Test - Gun Valkyrie : Gun Valkyrie

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Gun Valkyrie
Solche idyllische Orte sind selten.

Was ist zu tun?
Ihr merkt schon, die Steuerung von 'Gun Valkyrie' hat es in sich. Umso ärgerlicher ist es, dass auf eine Trainingsmöglichkeit verzichtet wurde - ihr müsst sofort zum ersten Einsatz starten, der in einem kargen Canyon stattfindet. Dort erwarten euch bereits viele Insekten, die sich aus allen Richtungen auf euch stürzen. Daran solltet ihr euch gewöhnen, denn das wird in allen Missionen so sein. Zwar wird euch am Anfang gesagt, was genau zu tun ist, und auch Informationen zur Levelarchitektur und zu den anzutreffenden Feinden lassen sich abrufen, doch im Grunde geht es immer um das selbe - das Töten von Insekten und das Durchlaufen der Levels. Da ihr oft absolut jeden Gegner töten müsst und euch zuweilen noch ein knappes Zeitlimit im Nacken sitzt, solltet ihr oftmals Gebrauch von der praktischen Kartenfunktion machen, die euch auf einer 2D-Ansicht des aktuellen Abschnitts alle Feinde in Form von Punkten anzeigt. Besonders auf Kokons solltet ihr achten, denn solange ihr diese teils versteckten und schwer zu erreichenden Dinger nicht zerstört, krabbeln ohne Ende immer weitere Kreaturen heraus. An Gegnern erwarten euch die verschiedensten Insekten, die so richtig eklig aussehen und entweder auf euch zu wuseln oder aus der Luft angreifen. Einige der sehr unterschiedlich großen Viecher beschränken sich auf Nahattacken, während andere auch Schüsse einsetzen. Des Weiteren müsst ihr euch unter anderem mit elektrischen Drohnen, Schiessanlagen und einigen fiesen Obermotzen herumschlagen. Seid ihr einmal von solchen Viechern umzingelt, hilft oft nur noch das gleichzeitige Drücken beider Analog-Sticks, denn so löst ihr eine Art Smartbomb aus, die alles in nächster Umgebung zerbröselt. Allerdings wird so eine blaue Energieanzeige vermindert, die ihr bloß durch blaue Kugeln wieder auffüllen könnt. Solche Kugeln hinterlassen besiegte Feinde - gleiches gilt für rote Kugeln, die eure Gesundheitsanzeige etwas auffrischen.

Apropos Gesundheitsanzeige: Zwar kann die Spielfigur dank ihrem Anzug einige Treffer einstecken, doch wenn ihr keine Energie mehr habt, heißt es unweigerlich 'Game Over'. Dies ist umso fieser, da es keinerlei Checkpoints gibt. Das bedeutet, dass ihr das Level jedes Mal wieder ganz von vorne beginnen müsst, wenn ihr den Feinden oder dem Zeitlimit unterliegt. Leider sind vor allem die Missionen ziemlich umfangreich, so dass ihr manchmal eine locker 30 Minuten dauernde schweißtreibende Ballerei wohl oder übel noch einmal von Beginn an angehen müsst. Dies dürfte nicht nur bei Neulingen für Frust sorgen: Die Levels sind nicht nur komplex und groß designt, neben der anspruchsvollen Steuerung ist auch der Schwierigkeitsgrad von 'Gun Valkyrie' ziemlich hoch ausgefallen. Somit werden wohl selbst Action-Profis einige Zeit mit dem Spiel beschäftigt sein, auch wenn der Umfang eigentlich nicht sonderlich groß ausgefallen ist. Immerhin erfolgt am Schluss jeder Mission eine exakte Bewertung eurer Leistung, so dass Experten ja versuchen können, eine perfekte Wertung zu erspielen.

Gun Valkyrie
Im Shop findet ihr allerlei Goodies.

Um trotz den happigen Anforderungen in diesen verschiedenen Missionen, in denen ihr einerseits unzählige Kreaturen wegballern, andererseits knifflige Sprung-, beziehungsweise Schwebe-Passagen absolvieren müsst, erfolgreich zu sein, solltet ihr bereits vor Beginn der Mission einige Vorkehrungen und Überlegungen treffen. So solltet ihr genau überdenken, welche Spielfigur ihr wählt - meist stehen zwei Charaktere zur Auswahl, die sich in Bewaffnung, Stärke und Bewegung unterscheiden: Während Kelly sich als Allrounderin perfekt für Neulinge eignet, sollten Experten zu Saburouta greifen, der etwas stärkere Waffen besitzt. Doch auch ein Blick in das Logbuch, in dem die Story weitergesponnen wird, sollte man nicht vergessen. Schon bald ist es außerdem geradezu zwingend, dass ihr dem Shop einen Besuch abstattet. Hier könnt ihr nicht nur eure durch siegreiche Missionen hart verdienten Coins in stärkere Waffen eintauschen, sondern auch - was vielleicht fast noch wichtiger ist - euren Anzug aufwerten, in dem ihr mehr Boost oder einen besseren Schutz gegen Angriffe bekommt.

