaul und seine Schergen in die Flucht schlagen.

Diesen Anfang konnte ich in Los Angeles anspielen. Nach einer bombastischen Introsequenz kämpfe ich mich durch die erste Mission namens „Homecoming“. Der Turm in Schutt und Asche gelegt, ist dieser Abschnitt voll bombastischer Momente und geskripteter Ereignisse, die definitiv für offene Münder sorgen werden. Zu sehen, wie die Cabal die Herschafft über diesen Ort übernehmen, der für viele Spieler wie eine zweite Heimat ist, wird bei nicht wenigen Emotionen hervorrufen. Neueinsteiger werden da unbedarfter herangehen. Dieser Anfang legt aber gleichzeitig den Grundstein für Änderungen, die nicht jedem gefallen dürften.

Die Wächter verlieren diese Schlacht, weil die Story das so bedingt. Und die Story verlangt auch, dass die Wächter ihre Kräfte verlieren. Das macht es Bungie natürlich leichter, für alle Spieler ein und dasselbe Spielerlebnis abzuliefern. Egal ob Veteran oder Einsteiger, bei Destiny 2 fangen alle von vorn an. Das mag durchaus enttäuschend sein für diejenigen, die unzählige Stunden in den Vorgänger investiert haben. Alle Items, Ränge und Banner, die ihr gesammelt habt, sind weg.

Laut Community Director David „DeeJ“ Dague sollen Veteranen, die viel Zeit mit dem Erstling verbracht haben, dennoch belohnt werden, und zwar durch eine Kennzeichnung, die anderen Spielern zeigt, dass es sich hierbei um einen Spieler handelt, der schon in Teil 1 einiges geleistet hat. Wie genau das aber aussieht und wer solch eine Kennzeichnung bekommt, konnte man mir nicht sagen.

Mehr Story in der Kampagne

Fühlte sich die Geschichte von Destiny wie ein Flickenteppich an, soll sich das mit Teil 2 ändern. Solospieler sollen laut den Entwicklern weitaus mehr belohnt werden als beim Vorgänger. Der anspielbare Abschnitt ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist aber noch zu früh zu sagen, ob das ganze Spiel auch dramaturgisch motivieren kann und innerhalb der Story spielerisch mehr bietet als die grundlegenden MMO-Quests des Vorgängers. Wie es aussieht, werden vor allem die Wächter Cayde, Zavala und Ikora Dreh- und Angelpunkt der Story von Destiny 2 werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich dieses Dreiergespann aufteilt und ihr immer wieder einem der drei unter die Arme greifen müsst.

Der Unterschied zwischen PC und Konsole

Die erste Mission konnte ich sowohl auf der PS4 Pro als auch auf dem PC zocken. Beide werden dort in 4K laufen. Ob auf der PS4 Pro die Checkerboarding-Technik genutzt wird, um 4K zu erreichen, ist leider nicht klar. Deutlich ist allerdings, dass Destiny 2 auf den Konsolen, auch auf der PS4 Pro, mit maximal 30 Frames laufen wird. PC-Spieler hingegen dürfen auch höhere Framerates genießen. Abseits davon sind sich die Versionen sehr ähnlich. Unterschiede konnte ich auf die Schnelle kaum erkennen. Das spricht einerseits für die PS4-Pro-Version, andererseits frage ich mich, ob bei der PC-Version nicht noch mehr möglich wäre.

Werden PCler und Konsoleros aber auch miteinander spielen können dank Crossplatform-Features? David Dague konnte mir diese Frage leider nicht beantworten, was sich für mich danach anhört, dass im Hintergrund noch Verhandlungen laufen, um dieses Problem zu lösen. Wäre es möglich, als PS4-Fan Destiny 2 mit PClern und sogar Xbox-One-Besitzern zu zocken, wäre das natürlich eine Errungenschaft sondergleichen. Ob Sony und Microsoft da mitspielen? Ich hoffe es.

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