Test - F1 Championship Season 2000 : F1 Championship Season 2000

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F1 Championship Season 2000
Kopf an Kopf-Rennen.

Feintuning des Wagens
Für den versierten Renn-Fan beginnt der Spass schon beim Setup seines Boliden. Während im Standard-Setup nur die Reifen, der Abtrieb, das Getriebe und die Radaufhängung verändert werden können, bieten sich im Fortgeschrittenen-Setup doch ein paar Möglichkeiten mehr: Sowohl für den Front- als auch für den Heckabtrieb stehen fünf Einstellmöglichkeiten zur Auswahl, die Aufhängungshärte kann ebenfalls vorne und hinten geändert werden und die Bremsbalance nach eigenem Geschmack auf die Vorder- oder Hinterachse verteilt werden. Weiter könnt ihr die Bodenfreiheit für beide Achsen wählen, was wiederum einen Einfluss auf den Luftwiderstand eures Wagens hat. Jede Einstellung bringt natürlich Auswirkungen auf das Fahrverhalten mit sich, so dass sich auch das Handling des Boliden ändert. So könnt ihr zum Beispiel mit einer kurzen Übersetzung schneller Beschleunigen, mit einer längeren Übersetzung erreicht ihr aber eine höhere Spitzengeschwindigkeit. Es gibt also genug zu schrauben und zu drehen, bis ihr euer Rennwagen den jeweiligen Strecken und Wetterverhältnissen entsprechend eingestellt habt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass bei eingeschaltetem Benzinverbrauch und eingeschalteten Schäden auch die Benzinstrategie und die Boxenstopps eingeplant werden müssen ...

Rücksichtslose Gegner
Etwas seltsam ist das gegnerische Fahrverhalten: Einige Kurven werden einerseits sehr langsam gefahren, so dass ihr aufpassen müsst, dass ihr euren Rennkollegen nicht ins Heck fahrt. Andererseits ziehen eure Konkurrenten auf Geraden pfeilschnell an euch vorbei und fahren andere Kurven wiederum mit atemberaubendem Tempo. Zudem sind sie sehr schwer einzuschätzen und fahren stellenweise ziemlich rücksichtslos, so dass es manchmal ums pure Überleben geht, wenn ihr die Runde heil überstehen wollt. Mühsam ist dieses Verhalten eurer Gegner vor allem dann, wenn es gilt ein paar Wagen zu überholen und ihr nie wisst, ob ihr nicht gleich von einem dieser Boliden ins Aus befördert werdet. Auch bei den Starts werdet ihr, wenn ihr nicht schnell genug wegkommt, schon das eine oder andere Mal gnadenlos über den Haufen gefahren. In Sachen Gegner-KI gibt's also noch eine Menge zu tun ...


F1 Championship Season 2000
Wieder einmal Stau in der Formel Eins.

Grafik und Sound
Vor allem die Boxenstopps sehen dank 'Motion Capturing'-Verfahren toll aus: Nicht nur ein einziger Mechaniker macht sich pro Reifen an die Arbeit, sondern das komplette, 22 Mann starke Boxenteam, bringt euren Wagen wieder auf Vordermann. Aber auch wenn die Optik stimmt, kommt hier die Hektik eines realen Stopps nicht so richtig rüber. Weiter wurden die Strecken, Gebäude und Werbetafeln aufgrund von Foto- und Filmaufnahmen exakt nachempfunden, was auch ziemlich gut aussieht. Jedoch auch hier wieder ein Wermutstropfen: Die Kurven sind etwas eckig geraten, was ihr allerdings nur bei langsamer Fahrt sehen könnt. Wiederum gut gelungen sind das Schadensmodell und die zahlreichen raffinierten Kameraeinstellungen. Das Hitzeflimmern der Auspuffgase am Start, Rauchwolken, aufgewirbelter Staub und Reflexionen im Regen sorgen für die nötige Rennatmosphäre. Als nettes Detail empfand ich den Umstand, dass sogar der Kopf, oder besser Helm, eures Fahrers den Fahrstil wiederspiegelt und bei den Manövern vor und zurück, hin und her pendelt.
Auch die Soundkulisse mag überzeugen, wobei mir neben dem Motordröhnen die Motorgeräusche beim Zurückschalten am besten gefallen haben. Ebenfalls passend der Kommentar, der auch weitere Informationen zu früheren Rennen bietet und statistische Daten vermittelt.


F1 Championship Season 2000
Übersicht in der Fahrer-WM.

Steuerung und Anzeigen
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit und etwas Feingefühl beim Tuning eures Wagens, lassen sich schon akzeptable Rundenzeiten fahren. Um eure Rennmaschine durch die Kurven zu scheuchen, könnt ihr eine von drei vordefinierten Controller-Konfigurationen wählen, an denen es nichts auszusetzen gibt. Gespeichert werden eure Spieleinstellungen und Fortschritte in den verschiedenen Modi übrigens mittels einer Autosave-Funktion, die sich auch ausschalten lässt. Pro Modus kann allerdings nur ein Spiel gespeichert werden, so dass ihr zuerst eine Meisterschaft zu Ende fahren müsst, bevor ihr eine neue beginnt.
Auf dem Bildschirm lässt sich eine Vielzahl von Dingen einblenden: Neben dem Rundenzähler, der Rundenzeit und der Positionsanzeige finden sich Tachometer mit Drehzahl- und Ganganzeige. Ebenfalls zu sehen sind Warnlämpchen für Boxenstopps, Treibstoff und mechanische Defekte. Um die Übersicht über die Strecke nicht zu verlieren, könnt ihr des weiteren noch eine Streckenkarte einblenden lassen, die euch die aktuelle Position anzeigt.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
Die verschiedenen Renn-Modi sollten sowohl den Anfänger als auch den fortgeschrittenen Fahrer zufrieden stellen. Allerdings werden die technischen Einstellmöglichkeiten für den Hardcore-Simulations-Fan nicht ausreichend sein: An Telemetrie, Motor und Aerodynamik kann nämlich nicht geschraubt werden. Auch in Bezug auf das Fahrverhalten ist das Spiel eher irgendwo zwischen Arcade und Simulation anzusiedeln. Begeistern kann wiederum die tolle Grafik und der Sound, der wesentlich zur guten Spielatmosphäre beiträgt. Ebenfalls gut gelungen ist der Zweispieler-Modus, auch wenn ihr im Splitscreen nur zu zweit unterwegs seid. Empfehlenswert für alle 'Formel Eins'-Fans und Spieler, die einmal in ein solches Game zocken wollen, ohne gleich durch die Simulationslastigkeit erschlagen zu werden.  

Wertung

  • PS2
    82
    %

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