Noch einige Worte zu den Waffen: Kelly verfügt über einen relativ schwachen Hitze-Blaster, der einzelne Schüsse auf denjenigen Gegner abgibt, auf den die automatische Zielhilfe gerade gerichtet ist. Eine ähnliche, aber stärkere Waffe ist Saburoutas Matchblock-Kanone. Kelly kann außerdem eine praktische Gatling Gun einsetzen, mit der sich ganze Massen von heranstürmenden Feinden wegpusten lassen - allerdings ist die Streuweite ziemlich hoch und Kelly muss während dem Schiessen stehen bleiben. Ihr merkt schon: eher untypisch für einen Shooter gibt's bei 'Gun Valkyrie' nicht gerade ein großes Waffenarsenal. Dafür verfügen beide Charaktere über einen Plasmahaken, mit dem ihr euch an bestimmten Objekten hochziehen könnt.

Gun Valkyrie
Wer kann sich bei so einer Grafik auf den Kampf konzentrieren?

Beeindruckende Optik
Während diese konsequente Ballerei stark an diverse Spieleklassiker aus den 80er und 90er Jahren erinnert, ist hingegen die Technik hinter 'Gun Valkyrie' absolut State of the Art. Dass die Grafiker von Smilebit einiges auf dem Kasten haben, zeigten bereits ihre beiden Hits 'Jet Set Radio' und 'Jet Set Radio Future'. Das vorliegende Xbox-Spiel benutzt zwar kein Cel-Shading, bietet aber vor allem in punkto Texturen richtig Sehenswertes. Bereits die Outdoor-Welten können durch imposante Felsmassive, detaillierte, seltsame Pflanzen und Schrottteile gefallen. Außerdem sorgen schöne Lichteffekte und ein makelloser Weitblick für Stimmung, zumal die Framerate meist schön hoch bleibt. Einzig das hier teils heftig auftretende Texturflimmern stört etwas.

Noch imposanter sind allerdings die Indoor-Abschnitte, in denen ihr riesige Raumschiff-Labyrinthe erkundet. Hier dürft ihr spiegelnde und realistisch das Licht reflektierende Wände betrachten, von elektrischen Strahlen übersäten Tunnelplattformen ausweichen oder zum Beispiel Maschinenröhren mittels Beschuss zum Explodieren bringen. Toll wirkt auch der Flimmereffekt beim Einsatz des Boosters. Wenn des Weiteren mitten in diesen Bauten plötzlich dutzende von höchst detailliert gestalteten Insektenmonster auf euch zu krabbeln und ihr eure imposanten Waffen sprechen lasst und dabei die Feinde so eklig-schön zerplatzen, kommt richtiges 'Starship Troopers'-Feeling auf, auch wenn an solchen Stellen das Spiel ganz kurz etwas ins Ruckeln gerät.

Da fällt leider der Sound etwas ab, auch wenn er insgesamt gut ausgefallen ist. Insbesondere die Hintergrundmusik in den Missionen und Menüs ist zwar abwechslungsreich, oft ist es aber Synthie-Gedudel, das zwar zum Ambiente passt, aber mit der Zeit etwas nerven kann. Dafür können die knackigen Soundeffekte - insbesondere die Schussgeräusche - überzeugen. Die englische Sprachausgabe wirkt dagegen eher etwas lustlos, dafür gibt es an den deutschen Untertiteln nichts zu bemängeln. Ebenfalls ein Lob muss man für die kurzen Ladezeiten aussprechen, denn trotz der riesigen Welten, der komplexen Architektur und den unzähligen Gegnern müsst ihr vor dem Einsatz nur wenige Sekunden warten, bis ihr loslegen könnt.

 

Fazit

von David Stöckli
Mit 'Gun Valkyrie' spendiert uns Sega einen harten Brocken: Allein schon die Steuerung sorgt für einige Eingewöhnungszeit und in kniffligen Situationen schon mal für Frust, woran der hohe Schwierigkeitsgrad und die fehlenden Checkpoints auch nicht gerade unschuldig sind. Videogames-Veteranen dürften sich trotz der komplexen und riesigen 3D-Areale aber sofort an klassische Third Person-Shooter erinnert fühlen, denn auch hier erwartet euch kompromisslose Ballerkost, riesige Gegnerhorden und schweißtreibende Plattformabschnitte - oft verbunden mit einem knackigen Zeitlimit. Trotzdem ertappt man sich dabei, eine gescheiterte Mission ein weiteres Mal anzugehen - allein schon, um in neue Levels vorzudringen, die stets mit beeindruckender Grafik aufwarten. Shooter-Fans mit stählernen Nerven sollten sich somit 'Gun Valkyrie' nicht entgehen lassen, auch wenn es bei diesem Spiel nicht ganz zu einem großen Hit gereicht hat.  

Wertung

  • Xbox
    80
    %

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