Preview - Gunman Chronicles : Gunman Chronicles

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Gunman Chronicles
Hier steigt ihr ins Spiel ein.

Das nicht alle Waffen nur Vorteile besitzen, beweist aber das Maschinengewehr. Solltet ihr dieses Kaliber euer eigen nennen und einsetzen, seht ihr unten eine Temperaturanzeige. Wenn ihr nun in bekannter Rambo-Manier auf die Feinde zustürzt und wild um euch schiesst, wird euer Gewehr schnell überhitzt sein. Ist dies der Fall, kommt es erst einmal zu grösseren Fehlfunktionen, so dass das MG immer unkontrolliert weiter schiesst. Die Folge daraus ist nicht nur ein hoher Ungenauigkeits-Faktor, sondern auch die unnötige Verschwendung von wertvoller Munition, die euch in anderen Situationen dann eventuell fehlen könnte.

Krönung des in der Beta-Version gezeigten Arsenals ist aber zweifelsohne der Raketenwerfer, hier M.U.L.E genannt. Die Modifikations-Möglichkeiten sind hier nahezu unbegrenzt. Unter anderem könnt ihr diesen so modifizieren, dass eine Rakete erst abgefeuert wird, wenn ein Ziel anvisiert ist, oder diese bereits in der Nähe eines Gegners explodieren. Ausserdem werdet ihr den Raketenwerfer durch eine bestimmte Option praktisch zum Granatwerfer umgestalten dürfen.

Gunman Chronicles
Die Landung auf 'Mayan'.

In 'Gunman' jagt aber ein Highlight das andere, und das, obwohl ihr euch immer noch im Tutorial befindet. Als nächstes dürft ihr dann nämlich einen Panzer steuern. Behaupteten damals noch die 'Half-Life'-Macher von Valve Software, dass dieses mit der vorliegenden Engine nicht machbar sei, belehren diese die eigentlich zunächst nur als Hobby-Programmierer fungierenden Entwickler von Rewolf Software eines besseren. In diesem sitzend dürft ihr euch völlig frei bewegen und von den Waffen des stählernen Gefährts Gebrauch machen, die euren Gegnern später arges Kopfzerbrechen bereiten werden.

Ist das Tutorial dann doch einmal vollendet, verschlägt es euch auf die erste von insgesamt vier unterschiedlichen Welten. Dabei handelt es sich um den Dschungelplaneten namens 'Mayan', auf welchem euch schon sehr bald viele unterschiedliche Gegner begegnen sollten. Weitere Planeten, auf denen ihr später landen werdet sind 'Rebar', 'Icnus' und 'Rust'.

Gunman Chronicles
Das Messer ist eure erste Waffe.

Nach der Landung erkundet ihr zunächst die Gegend, wobei bereits nach einen kurzen Augenblick später das fantastische Level-Design ins Auge sticht. Dieses sorgt dafür, dass es in 'Gunman' nie langweilig wird. Ständig verändert sich eure Lage durch plötzliche Explosionen oder schlagartig auftauchende Gegner, welche durch sogenannte 'scripted events' ins Spiel eingefügt wurden. So ist durchgehend für einen gewissen spannungsgeladene Atmosphäre gesorgt ist.

Für genügend Abwechslung sorgen zusätzlich die Gegner, die sich nicht nur äusserlich unterscheiden, sondern auch in den Angriffs-Taktiken. Bereits in der ersten Welt werdet ihr einerseits von menschlichen Banditen und Soldaten des Generals und andererseits von natürlichen Wesen wie Dinosauriern oder auch riesigen Skorpionen attackiert. Die Feinde gehen dabei äusserst koordiniert und zielorientiert gegen den Spieler vor, wodurch im weiteren Spielverlauf vor allem blutige Anfänger ihre Problemchen mit dem happigen Schwierigkeitsgrad haben werden. Richtig frustrierend wird 'Gunman' aber an keiner Stelle.

Gunman Chronicles
Ein typischer Fehler: die Texturen der Hand fehlen.

Abgerundet wird der gute erste Eindruck durch die Grafik, die noch einmal wesentlich gegenüber 'Half-Life' verbessert wurde. Geschickt eingesetzt Lichteffekte und vor allem atemberaubende architektonische Gebilde sorgen für einen optischen Genuss. Logischerweise wird dafür aber auch ein wesentlich leistungsfähigerer PC benötigt. Unverständlich deshalb die vom Hersteller angegebenen Anforderungen von 133 MHz und 16 MB RAM, mit welchen 'Gunman' nur schwer spielbar sein wird. Um das Spiel wirklich einigermassen geniessen zu können, solltet ihr deshalb mindestens das Doppelte, oder noch besser über 300 MHz unter der Haube haben.

Damit der heiss erwartete Action-Titel aber wirklich der Top-Hit des Jahres 2000 wird, muss noch einiges an Bugs und Fehlern behoben werden. So wurde in der Beta-Version die selbst eingestellte Tastenbelegung schlicht und ergreifend nicht gespeichert, weshalb erst einmal etwas Übung angesagt war. Ausserdem scheint die 3D-Unterstützung noch fehlerhaft zu sein. Diese ist noch relativ schleppend und langsam, wobei immer wieder fehlende oder fehlerhafte Texturen für eine Trübung des ohne Zweifel erhabenen Spielerlebnisses sorgten.

 

Fazit

von
Seit dem grossen Bruder 'Half-Life' habe ich selten einen so fesselnden 3D-Shooter wie 'Gunman Chronicles' gespielt. Die Verwandtschaft der beiden Titel ist von Anfang an unverkennbar. Das fantastische Intro, ein absolut geniales Level-Design und die sehr gute Gegner-KI lassen schnell Erinnerungen wach werden. In Sachen Grafik haben die Macher von Rewolf noch einmal einiges draufgepackt und so alles aus der mittlerweile veralteten 'Half-Life'-Engine herausgeholt. Sollten die Entwickler die letzten störenden Bugs noch entfernen können und auch für einen entsprechend ausgeprägten Multiplayer-Modus sorgen, wie er in 'Half-Life' enthalten ist, dann wartet mit 'Gunman Chronicles' der Action-Hit des Jahres auf uns.

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