Test - Dropship : Dropship

  • PS2
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Dropship
Mit dem gepanzerten Fahrzeug unterwegs.

In den Missionen - die übrigens von Dogfights über Bombenangriffe, Geleitschutz-Aufträge, Spionage-Einsätze und Transportflüge reichen - dürft ihr euch nämlich an den Knüppel dreier verschiedenen Dropships setzen und zwei unterschiedliche gepanzerte Fahrzeuge lenken oder euch hinter das Bordgeschütz setzen, um euch verfolgende Feinde aufzuhalten. So müsst ihr zum Beispiel in einer Mission der Nordafrika-Kampagne ein solches Fahrzeug lenken, nachdem euer Jet während des Einsatzes fluguntauglich geworden ist. Nachdem ihr zu Beginn noch durch die Wüste steuern dürft, klettert ihr etwa nach der Hälfte der Fahrt in den Geschützturm, um die Verfolger abzuknallen, die angreifenden Helikopter vom Himmel zu holen und euch den Weg freizuschiessen. In der Luft funktioniert das übrigens in etwa in der selben Weise.

Harte Kämpfe
Um gegen eure Feinde bestehen zu können, habt ihr zwei Waffensysteme an Bord. Neben der Bordkanone, mit der sich bewegte Ziel nur schwer erledigen lassen, dürft ihr auch normale Raketen, sowie zielsuchende Luft-Luft- und Luft-Boden-Missiles einsetzen. Das ist auch bitter nötig, da der Feind zwar nicht über eine derart gute Panzerung wie euer Dropship verfügt, dafür aber zahlenmässig im Vorteil ist und euch auch schon mal aufs Korn nimmt. Netterweise warnt euch eure nette Co-Pilotin Eva Kandinski, wenn ihr anvisiert werdet und sich eine Missile nähert.

Als wäre das noch nicht genug, werdet ihr aber nicht nur aus der Luft unter Beschuss genommen, sondern sollt auch mittels mobiler oder stationärer Flugabwehr ausradiert werden. Hier kommt dann ein nettes Feature zum Zug: Ihr könnt nämlich euren Kollegen Befehle erteilen und somit die Angriffe besser koordinieren, so dass eure Kumpels beispielsweise die Abwehrstellungen ausschalten, während ihr euch um die Erfüllung des Primärziels kümmert. Da es sich bei den Missionen zudem immer um mehrteilige Aufgaben handelt, sollte es euch nicht so schnell langweilig werden.

Um zu sehen, wie eure Gegner in die Luft fliegen, haben die Entwickler auch eine Verfolgungskamera mit eingebaut, die euch auf Wunsch nach dem Abschuss einer Rakete quasi mitfliegen lässt, so dass ihr seht, wie sich euer Geschoss das Ziel sucht und schliesslich trifft oder ins Nirgendwo weiterfliegt. Um weiter entfernte Objekte ins Visier zu nehmen, könnt ihr zudem mit dem linken Analog-Stick an den Gegner heranzuzoomen, das funktioniert dann in etwa wie der Sniper-Modus in aktuellen Shootern.

Dropship
Den Feind im Visier.

Grafik und Sound
Mit ein Grund für den Spielspass ist die Präsentation des Spiels. Das beginnt mit den immens grossen Einsatzgebieten - wir sprechen hier von rund 40 Quadratkilometern - und der beeindruckenden Weitsicht. So fliegt ihr über Wälder und Seen, schneebedeckte Berge und Siedlungen, immer auf der Hut vor plötzlichen feindlichen Angriffen. Die Landschaften selbst sind zwar etwas detailarm und die Militärbasen sind ebenfalls karg anzusehen, dafür bleibt aber die Framerate ständig konstant und lässt keinen Ruckler den Spielspass trüben. Auch die Effekte können sich sehen lassen, wenn ein feindlicher Jäger am Himmel explodiert oder ein gegnerischer Stützpunkt in Flammen aufgeht.

Der Sound kann ebenfalls gefallen, wobei mir besonders die Triebwerksgeräusche gefallen, wenn ein Jet eurer Widersacher in nächster Nähe an mir vorbeizieht. Weiter kann auch die deutsche Synchronisation gefallen, die gut gemacht und meist glaubwürdig umgesetzt wurde. Die Musik ist keineswegs störend und passt sich der jeweiligen Situation an, indem sie im Falle einer Bedrohung für die nötige Stimmung sorgt. Nicht zu vergessen der authentisch wirkende Funkverkehr, der ebenfalls gut ins Geschehen passt.

Steuerung
Dass euer Fluggerät übrigens Dropship heisst, kommt nicht von ungefähr - schliesslich lassen sich damit andere Einheiten an schwer zugängliche Plätze bringen, da euer Jet neben dem normalen Flugmodus auch in den so genannten Schwebe-Modus versetzt werden kann, indem er wie ein heutiger Senkrechtstarter an Ort und Stelle in der Luft bleiben kann. Das hat dann den Vorteil, dass ihr eure Fracht quasi punktgenau absetzen könnt, andererseits seid ihr damit aber leichte Beute für die gegnerische Flugabwehr.

Dropship
Mit der Zoomfunktion lässt es sich besser zielen.

Euren Flieger im Flug-Modus sicher durch die Gegend zu lenken, ist höchstens zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da ihr euch zu Beginn zuerst daran gewöhnen müsst, dass sich der Jet in den beiden Modi anders steuert. Euer grösster Gegner wird am Anfang am ehesten das Gelände sein, in das ihr - übermütig geworden, aufgrund der ersten Erfolge - ab und zu hineindonnert. Euer Dropship hält zwar eine ganze Menge aus, allerdings hilft auch dessen Panzerung bei einem Crash mit über 1000 Sachen nichts mehr. Dafür könnt ihr euch aber euren Absturz in der wirklich gelungenen Direktwiederholung noch einmal ansehen ...

Etwas weniger gut gelungen ist das Balancing der einzelnen Kampagnen: Wie es sich gehört, sind die ersten Missionen noch relativ einfach, in den späteren Aufgaben warten allerdings echte Knacknüsse auf euch, die dem einen oder anderen Hobby-Piloten sicher frustriert aufgeben lassen. Besonders stört hier das Fehlen von Checkpoints innerhalb der umfangreichen Einsätze.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
'Dropship: United Peace Force' scheint auf den ersten Blick ein eher mittelmässiger Action-Titel zu sein, macht aber - sobald man den Jet einmal im Griff hat - zunehmend Spass. Mit dafür verantwortlich sind die abwechslungsreichen Missionen, die Möglichkeit, auch mal in einem Bodenfahrzeug zu sitzen, die gute deutsche Lokalisierung und die solide Grafik. Den Spielspass trübt aber vor allem gegen Ende das unausgewogene Balancing, so dass sich der eine oder andere an den letzten Kampagnen die Zähne ausbeissen wird. Nichts desto trotz erwartet den Action-Fan ein spannender und herausfordernder Titel, der kurzweilige Abenteuer in der nahen Zukunft bietet.  

Wertung

  • PS2
    84
    %

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