Test - FIFA 13 : Abgeklärte Spielverlagerung

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Der ehemalige DFB-Präsident Hermann Neuberger philosophierte einst, dass "die Breite an der Spitze dichter geworden" ist. Seit Jahren ist dieses Phänomen auch im virtuellen Fußball zu erkennen, denn hier kämpfen Electronic Arts und Konami mit aller Programmierskunst um die Gunst der zahlenden Fußballfanatiker. Pro Evolution Soccer 2013 hat dieses Jahr vorgelegt, knüpfte trotz überzeugenden Spielanteilen aber nicht am Aufwärtstrend an. FIFA 13 muss diese Steilvorlage also eigentlich nur noch verwandeln, aber auch daran scheiterten schon Größen wie Mario Gomez oder Jakub Błaszczykowski.

Viele Neuerungen fallen auf dem ersten Blick nicht auf. Noch immer marschieren 22 Spieler über das Spielfeld und jagen einem kleinen runden Spielgerät in der Hoffnung hinterher, es zwischen den beiden Alupfosten und der Querlatte in die Maschen zu treten. Von besagten Toren gibt es weiterhin zwei. Schnell bemerkt jedoch das geschulte Auge des FIFA-Veteranen, dass der Ball in diesem Jahr freier von den unteren Extremitäten der Athleten agiert. Da springt die Kulle mal vom Fuß oder lässt sich nach einem schlampigen Pass nur schwer kontrollieren. Die einen nennen das realistisch, die anderen "1st Touch Control".

Dieses Element hat großen Einfluss auf das Spielgeschehen auf dem Platz. Die Partien haben an Dynamik gewonnen, die Kickerei ist unberechenbarer. Pässe, ob kurz oder lang, besitzen keinen Anspruch mehr darauf, am Schuh des Empfängers zu haften, geschweige denn den Fuß überhaupt zu erreichen. Das erfordert natürlich mehr Konzentration. Aber keine Panik: Drückt ihr die linke Schultertaste, lässt sich der Ball besser unter Kontrolle bringen. Drückt ihr den linken Analog-Stick dann noch in eine bestimmte Richtung, beeinflusst ihr den Weg der Ballannahme. Damit könnt ihr zwar den Gegner nicht sofort per Hacke tunneln, diese Funktion verleiht euch trotzdem mehr Kontrolle in der Spieleröffnung.

FIFA 13 - Attacking Intelligence Trailer
Line Producer Nick Channon erklärt die neue KI die für FIFA 13 entwickelt worden ist. Diese ist gegenüber dem Vorjahr stark verbessert worden.

FIFA Street lässt grüßen

Im März holte Electronic Arts FIFA Street aus der Versenkung und spendierte dem Kick einen neuen Anstrich. Einige Einflüsse haben es auch in der Version des großen Bruders geschafft. Besonders bei der Ballführung agieren die Athleten nun noch spritziger. Betätigt ihr beide Schultertasten, streift ihr mit der Sohle über die Kulle und betrachtet dabei Gleichzeitig den Gegner. So bringt ihr euch in Position, um im nächsten Moment per Dribbling den Gegenspieler zu überwinden. Das Abschirmen des Spielgeräts funktioniert in diesem Jahr ebenfalls besser. Kräftige Fußballer setzen außerdem effektiver ihre Masse ein und drängen den Gegenspieler leichter ab.