Test - F1 Racing Championship : F1 Racing Championship

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F1 Racing Championship
Abstecher ins Kiesbett.

Für Anfänger und Profis
Da leider nicht in jedem von uns ein verborgenes 'Formel 1'-Talent schlummert, lassen sich verschiedene Fahrhilfen einschalten, die vor allem dem Rennsport-Neuling das Leben doch erheblich erleichtern. Diese Hilfen sind in zwei Gruppen unterteilt: In der ersten könnt ihr die Schleuderkorrektur, die Schlupfkontrolle und das ABS zuschalten. Diese drei Optionen helfen deutlich beim Beschleunigen und Bremsen. Der Wagen bricht nur noch höchst selten aus, Dreher sind ziemlich rar. In der zweiten Gruppe findet ihr die Bremshilfe und die einblendbaren Kurvensymoble, die euch Auskunft über Form und Verlauf der herannahenden Kurve geben. Ausserdem habt ihr die Möglichkeit, mittels Auto-Positionierung eure Boliden per Knopfdruck zurück auf die Strecke zu befördern oder euch mittels farbiger Markierung die Ideallinie anzeigen zu lassen. Meist reicht es aber, sich am Gummiabrieb der Räder auf der Strecke zu orientieren.

Feintuning
Spätestens in der Garage wird das Mechaniker-Herz in euch zu pochen anfangen, denn hier könnt ihr die Eigenschaften eures Autos nach eurem Geschmack anpassen. Links unten wird dabei immer gleich auch angezeigt, welche Auswirkungen die Änderungen am Setup auf die Geschwindigkeit, die Beschleunigung und den Grip des Fahrzeugs hat. Das beginnt mit mehr oder weniger banalen Dingen wie der Treibstoffmenge, führt über die Bereifung hin zu acht weiteren Einstellungsmöglichkeiten: Das Lenkverhältnis und die Motordrehzahl lassen sich anpassen, die Radaufhängung härter oder weicher einstellen, der Anstellwinkel der Flügel dem gewünschten Anpressdruck angleichen, die Bodenfreiheit und der Radsturzwinkel ändern, sowie die Bremsbalance und das Übersetzungsverhältnis der Strecke anpassen. An jeder Ecke kann hier geschraubt werden, dass es eine wahre Freude ist.

F1 Racing Championship
Im Regen unterwegs.

Grafik und Sound
Optisch sind die Rennboliden durchaus gelungen: Die Wagen wurden den realen Vorbildern ziemlich gut nachempfunden und lassen daher keine Wünsche offen. Auch die detaillierten Strecken vermögen zu gefallen - wenn ihr mit über 300 Sachen durch die Gegend rast, habt ihr aber wohl keine Zeit mehr, euch die Kräne, Tribünen und das Pace-Car anzusehen. Auch an Streckenposten wurde gedacht, die ab und zu Fahnen schwingend am Streckenrand stehen. Eindrücklich ist auch die Fernsicht, die durch keinerlei Pop-Ups gestört wird, sowie die Spiegelungen auf den Karosserien eurer PS-Boliden. Schade nur, dass im Verlaufe des Rennens keine Verschmutzungen auf dem Lack zu erkennen sind oder sich die Reifen bei eventuellen Ausritten ins Grüne kurzzeitig verfärben.
Dass bei den Fahrzeugen ordentlich Saft im Motor steckt, könnt ihr auch hören: Die heulenden Motoren vermitteln ein tolle Atmosphäre und tragen positiv zum Spielspass bei. Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings in diesem Zusammenhang, dass auf den Kommentar während der Rennen verzichtet wurde. Lediglich Informationen zur Platzierung und Boxen-Order sind zu vernehmen. Musikalisch wurde noch etwas Prominenz eingebaut, indem 'Garbage' die Titelmusik beisteuern durfte.

F1 Racing Championship
Durch die Zeitstrafe ziemlich zurückgefallen.

Steuerung
Die Steuerung ist meiner Ansicht nach vorbildlich. Nicht nur, dass sich für jede Fähigkeitsstufe Fahrhilfen zu- oder abschalten lassen, vor jedem Rennen wird zusätzlich noch die Strecke beschrieben: Mittels einer kleinen Vorschau wird euch gesagt, in welchem Gang oder mir welcher Geschwindigkeit ihr die entsprechenden Kurven fahren solltet.
Tuning-Einstellungen haben natürlich auch einen direkten Einfluss auf das Fahrverhalten. Dieser Simulationsaspekt macht echt Laune, so dass wohl jeder früher oder später etwas herumprobieren sollte, um entweder ein Quentchen mehr Leistung herauszuholen oder das Fahrzeug dem eigenen Fahrstil anzupassen. Natürlich haben auch Schäden einen Einfluss darauf, wie gut oder wie schlecht sich das Auto fahren lässt. Zudem wurden die Motorenleistungen und die Setups an die jeweiligen Teams angepasst.
Insgesamt habt ihr die Wahl zwischen vier Kamera-Perspektiven. Das Geschwindigkeitsgefühl wird natürlich in der Cockpit-Ansicht am besten vermittelt, allerdings sind hier die Aussenspiegel praktisch nicht zu gebrauchen. Kritisieren lässt sich auch, dass ihr während dem Rennen nicht erfahren könnt, ob und wie sich der Abstand zum Vorder- oder Hintermann verändert hat.
Ausserdem darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Gegner-KI sehr gelungen ist. Ihr werdet nicht bei jeder Gelegenheit abgeschossen - im Gegenteil: Obwohl auch eure Konkurrenten den Sieg wollen, können sie in kritischen Situationen auch mal vom Gas gehen, um einer möglichen Kollision vorzubeugen. Auch gegnerische Fahrfehler an kniffligen Stellen sind möglich.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
'F1 Racing Championship' ist zur Zeit sicher das Beste, was sich ein Rennfreak für die PS2 zulegen kann. Sowohl die ruckelfreie Grafik und das tadellose Fahrverhalten, als auch die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten machen das Spiel zur ersten Wahl. Daneben bietet es mit seinen guten Fahrhilfen auch dem Einsteiger ein nützliches Feature, um sich langsam an den Simulationsaspekt und die damit verbundenen Lenkprobleme heranzutasten. In der Fahrschule könnt ihr euch zudem die nötigen Fähigkeiten aneignen, um möglichst ohne Crashs über die Piste zu rasen. Andererseits wird aber auch der Profi seine Freude daran haben, da er immer wieder an seinem Wagen herumschrauben kann, um so die Leistung seines Gefährts zu optimieren. Kritik findet sich eher am Detail: Die Rückspiegel sind kaum zu gebrauchen und ein Kommentar fehlt völlig. Dazu kommt die veraltete 1999er Lizenz, so dass zum Beispiel die Strecke von Indianapolis fehlt. Davon abgesehen solltet ihr euch allerdings an diesen Kleinigkeiten nicht stossen und euch den Titel ruhig mal näher ansehen. Spätestens beim Erscheinen von Sonys 'F1 2001' wird sich allerdings zeigen, ob 'F1 Racing Championship' die Pole-Position halten kann.  

Wertung

  • PS2
    86
    %

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