Test - Fire Pro Wrestling : Fire Pro Wrestling

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Für viele Wrestling-Fans ist die 'Fire Pro Wrestling'-Serie noch immer die Referenz des Genres. Bereits auf dem Super Nintendo wussten die kleinen 2D-Wrestler mit einem einzigartigen Gameplay zu begeistern, das mehr Tiefgang bot, als die ganze Konkurrenz. Bisher erschienen alle 'Fire Pro Wrestling'-Spiele nur innerhalb von Japan. Ubi Soft weiss aber, wie man ein Lächeln auf die Gesichter der Wrestling-Fans zaubert und bringt die neuste Version des Spieles namens 'Fire Pro Wrestling' für Game Boy Advance auch hierzulande in die Läden. Wie sich Wrestler ohne Lizenzen verprügeln und warum einige Fans trotz toller Spielbarkeit durchaus enttäuscht sein könnten, erfahrt ihr in diesem Review.

Fire Pro Wrestling
Das Hauptmenü bietet reichlich Auswahl.

'Fire Pro Wrestling', so lautet hierzulande der Titel des neusten 'Fire Pro Wrestling'-Spiels. Etwas schlicht und vor allem verwirrend, da es sich doch um eine Serie handeln soll. Der Grund für den zusatzlosen Titel erklärt sich daher, dass es bisher kein Spiel der Reihe geschafft hat, ausserhalb von Japan zu erscheinen. In Japan selbst heisst das hier getestete Spiel 'Fire Pro Wrestling A' - auch nicht gerade eine Überflut an Informationen, aber zumindest genug um zu unterscheiden.

Wer sich nicht mit dem vielerorts als 'Sports Entertainment' bezeichneten Wrestling auskennt, muss hier nicht verzweifeln, denn die Regeln sind eigentlich recht simpel. Die beiden gegeneinander antretenden Wrestler müssen ihren Kontrahenten entweder drei Sekunden mit beiden Schultern auf die Ringmatte pressen, zur Aufgabe zwingen oder einen sogenannten 'Count Out' erreichen. Die ersten beiden Möglichkeiten sind eigentlich selbsterklärend. In beiden Fällen werden verschiedene 'Moves' eingesetzt, um den Gegner zu schwächen. Um die Aufgabe zu erreichen, wird praktisch immer ein Haltegriff angesetzt, bei dem Muskeln überspannt werden oder Ähnliches. Ein 'Count Out' ist, wenn der Gegner sich zu lange ausserhalb des Ringes aufhält und ausgezählt wird. Sobald ein Wrestler den Ring verlässt, beginnt der Schiedsrichter nämlich zu zählen, und hat er bis zehn gezählt, verliert derjenige, der sich nicht im Ring aufhält. Da diese Art ein Match zu beenden eher unbeliebt ist, kann eingestellt werden, dass der Schiedsrichter bis 20 zählen muss oder gar nicht anzählt und man so beliebig lange den Ring verlassen kann.

Fire Pro Wrestling
Im Schwitzkasten.

Los geht's
Aber nun genug der langen Reden, die Spielmodi von 'Fire Pro Wrestling' wollen unter die Lupe genommen werden. Zunächst wäre da der 'Exhibition'-Modus, in dem einfache Einzelkämpfe bestritten werden können. Hier habt ihr dann noch die Auswahl zwischen einem normalen Match mit zwei Wrestlern, einem 'Deathmatch', bei dem ihr im elektrisch geladenen Käfig aufeinander losgeht und an dessen Wänden ausserdem noch Sprengstoff rumhängt, der nach einer einstellbaren Zeitspanne explodiert, einem 'Gruesome'-Match, bei dem ihr im mit Gitter umspannten 'Octagon' kämpft und schliesslich dem 'Battle Royal'-Match, bei dem kein spektakulärer Kampfschauplatz vorhanden ist, aber vier Wrestler gleichzeitig antreten.

Ansonsten könnt ihr noch ein Turnier veranstalten, eine Liga mit bis zu 64 Wrestlern erstellen und ein 'Elimination'-Match oder ein 'Survival'-Match bestreiten. Beim 'Elimination'-Match treten zwei Teams mit je fünf Wrestlern gegeneinander an. Im Ring sind aber immer nur zwei Wrestler, und sobald einer besiegt worden ist, tritt der nächste in den Ring, bis dann schliesslich der fünfe Wrestler 'eliminiert' ist und der Gewinner feststeht. Das 'Survival'-Match ist nichts wirklich Besonderes und dürfte vielen bereits aus Prügelspielen bekannt sein. Hier tretet ihr solange gegen jeweils einen Wrestler an, bis ihr selber besiegt werdet. Das Ziel ist dabei natürlich, möglichst viele Wrestler zu besiegen.

Zu guter Letzt gibt es noch das 'Audience'-Match, bei dem ihr um die Gunst des Publikums buhlen müsst, um in einer von insgesamt sieben kleinen Ligen erfolgreich zu sein. Wie genau ihr das Publikum auf eure Seite bringt, hängt hierbei von der Liga ab. Entscheidet ihr euch beispielsweise für 'Strong Style', beeindruckt ihr die Fans am besten mit harten Moves und eindeutigen Siegen. 'Showman Style' erfordert, dass ihr euch des öfteren selber zur Schau stellt und stolz posiert, während 'Lucha Style' für actiongeladene Matches steht, bei denen es jederzeit zum plötzlichen Ende kommen kann. Dieser Modus ersetzt auch eigentlich einen 'Season'-Modus wie man es von anderen Wrestling-Spielen gewöhnt ist. Storylines und Zwischensequenzen werdet ihr allerdings auch hier nicht finden, womit wir beim nächsten Punkt wären.

Fire Pro Wrestling
Wrestler im 'Octagon' - ein ungewohnter Anblick.

Lustige Namen und Wrestling pur
Die 'lustigen Namen' sind leicht zu erklären. 'Fire Pro Wrestling' kommt verständlicherweise ohne offizielle Lizenz von irgendeiner Wrestling-Organisation daher und darf daher auch keine Originalnamen verwenden. Aus 'Stone Cold' Steve Austin aus der WWF wird so schnell mal Steve Majors, 'The Bionic Man', während Bill Goldberg aus der WCW als 'Diefinger' auftritt. Diese Namen sind nicht nur anfangs ziemlich verwirrend, können aber beliebig verändert werden, so dass nach einer sinnvoll investierten Stunde voller Tipperei am Game Boy die Welt wieder in Ordnung ist und man weiss, wen man da überhaupt steuert. Im Gegensatz zur japanischen Version wurden im vorliegenden Modul die Wrestler aus WCW und WWF ausserdem visuell noch etwas verfremdet.

Zwei Gründe zur Enttäuschung gibt es allerdings für Fans der westlichen Organisationen. Einerseits ist die Anzahl der Wrestler aus eben diesen Ligen eher klein geraten, da japanische Wrestler das Roster dominieren und andererseits verzichtet 'Fire Pro Wrestling' vollständig darauf, die Storylines der TV-Sendungen zu reproduzieren. Hier zeigt das Spiel seine japanische Abstammung, dort wird nämlich das tatsächliche Wrestling noch gross geschrieben, während sich hierzulande viele gar nicht vorstellen könnten, Wrestling ohne Soap-reife Geschichten und Fehden zu sehen.

 

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