Test - Gears of War : Gears of War

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Dieses Spielprinzip, das vor allem brachiale Shootouts und das In-Deckung-Gehen in den Vordergrund stellt, wurde von den Entwicklern sehr konsequent und durchdacht umgesetzt. Das Gameplay sowie die Steuerung funktionieren tadellos und sorgen sowohl bei Genre-Anfängern als auch bei Veteranen sofort für viel Spaß. Das liegt nicht zuletzt auch an der ordentlichen KI: Die Feinde haben dieselben Fähigkeiten wie ihr, nutzen ebenfalls die Deckung und variieren ihr Vorgehen – manchmal versuchen sie, euch zu stürmen, nutzen das Sperrfeuer ihrer Kameraden oder beharken euch lieber aus der Entfernung. Eure Kameraden machen ihre Sache ebenfalls ganz gut, auch wenn die KI manchmal nicht vor dicken Patzern gefeit ist – da tritt ein Kollege oder ein Feind schon mal unbeirrt in ein sofort tödliches Gebiet oder stürzt sich ohne Sinn und Verstand einer Übermacht schutzlos entgegen. Gerade auf einem der beiden höheren der insgesamt drei Schwierigkeitsgrade kann man mit den herausfordernden Kämpfen und den insgesamt recht clever agierenden Charakteren zufrieden sein.

Alleine oder gemeinsam

So gut die Spielmechanik auch ist, so muss sie sich doch vorwerfen lassen, nicht sonderlich variantenreich zu sein, sodass das Spielgeschehen nicht sehr abwechslungsreich ausfällt. Das haben wohl auch die Entwickler bemerkt, denn sie gaben sich redlich Mühe, dieses Manko durch das Leveldesign zu kaschieren, was zumindest teilweise geglückt ist. Es wurde merklich versucht, die unterschiedlichen Kapitel etwas anders zu gestalten, damit keine Langeweile aufkommt. Beispielsweise ist das erste Level dadurch gekennzeichnet, dass ihr zuweilen die Wahl zwischen zwei Wegen habt, worauf sich das Team aufsplittet und ihr euch so gegenseitig von verschiedenen Positionen aus unterstützt. Im zweiten Kapitel habt ihr es mit Killer-Fledermäusen zu tun, die im Dunkeln gnadenlos über die Krieger herfallen. Ihr müsst also von Lichtquelle zu Lichtquelle eilen und auch mal explosive Kanister, brennende Autos oder einen Scheinwerfer einsetzen. Im dritten Kapitel untersucht ihr dagegen eine unheimliche Fabrik, wobei sich die Entwickler deutlich von ’Doom 3’ und ’Resident Evil’ inspirieren ließen und so manche Schreckeffekte auf euch lauern. Außerdem dürft ihr auch mal eine gepanzerte Karosse steuern, eine Lorenfahrt unternehmen und dem einen oder anderen Boss-Gegner in den Allerwertesten treten. Leider ist die Kampagne recht kurz ausgefallen – vor allem auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad seht ihr schon nach etwa sechs Stunden den Abspann.

Das bedeutet allerdings noch längst nicht, dass ihr das Spiel dann in euer Regal einsortieren müsst. Neben den höheren und durchaus attraktiven Schwierigkeitsgraden wartet ein umfangreicher Multiplayer-Modus auf euch. An erster Stelle ist hierbei der Koop-Modus zu nennen: Ihr könnt alle Levels der Kampagne auch gemeinsam mit einem Kumpel angehen. Tatsächlich hebt sich dabei der Spielspaß noch mal ein ganzes Stück nach oben, denn das Leveldesign und das Spielprinzip funktionieren sehr gut, ja im Teamwork fast noch besser als alleine. Das Schöne daran: Ihr könnt frei in einem der schon freigespielten Kapitel oder eurem aktuellen Singleplayer-Spielstand zu zweit einsteigen und dürft wählen, ob ihr im Splitscreen, im System-Link oder online zur Tat schreitet. Selbst im Splitscreen müsst ihr keine inhaltlichen oder technischen Abstriche in Kauf nehmen, sieht man einmal vom kleineren Sichtfeld ab. Besonders reizvoll sind in diesem Modus natürlich diejenigen Passagen, in denen sich das Team aufteilt und ihr euch auf unterschiedlichen Wegen aus der Ferne gegenseitig helfen müsst. Ebenfalls vorhanden ist ein Versus-Modus, in dem sich zwei Truppen mit jeweils vier Spielern messen. Ihr bekommt hierbei genau das gleiche Spielprinzip wie im normalen Spiel vorgesetzt, was trotz des etwas gemächlichen Tempos überraschend gut funktioniert. Da die hübsch gestalteten Maps recht klein sind, dauert eine Runde nicht besonders lang. Unglücklicherweise hapert es in diesem Modus am Balancing – einige Spezialwaffen sind viel zu stark, ungeübte Spieler haben keine Chance, die Suche nach offenen Matches gestaltet sich nervig, die Kommunikation zwischen den Spielern ist nicht optimal gelöst und was Tiefgang oder Variationen im Spielverlauf betrifft – Fehlanzeige. Der Versus-Modus macht zwar Spaß, kann aber nicht mit ’Halo’ & Co mithalten.

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