Test - Eternal Sonata : Chopin als Inspiration für ein RPG

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Kämpfe mit Pfiff

In bewährter Rollenspiel-Manier durchkämmt ihr diverse Städte, Verliese, Wälder und Ebenen. Besonders viel Mühe haben sich die Entwickler beim Kampfsystem gegeben. Das Ziel der Entwickler war, dass die Spieler stets gefordert sein sollten und nicht hundert Mal denselben Kampfsequenzen zuschauen müssen. So sind sie auf ein neues Battle-System gekommen, das ein Mix aus Echtzeit- und rundenbasiertem Kampf darstellt. Ihr bewegt euren Helden direkt per Analog-Stick über die Kampffläche und attackiert die Feinde auf Knopfdruck. Allerdings verbraucht selbst die kleinste Bewegung eine Energie-Anzeige, bestehend aus etwa fünf Sekunden, – ist die Zeit aufgebraucht, ist der Gegner am Zug. Schafft ihr es, die Zeit clever zu nutzen und Kombo-Manöver anzubringen, könnt ihr besonders spektakuläre und schmerzhafte Spezialattacken starten.

Darüber hinaus spielen Licht und Schatten eine wichtige Rolle in ’Eternal Sonata’: Eure Spielfigur wird in ihrer Kampfstrategie davon beeinflusst, ob sie gerade im Licht oder in der Dunkelheit steht. Dasselbe gilt für die Feinde – einigen wollt ihr besser nur bei Tageslicht begegnen, während andere in der Nacht schwächer sind. Je nach Licht oder Schatten verändern die Feinde gar ihr Aussehen. Ihr habt stets drei Helden im Spielgeschehen, eure Truppe besteht aber aus bis zu zehn Recken, die in die Action eingewechselt werden können. Jede Figur verfügt über eigene Moves, die mitunter ziemlich skurril ausfallen. Der Junge Beat etwa knipst mit seiner Kamera die Feinde. Damit verletzt er sie zwar nicht, je nach Qualität des Schnappschusses (der in Echtzeit entwickelt wird) erhaltet ihr aber Moneten beim Händler. Wer will, kann übrigens jederzeit zwei Spieler dazuschalten, die dann in den Kämpfen die anderen beiden Charaktere steuern.

Viele Next-Gen-Spiele aus Fernost sehen technisch nicht sonderlich beeindruckend aus. Glücklicherweise trifft dies nicht auf ’Eternal Sonata’ zu. Im Gegenteil: Die herrlich bunte und phantasievolle Grafik im Manga- und Cell-Shading-Look begeistert durch ihr Artdesign und durch die teils beeindruckende Fülle an Details. So gibt es etwa in der Stadt einen Laden, der geradezu überquillt mit Regalen voller Objekte, die alle einzeln gerendert sind. Ganz dem Chopin-Schwerpunkt entsprechend geben sich die Entwickler beim Sound ebenfalls viel Mühe. Die Musik sowie die Orignalstücke von Chopin wurden aufwändig arrangiert, etwa durch einen berühmten russischen Pianisten. ’Eternal Sonata’ erscheint im Oktober 2007 in Europa. Das Spiel wird über wahlweise japanische und englische Sprachausgabe verfügen, deutsche Untertitel sind ebenfalls vorhanden.

Fazit

von David Stöckli
Eigentlich mache ich mir nicht allzu viel aus Japano-Rollenspielen im kindlichen Manga-Look. ’Eternal Sonata’ habe ich aber schnell in mein Herz geschlossen: Das Musikkonzept und die Fantasy-Welt wirken spannend, das Kampfsystem scheint ein guter Kompromiss zwischen Echtzeit-Action und rundenbasierter Strategie, dazu kommt eine wunderbar stimmige technische Präsentation. Man darf gespannt sein, wer im Herbst 2007 das Herz der X360-Rollenspieler erobern wird: ’Blue Dragon’ oder ’Eternal Sonata’. Letzterer Titel muss den Vergleich auf keinen Fall scheuen.

Wertung

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    85
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