Preview - Far Cry : Far Cry

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Far Cry
Die Verstärkung wird ihr blaues Wunder erleben.
Diese wiederum entpuppt sich als erfreulich dynamisch und verzichtet nahezu völlig auf gescriptete Elemente. Fest steht eigentlich nur die jeweilige Zone, in der sich Gegner befinden. Wie diese dann reagieren, hängt völlig von eurem eigenen Verhalten ab, wobei die Gegner auch mit einem überraschend starken Gruppenverhalten agieren und auf Bewegung, Sicht und Geräusch reagieren. Dabei habt ihr es auch nicht mit niemals endenden Horden zu tun, sondern immer mit kleineren Trupps, die an oder in der Nähe von bestimmten Standorten auf euch warten, wobei sie aber mobil sind und nicht nur doof an einer Stelle herumstehen. Einige Beispiele:

Dumme Gegner? Gibt's hier nicht!
Schafft ihr es nicht, den Gegner auf dem Deck des Schiffes schnell auszuschalten, wird er Verstärkung per Handzeichen rufen - schafft ihr es, kommt ihr relativ unbehelligt weiter, außer ihr werdet von Land aus gesehen. Im Dschungel wiederum kommt ihr relativ sicher voran, wenn ihr euch leise und gekauert vorwärts bewegt. Sobald ihr allerdings bemerkt werdet, legt die KI richtig los. Der Gegner, der euch entdeckt hat, alarmiert seine Kumpanen per Zuruf. Die gegnerische Truppe schwärmt dann akkurat aus, wobei die Stelle, an der ihr zuletzt gesehen worden seid, das Hauptziel der Gegner darstellt. Auf einem kleinen Radar konnten wir dabei anhand einer farblichen Kennzeichnung gut beobachten, welcher Gegner euch im Sichtfeld hat, welcher alarmiert ist und welcher noch nichts mitgekriegt hat. Die KI ist dabei so fair, nicht automatisch zu wissen, wo euer Recke gerade steckt. So könnt ihr es mit etwas Geschick schaffen, die Gegner abzulenken und euch heimlich an eine andere Position zu begeben, um sie zu umgehen, oder aber hinterrücks zu überraschen, was allerdings nicht ganz einfach ist, denn einmal alarmiert, reagieren die Knaben auf jeden knackenden Ast. Schafft ihr es, euch ganz zu verbergen, werden die Gegner das Gebiet noch ein wenig absuchen, dann aber nach einer Weile ihrem normalen Geschäft nachgehen.

Auch sonst macht das KI-Verhalten einen exzellenten Eindruck. Die Gegner sind enorm agil und nutzen jede verfügbare Deckung konsequent aus, springen sogar ab und an von Deckung zu Deckung, um eine bessere Schussposition zu erreichen. Dabei werdet ihr mit kurzen Salven beharkt, wobei es nicht selten ist, dass andere Gegner währenddessen versuchen, euch einzukreisen. Granaten werden benutzt, um euch auszuräuchern. Seid ihr mit einer Sniper-Rifle unterwegs und feuert auf einen Gegner aus einer Gruppe, steht der Rest nicht teilnahmslos herum, sondern begibt sich ebenfalls sofort in Deckung. Nähert ihr euch einem Gegner, der hinter einem Baum steht, könnt ihr euch auf einiges gefasst machen. Der Knabe ist dann nämlich nicht so dumm, schön regelmäßig immer um dieselbe Ecke des Baumes zu hüpfen, er bleibt mitunter dahinter, wartet auf eure Aktion, oder aber er versucht, euch mit einer schnellen Salve zu überraschen. Alles in allem gehört die KI zum Besten, was ich bisher in einem Shooter gesehen habe, und reagiert dabei so menschlich, dass man manchmal ins Staunen kommt.

Far Cry
Hitzige Gefechte im Dickicht des Dschungels.

Um den Gegnern gewachsen zu sein, steht euch nach und nach ein umfassendes Arsenal an Waffen realistischer Natur zur Verfügung, wobei Jacks Tragfähigkeit auf Pistolen und maximal zwei größere Waffen begrenzt ist. Selbige könnt ihr erlegten Gegnern abnehmen, ebenso wie Munition oder Granaten, die übrigens mit einer gesonderten Taste geworfen werden. Auch verfügt ihr über ein Fernglas, was sehr praktisch sein kann, um weiter entfernte Zonen erst mal ungefährdet auf Gegner zu untersuchen. Im Spiel könnt ihr zudem Fahrzeuge benutzen wie einen Jeep, in einem späteren Level soll sogar ein Paraglider enthalten sein. Schießen aus einem fahrenden Fahrzeug war in dieser Version noch nicht möglich, wird aber möglicherweise noch eingebaut.

