Test - Grand Theft Auto 3 : Grand Theft Auto 3

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Grand Theft Auto 3
Auf dem Weg zum ersten Auftraggeber.
Nicht nur im Auto
Obwohl das Hauptaugenmerk von 'GTA 3' auf die rasante Action in den dutzenden Wagentypen, und übrigens auch Booten, gelegt wurde, kommt ihr auch per Pedes zu eurem Ziel, seid aber wesentlich anfälliger für schiesswütige Gangsterhelden und sonstiges Getier. Gut, dass der Waffenshop gleich um die Ecke ist und euch gegen genügend Bares mit UZI oder Kleinfeuerwaffen ausstattet. Auch eine Panzerfaust darf im Repertoire eines echten Liberty City-Gangsters natürlich nicht fehlen, allein die Gebäude sind unzerstörbar. Hätte wohl auch ein wenig zu weit geführt, wenn nach einigen Stunden Spielzeit Liberty City dem Erdboden gleich gemacht wäre. Obwohl, für ein Add-on wäre dies vielleicht eine interessante Neuerung.

Ein kleines Manko offenbart 'GTA 3' in der Wagensteuerung: leider wackeln diese - fast konsolentypisch - eher hin und her, als dass ihr mit ihnen Kurven tatsächlich elegant nehmen könntet. Die Steuerung der Spielfigur außerhalb der Wagen ist allerdings ohne Makel.

Musik und Grafik vom Feinsten
'GTA 3' schöpft viel von seiner Atmosphäre aus der detailreichen und wunderbar animierten Umgebungsgrafik. Alte Zeitungen rutschen über den Straßenbelag, die Einwohner von Liberty City sind abwechslungsreich gestaltet. Wenn es regnet oder Nacht wird, überkommt die ganze Stadt eine mystische Stimmung und jederzeit vermag man sich in die virtuelle Geschichte des namenlosen Gangsters auch grafisch hineinzuversetzen. Die actionreichen Zwischensequenzen, welche mit der Game-Engine dargestellt, allerdings mit einer Art Bewegungsunschärfe gezeichnet sind, tun ihr übriges dazu, dass 'GTA 3' wohl das Gangsterepos dieses Jahres schlechthin ist. Das Ganze hat natürlich seinen Preis, denn ohne starken PC geht gar nichts in Liberty City. Auf meinem kleinen Taschenrechner lief das Spiel in 1024er-Auflösung absolut ruckelfrei und ich konnte keine Slowdowns oder Ähnliches bemerken.

Grand Theft Auto 3
Unterwegs in Liberty City.

So lange ihr euch in einem Auto aufhaltet, könnt ihr natürlich auch das stadteigene Radioprogramm empfangen. Das Angebot reicht von kultigen Rockstücken bis hin zu Gangster-HipHop und Rap. Zusammen mit den hervorragenden Soundeffekten und der gelungenen Sprachausgabe bietet 'GTA 3' hier alles, was des Spielers Herz begehrt. Wem dies nicht reicht, kann sogar mittels integriertem .mp3-Player seine Lieblingsstücke in das Spiel integrieren.

Technik die begeistert
Auch technisch präsentierte sich das Spiel von seiner besten Seite: Abstürze, Hänger oder Ähnliches konnte ich bei mir nicht feststellen. Wie so oft ist dies allerdings nicht repräsentativ, denn wer die Foren der Entwickler und des Publishers aufmerksam liest, wird zahlreiche Beschwerden über ein verbugtes Spiel finden. Offensichtlich ist es aufgrund der mannigfaltigen Rechnerkonfigurationen heutzutage schlichtweg unmöglich, ein Spiel so fehlerfrei zu programmieren, dass tatsächlich alle damit zufrieden sind. Wie man hört, lassen die Fehlermeldungen und Performanceprobleme mancher 'GTA 3'-Käufer die Entwickler keinesfalls kalt und in Kürze soll ein entsprechender Patch Abhilfe schaffen. Da das Spiel bei mir einwandfrei lief, gab es diesbezüglich keine Noten-Abzüge.

Grand Theft Auto 3
Die Pampas - unendliche Weiten.

Moral und Ethik
Zum Abschluss noch ein Wort zur eigentlichen Thematik des Spiels. Natürlich ist ein Spiel, in welchem man einen rücksichtslosen Verbrecher spielt, der kleine Kinder mit seiner Halbautomatik umnietet oder junge leichtbekleidete Frauen mit dem 20-Tonner platt macht, aus jugendschutzrechlichter Sicht problematisch. Zur Ehrerettung des Spiels sei aber gesagt, dass es durchaus möglich ist, auch einen 'guten' Verbrecher zu mimen, eben keine Unschuldigen in die schmutzigen Geschäfte zu involvieren und ohne 'colateral Damage' die Aufträge auszuführen. Einzig das Stehlen von Autos ist Grundessenz des Spiels, ohne die man nicht weiterkommt. Dass 'GTA 3' eine Alterseinstufung 'ab 18 Jahre' hat, verwundert wenig, sind nicht nur Gewalt sondern auch Sex und Rock'n Roll auf den Strassen von Liberty City doch allgegenwärtig.

 

Fazit

von Vitus Hoffmann
'GTA 3' macht einfach Spaß, so könnte ein verkürztes Fazit lauten. Zwar ist die Thematik des Spiels nicht ganz unbedenklich, dennoch ist es überaus reizvoll, einmal auf der 'anderen Seite' zu stehen und gefahrlos virtuell 'die Sau rauslassen' zu können. Aufgrund der praktisch unbegrenzten Freiheit macht dies umso mehr Fun, als man nicht in sture Missionsabläufe und lineare Handlungsstränge gepresst wird. Wenn ich gerade Lust habe, einfach in Liberty City umherzufahren und Radio zu hören, kann ich dies tun, ohne irgendwelche Repressalien seitens des Spiels fürchten zu müssen, und wenn ich schließlich Kohle brauche, führe ich eine der vielfältigen Missionen aus und werde entsprechend entlohnt. Dafür Daumen hoch an Rockstar Games, sowie einen gamesweb.com-Award für 'GTA 3'. Einzig die etwas hakelige Steuerung der Wagen sowie die zu einfachen und etwas repetitiven Missionen verwehren dem Titel den Sprung in die neunziger.  

Wertung

  • PC
    88
    %

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