Test - Grand Theft Auto: Vice City Stories : Grand Theft Auto: Vice City Stories

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Während Besitzer von stationären Konsolen erst im nächsten Jahr ein brandneues ’GTA’ erhalten, dürfen sich PSP-Besitzer dank ’Grand Theft Auto: Vice City Stories’ auf neue Gangster-Missionen freuen. Wir haben uns in den verbrecherischen Alltag der 80er-Jahre gestürzt und überprüft, ob der Handheld-Titel den hohen Erwartungen gerecht wird.

1984

Miami, Koks, grelle Neonfarben (bevorzugt Türkis und Pink), hässliche Anzüge, Popper versus Punks, Phil Collins fristet sein Dasein noch nicht als überbezahlter Fahrstuhlmusik-Lieferant, Don Johnson ist ein TV-Held bester Güte, in die Disco kommt man als Macho nur mit lächerlicher Frisur (auf Kopf und Brust) und im Radio plärren unzählige Pop-Künstler schnulzige Liebeslieder. Wer bei diesen Stichworten an die 80er-Jahre denkt, der liegt genau richtig. Wer ’Grand Theft Auto: Vice City’ im Kopf hat, trifft es gar noch besser. Denn ’Vice City Stories’ auf der PSP setzt voll auf die 80er-Retrowelle, wie schon der namensähnliche Vorgänger auf der PS2. Wie ’Liberty City Stories’ ist auch das neueste PSP-’GTA’ keine Umsetzung, sondern ein neues Spiel mit neuen Missionen, einigen alten sowie neuen Figuren und einigen Verbesserungen. Das Terrain ist hingegen bekannt, denn erneut macht ihr die an Miami angelehnte Vice City in ihrem 80er-Glanz unsicher. Da die Handlung allerdings ein paar Jahre vor den Geschehnissen des PS2-Vorbilds angesiedelt ist, genauer gesagt im Jahre 1984, fallen einige Locations etwas anders aus. Der Ausflug in die Vergangenheit ist also in vielerlei Hinsicht selbst für diejenigen attraktiv, die schon ’Vice City’ auf der PS2 ausgiebig gezockt haben.

In the army now

In puncto Story haben sich die Entwickler wieder mal einiges einfallen lassen, um das recht gleichförmige Spielprinzip der ’GTA’-Formel etwas aufzulockern. Natürlich sind die zahlreichen und dialoglastigen Zwischensequenzen wieder ziemlich schräg und bieten sehr viel Humor und satirisches Augenzwinkern, was bereits zeigt, dass die Gangster-Action nicht allzu ernst zu nehmen ist. Denn wieder verschlägt es den Spieler in die Verbrecherwelt der Stadt, wo er allerlei fiese Aufträge, wie Mord, Diebstahl, das Finden und Ausliefern von heißer Ware und ähnliches, erledigen muss. Dabei ist der Held namens Vic Vance kein Kleingangster, sondern ein pflichtbewusster Soldat. In einer korrupten, von Prostituierten, Waffengeschäften und Drogen verseuchten Umgebung wird er aber rasch in die Unterwelt der Stadt getrieben, wo das schnelle Geld, die schnellen Karossen und der schnelle Tod warten. Der in mancherlei Aspekten von Zweifel und Zwiespalt getriebene Hauptcharakter ist sehr gelungen und macht die Handlung interessanter. Am eigentlichen Spielprinzip wurde erwartungsgemäß nicht gerüttelt: Nach wie vor erkundet ihr zwischen den Missionen eine frei befahrbare Stadt, nehmt Aufträge an, erledigt diese entweder zu Fuß oder mit einem geklauten Fortbewegungsmittel und setzt dabei natürlich allerlei Waffen wie Pistolen oder Schlaginstrumente ein. Ähnlich wie schon in ’Liberty City Stories’ sind die Missionen des neuen PSP-Spiels recht kurz ausgefallen, was der Handheld-Plattform entgegenkommt. Bis ihr alle Missionen erledigt, alle Jobs und Nebenaufgaben gemeistert und alle Geheimnisse entdeckt habt, werden trotzdem unzählige Stunden vergehen.

Noch besser

Erfreulicherweise bietet ’Grand Theft Auto: Vice City Stories’ im vergleich zum ersten PSP-’GTA’ nicht nur ein "neues" Terrain und neue Missionen, sondern auch allerlei Verbesserungen. So sind endlich auch Hubschrauber und Boote steuerbar, außerdem kann unser Held jetzt schwimmen. Die Steuerung wurde in puncto Wagen-Handling und Zielsystem ebenfalls verbessert, vor allem Letzteres ist aber nach wie vor ein Schwachpunkt, da ihr nicht selten eine falsche Figur anvisiert. Auch das Fliegen sowie das Behalten der Übersicht ist nicht so einfach – hier merkt man deutlich das Fehlen eines zweiten Analog-Sticks. Technisch hat sich ebenfalls einiges getan: Das zu erkundende Terrain ist deutlich größer, die Grafik detailreicher, die Framerate stabiler und die Ladezeiten sind kürzer. Da stört es auch nicht sonderlich, dass die Texturen, der Aufbau der Umgebungsdetails und die Polygondichte etwas schwächeln. Das ist nicht der Fall beim Sound: Der exzellente 80er-Soundtrack und die schrägen Radiotalks sind einfach Kult und auch die englische Sprachausgabe ist hervorragend gelungen. Eher unscheinbar ist hingegen der Multiplayer-Modus, den man schon aus ’Liberty City Stories’ kennt. Er macht zwar durchaus Spaß, das ’GTA’-Spielprinzip eignet sich aber nicht sonderlich als Multiplayer-Granate – zumindest in der vorliegenden, recht konservativ gehaltenen Umsetzung.

Fazit

von David Stöckli
’GTA’ as usual – wer von dem Mix aus verbrecherischen Missionen, einer frei erkundbaren Stadt, viel Raserei und etwas Ballerei nicht genug bekommen kann, ist bei der neuesten PSP-Episode genau richtig. Dank cleverer Aufträge, einer witzigen Story, einigen Verbesserungen und dem kultigen 80er-Szenario ist ’Vice City Stories’ das beste ’GTA’ im Handheld-Bereich.

Überblick

Pro

  • gewohnt unterhaltsames ’GTA’-Gameplay
  • toll umgesetztes 80er-Jahre-Setting
  • diverse Verbesserungen im Vergleich zum ersten PSP-’GTA’

Contra

  • hakeliges Zielsystem
  • einige grafische Unsauberkeiten
  • Multiplayer-Modus etwas altbacken

Wertung

  • PSP
    91
    %

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