Test - Die Siedler IV : Die Siedler IV

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Die Siedler IV
Hierhin wird Morbus verbannt.

So mag sich der eine oder andere fragen, warum seine Siedlung, wenn er schon die Siedler selbst nicht steuern kann, nicht optimal verwaltet wird. Besonders die Träger und Planierer zeigen sich eher gehemmt, was das Arbeiten betrifft. Zum Beispiel werden Baustellen erst beliefert, wenn sie fertig planiert sind, was den gesamten Aufbau verlangsamt. Auch das Verteilen der Nahrung in die Minen wird nach einem kaum durchschaubaren System vollführt, für mich blieb es in fast zwei Wochen Dauerspielen unergründlich, so wie auch die Reihenfolge beim Bauen und das Beliefern mit Baustoffen kein Glanzstück darstellt. Im Vorgänger funktionierte dieser Teil noch praktisch perfekt.

Sicher, den hartgesottenen Aufbauspieler wird das alles wenig stören, dieser darf sich auf putzige Pausenanimationen freuen, auf schöne bunte Landschaften und detailliert gestaltete und animierte Figuren und Zierobjekte.

Den anderen, mehr am Spiel und der optimalen Auslastung seiner Wirtschaft interessierten Spieler werden gerade diese Features allerdings eher stören, kann er doch ob des Gewusels und Gekrusels nicht mehr richtig erkennen, was eigentlich in seiner Siedlung los ist. Durch die starke Weichzeichnung, insbesondere der Waren, sind diese ebenfalls nur mit Mühe zu erkennen, das viel gelobte 'look and know what is'-Prinzip, das 'Siedler III' von allen bisherigen Teilen so hervorhob, hat leider derbe Einbussen erlitten.

Um den konzeptionellen Schwächen des Spiels in diesem Bereich etwas entgegenzuwirken, haben die Blue Bytler einige beim Spielen doch nützliche Features implementiert. So wird zum Beispiel Nahrung von einer Mine, die abgeschaltet wurde, an die anderen Minen verteilt. Auch daß man seinen Geologen nun den Hammer wieder wegnehmen kann, um damit vielleicht eine verwaiste Werkzeugschmiede benutzbar zu machen, ist eines der Dinge, die man in 'Siedler IV' tatsächlich besser machen konnte. Auch den stufenlosen Zoom kann man als solch ein Feature bezeichnen, hilft er doch, das Geschehen in der Siedlung wenigsten durch hineinzoomen wieder sichtbar zu machen. Der Saboteur, der in der Lage ist, auch zivile Gebäude zu zerstören, ist vom Prinzip her ebenfalls eine gute Idee.

Die Siedler IV
Grün ist nicht gerade, das was Morbus liebt.

Wurde das grafische Interface von 'Siedler III' schon als unübersichtlich und kompliziert bewertet, so haben die Programmierer in dieser Hinsicht nur wenig verbessern können, die Icons der einzelnen Menüs und Unterpunkte sind zum Teil nun gar nicht mehr zu unterscheiden, beziehungsweise ihre Funktion ist nicht zu erkennen. Auch werden zu den bereits mannigfaltigen Menüs noch ausklappbare hinzugeschaltet, welche nochmals weitere Funktionen offenbaren. Hat man auf der einen Seite das Menü also erweitert und verbreitert, ist man auf der anderen Seite von einem der wichtigsten und besten Features in ‚Siedler III' weggerückt, dem globalen Menü für das Einstellen von Waffen, Werkzeugen und der Rekrutierung. Diese Umstellung erweist sich als eine der größten Schwächen im neuen ‚Siedler', muss man doch erst umständlich seine Schmieden und Kasernen suchen, um Einstellungen vornehmen zu können. Zwar gelten diese dann wenigstens bei den Waffenschmieden für den gesamten Ecosektor, trotzdem sollte diese Neuerung überdacht werden.

Hinzu kommt, daß diese Einstellungen erst nach Fertigstellung der Gebäude vornehmbar sind und die Standardeinstellung auf ‚nicht produzieren' steht. Gerade Anfänger werden sich also verdutzt wundern, warum sich Eisen und Kohle an ihren Produktionsstätten stapeln und nichts produziert wird.

Die Siedler IV
Der Hauptbildschirm.

Hat sich also der Wirtschaftsteil von 'Siedler IV' nur marginal verbessert, zum Beispiel funktioniert das Verteilsystem von Rohstoffen an die weiterproduzierenden Stätten nun reibungslos, erhofft sich der dem strategischen und taktischen Kampf geneigte Spieler wenigstens Verbesserungen in der Steuerung seiner Soldaten. Dies war einer der größten Kritikpunkte in 'Siedler III', vor allem in der Gemeinde der Online-Spieler. Doch hier wurde nichts verbessert, die Steuerung der Soldaten ist mindestens genauso nervenaufreibend wie im Vorgänger. Zudem kann man nun nicht einmal mehr Schwertkämpfer von Bogenschützen und auf der Minimap Freund von Feind unterscheiden.

Das Spielprinzip an sich hat sich kaum geändert, hier gab es auch nicht viel zu machen, ist die ‚Siedler'-Reihe doch gerade wegen des Gemischs aus Aufbau-, Wirtschaft- und Kriegssimulation so erfolgreich. Man baut also wie gewohnt seine Siedlung auf und marschiert, wenn man sich stark genug fühlt, in den Kampf. Hier wird das Spiel sicherlich seine Fans finden sind doch die Animationen gut gelungen und zum Beispiel das Wildleben wieder so stark vertreten wie im erfolgreichen zweiten Teil der Serie.

Vor allem dem Spieler, der seine Zeit damit verbringen will, ohne großes Nachdenken und Hinterfragen einzelner Funktionen seinen Wuselmännern zuzusehen wie sie hämmern, schaufeln und vielleicht dann auch mal in die Schlacht ziehen und dem es egal ist, ob er eine Minute früher oder später rekrutieren kann oder ob er in einer Stunde 50 oder 200 Soldaten baut, kann 'Siedler IV' für diesen Part uneingeschränkt empfohlen werden.

 

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