Newton hätte seine Freude dran
Ein weiterer Pluspunkt ist die Spielphysik. Die Waffen verhalten sich recht akkurat, sowohl was Verzug als auch Entfernung angeht. Bei der Sniper-Rifle müsst ihr beispielsweise per Tastendruck die Luft anhalten, damit euer Fadenkreuz nicht zu sehr wackelt. Im Alternativ-Modus könnt ihr mit fast jeder Waffe über Kimme und Korn zielen, was den Gegner etwas näher heranzoomt und den Verzug reduziert. Auch auf die Trefferzonen wurde geachtet, ebenso wie die Durchschlagskraft. Mit entsprechender Munition könnt ihr also auch durch Holztüren hindurch schießen.

Das Physiksystem setzt sich auch bei den Objekten und Gegnern durch. Für Letztere gibt es ein Ragdoll-System, so dass diese realistisch zu Boden gehen. Die Objekte reagieren physikalisch weitgehend korrekt. Tonnen oder Flaschen fallen um und rollen durch die Gegend, Hängelampen schwingen, wenn eine Kugel sie trifft. Auch bei Explosionen fliegen Objekte stilecht durch die Gegend. Weitere kleine Schmankerl sorgen für Realismus: So werdet ihr bei Explosionen in eurer Nähe kurzzeitig geblendet und verliert euer Gehör.

Far Cry
Noch wissen die beiden nicht, was ihnen blüht.

Die Schönheit der Südsee
Wie auf den zahlreichen Screenshots bereits zu sehen war, ist die Grafik des Spiels ein echtes Schmuckstück. Die Sichtweite ist immens und die Umgebungen strotzen nur so vor Details, wobei Animationen wie wehendes Gras, Vögel oder bewegte Pflanzen für Stimmung sorgen. Selbst unter Wasser pulst das Leben, Fische schwimmen an euch vorbei und Seepflanzen wabern in der Strömung. Die Animationen der Gegner wirken sehr flüssig und realistisch. In den Innenräumen glänzt die Engine mit schöner Ausleuchtung und in Echtzeit berechneten Schatten. Dank Polybump-Mapping wirken die Texturen der Wände regelrecht plastisch und sehr detailliert. Die Zwischensequenzen werden in der Game-Engine dargestellt und gehen fließend ins normale Gameplay über.

Ebenso überzeugend kommt die Soundkulisse daher. Ob es sich um Schritte, Schüsse, Explosionen oder Umgebungsgeräusche handelt, alles klingt sehr detailgetreu. Dolby 5.1 wird unterstützt, so dass dem räumlichen Hören im Spiel bei entsprechender Hardware auch eine Bedeutung zukommt. Die Sprachausgabe ist ebenfalls, von dem, was bisher zu hören ist, ohne Tadel. Gegner brüllen sich Kommandos zu, oder geben Ausrufe wie 'Hier ist er nicht' von sich.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Auch nach längerem Zocken und Ausprobieren verschiedener Dinge bestätigt sich der exzellente Eindruck, den wir schon auf der E3 von 'Far Cry' mitnehmen konnten. Die Grafik sieht famos aus, überzeugen können aber vor allem die sehr fordernde und ausgereifte Gegner-KI und die geniale Spielumgebung. Auch wenn es nur ein Level war, ich hätte liebend gern noch mehr Zeit damit verbracht, allein schon um weitere Aktionsmöglichkeiten auszuprobieren und mir neue Tricks auszudenken, um die KI zu überlisten. Wenn Crytek hier nichts vermurkst und ein ansprechendes Mission-Design mit Abwechslung und vernünftiger Einbindung in die Story auf die Beine kriegt, kann 'Far Cry' nichts anderes werden als ein Ausnahme-Shooter. Ich bin schon mordsmäßig gespannt auf die Games Convention, auf der mehr vom Spiel gezeigt werden soll.  

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