Test - Dracula Twins : Dracula Twins

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Die kindgerechten Abenteuer der Zwillinge Drac und Dracana im Kampf gegen einen bösen Vampirjäger dürft ihr in Form eines richtig schlechten Jump'n'Runs nachspielen. Wir haben das preisgünstige Spielchen einem harten Test unterzogen.

Kinderspiel für Untote

Boah, wie fies: Der liebe Papa Dracula wird vom bösen Vampirjäger gefangen gehalten, damit er aus dem Blut des Untoten einen unsterblich machenden Lebenstrank herstellen kann. Die beiden Zwillinge Drac und Dracana machen sich auf, diesen heimtückischen Plan zu vereiteln. Ihr dürft dieses kindgerechte Abenteuer in Form eines richtig schlechten Jump'n'Runs nachspielen, welches selbst den vergleichsweise billigen Preis von knapp 20 Euro nicht rechtfertigt.

Das Konzept orientiert sich an älteren 2D/3D-Hybriden, wie beispielsweise ‘Pandemonium’ oder ‘Klonoa: Door to Phantomile’. Dies bedeutet, dass die Umgebung komplett polygonisiert ist und die Gegner sowie der Wegverlauf alle drei Dimensionen ausnutzen, aber euer Bewegungsfreiraum letztendlich auf Links- und Rechtslaufen beschränkt ist. Ihr könnt natürlich springen und mit einer Art Peitsche um euch schlagen, letzteres scheint ein etwas augenzwinkernder Seitenhieb bezüglich der ‘Castlevania’-Saga zu sein.

Besser als jede Schlafpille

Das Level-Design könnte kaum einfältiger oder öder sein: Nicht nur, dass alle 40 vorhandenen Abschnitte keinerlei Innovationen aufweisen, sie ähneln sich untereinander wie eineiige Zwillinge. Herausforderungen in Form von cleveren Hüpfpassagen oder kleinen Rätseln gibt es nicht. Jedes Mal, wenn ihr z. B. eine Kiste verschieben müsst, dann in unmittelbarer Nähe, um eine höher gelegene Plattform zu erreichen. Frei nach dem Motto: mächtig unspannend.

Manchmal müsst ihr vor Erreichen des Levelausgangs einen Schlüssel finden, manchmal benötigt ihr dazu wiederum eine Sanduhr, nach deren Aufsammeln zeitlich begrenzt weitere Plattformen auftauchen. Dazu kommen noch ein paar Endgegner der Marke "besonders billig" und nach gut anderthalb Stunden habt ihr schon das gesamte Spiel durch.

Spielbarkeit direkt aus den 80er-Jahren importiert

Leider verhindern ein paar nervige Steuerungsmacken eine Empfehlung selbst für Anfänger oder kleine Kinder. So bleiben Drac oder Dracana (einen echten Unterschied zwischen den beiden wählbaren Figuren gibt es natürlich nicht) jedes Mal kurz stehen, wenn ihr mit der Peitsche zuschlagt. Gleiches gilt für den Doppelsprung, was nicht nur schnell nervt, sondern auch den Spielfluss kräftig ins Stocken bringt.

Als selten dämlich erweist sich die Speicherfunktion, welche euren Spielstand automatisch alle paar Levels absichert. Leider wird auch gleich die Anzahl der übrig gebliebenen Leben festgehalten, was schnell zu Frust führen kann. Dieser kommt trotz des einfältigen Designs schneller, als euch lieb ist: Zwar besitzt eure Spielfigur einen Lebensenergiebalken, doch wer ins Wasser fällt oder auf spitze Stacheln tritt, der verliert gleich ein ganzes Leben als Untoter.

Präsentation auf Trash-Niveau

Grafisch ist ‘Dracula Twins’ genauso billig wie der Rest des Spiels. Zugegebenermaßen ist den Charakteren ein gewisser Putzigkeitsfaktor nicht abzusprechen. Davon abgesehen wirkt die Umgebung billig und erneut einfallslos. Abwechslung wird ganz klein geschrieben, im Prinzip gibt es nur zwei Grafiksätze (je einen für Außen- und einen für Innenareale).

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Sieht niedlich aus, macht aber null Spaß: ‘Dracula Twins’ ist spielerischer Müll in Reinkultur inklusive nerviger Steuerungsmacken, viel zu kurzer Spielzeit und bemerkenswert langweiligen wie repetitiven Level-Designs.

Überblick

Pro

  • niedliches Charakter-Design
  • Deinstallation nach fünf Sekunden vollzogen

Contra

  • Spieldauer maximal zwei Stunden
  • blöde Steuerung
  • extrem langweiliges Spieldesign
  • unbarmherzige Autosave-Funktion
  • Szenario kaum abwechslungsreich

Wertung

  • PC
    28
    %

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