Special - Diablo III : Fehlstart - oder doch nicht?

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Wohl kein anderes Videospiel der letzten Jahre wurde so sehnsüchtig erwartet wie Diablo III. Am Tag vor dem Start war Diablo III sicherlich der am meisten verwendete Begriff in Facebook. Diejenigen, die versuchten, die Zeit bis Mitternacht zu überbrücken, zeigten ihre Ungeduld, während die gänzlich Uninteressierten ihre Gleichgültigkeit kundtaten. Das Bild änderte sich ab Mitternacht dann doch recht schnell.

Wie groß die Sehnsucht nach dem Spiel war, konnte man bereits am Nachmittag ermessen. Ab 17 Uhr sollte die Installation des Spiels aufgrund der Online-Aktivierung möglich sein. Als sich um 17:10 Uhr noch nichts tat, quollen schon die Forenkommentare auf den offiziellen Seiten über. Kurz danach war die Installation dann doch möglich und die Spieler beruhigten sich wieder. Aber nicht lange, denn wer pünktlich um 00:01 Uhr loslegen wollte, musste viel Glück oder eine Menge Geduld haben.

Denn erwartungsgemäß platzten die Server zum Launch aus allen Nähten. Der Log-in ins Battle.Net war nicht möglich, stattdessen erwartete einen die Fehlermeldung #37 – "Die Server sind zur Zeit ausgelastet". Wohl dem, dessen Aufregung gering genug war, um schlafen zu können, denn für die meisten sollte es bis weit nach 2 Uhr Nachts dauern, bis sie endlich die ersten Schritte in Neu-Tristram wagen konnten. Wer bereits etwas Erfahrung mit Blizzard-Launchs hat, konnte ohnehin bereits im Vorfeld erahnen, dass nicht alles wunschgemäß laufen würde.



Warum nicht jeder gleich auf die Server kam? Darüber können wir nur spekulieren. Eigentlich sollte Blizzard aus der Erfahrung mit World of WarCraft heraus solchen Anstürmen gewappnet gegenüberstehen. Und man bedenke, dass nur ein Teil der gesamten Spieler wirklich um 0:01 am PC hing. Dass Blizzard den Ansturm unterschätzt hat, sollte man eigentlich ausschließen können. Bei einem Unternehmen dieser Größenordnung sollte man erwarten können, dass es ab und zu einen Blick auf die Zahlen der Vorbesteller wirft.

Wahrscheinlich ist eher, dass Blizzard die Log-ins bewusst begrenzt hat, damit das Battle.Net unter dem brachialen Ansturm nicht komplett zusammenbricht. Man kann wohl davon ausgehen, dass in diesem Falle die Grenze nach und nach angehoben und ein reibungsloser Spielbetrieb schnell möglich sein wird. Eins hat der etwas holprige Start aber auf jeden Fall gezeigt: Der Online-Zwang von Spielen wird immer wieder zu Ärgernissen führen.

Es ist verständlich, dass Blizzard die Daten von Diablo III nicht mehr auf den Festplatten der Benutzer sehen will. Die Dupe- und Cheat-Orgien des Vorgängers sind hinlänglich bekannt und in Verbindung mit dem umstrittenen Echtgeld-Auktionshaus wäre so ein Zustand schlicht untragbar. Die Spieler indes sind wenig begeistert und verfluchen in Foren und Kommentaren, unter anderem bei Amazon.de, den Online-Zwang. Gerade Solospieler fragen sich immer wieder, warum man online sein soll, um ein Offline-Spiel zu zocken. Allerdings wird wohl in Zukunft ohnehin kein Weg am Online-Zwang vorbeiführen. Spätestens wenn Cloud-Gaming und Streaming sowie Online-Distribution weiter fortschreiten, kommen wir um die lästige Internet-Verbindung beim Zocken wohl kaum noch herum.

Fest steht im Falle von Diablo III nur eins: Der verzögerte Start wird schnell in Vergessenheit geraten, wenn es keine weiteren Stolpersteine seitens des Battle.Nets gibt. Diskussionsthemen wird es in den kommenden Tagen aber noch zur Genüge geben. Sei es der Online-Zwang, das Echtgeld-Auktionshaus oder schlicht die Tatsache, dass sich nach der endlos langen Entwicklungszeit selbst nach dem Day-1-Patch noch einige richtig dicke Fehler im Spiel befinden.

Wir lassen uns jedenfalls die Laune nicht vermiesen, sondern zocken, was die Maus hergibt, denn schließlich wollen wir euch den Test zu Diablo III so bald wie möglich präsentieren. Wir sehen uns in der Hölle!

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