Test - HBO Boxing : HBO Boxing

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HBO Boxing
Ausführliche Boxstatistik.

Konstruiere dir einen Boxer
Wie bereits angedeutet, ist der Modus, in dem ihr einen eigenen Boxer kreieren könnt, ziemlich umfangreich geraten. Beginnend mit dem Erscheinungsbild, sind eurer Fantasie praktisch keine Grenzen gesetzt: Neben der Herkunft, der Gewichtsklasse, der Grösse, dem Gewicht und der Art des Oberkörpers, könnt ihr auch den Haar-Typ, den Haarschnitt, den Bartwuchs (oder auch keinen) und die Haarfarbe festlegen. Weiter könnt ihr bestimmen, ob euer Kämpfer Rechts- oder Linkshänder sein soll und ihn dann noch farblich nach eurem Geschmack einkleiden. Allerdings überborden hier die Einstellungsmöglichkeiten etwas, da es wahrscheinlich nicht unbedingt nötig sein müsste, zwischen 50 Farbkombinationen für die Handschuhe, 40 verschiedenen Schuhausführungen und 89 (!) verschiedenen Shorts entscheiden zu dürfen.

Einstellungsvielfalt
Wie sich schon beim Erstellen eines Boxers ablesen lässt, habt ihr jede Menge Möglichkeiten, euch das Spiel nach eurem Geschmack einzurichten. Neben dem Äusseren des Boxers und seinen Schlageigenschaften könnt ihr auch die Regeln festlegen, nach denen geboxt werden soll. Das beginnt mit der Rundenzahl, die zwischen drei und zwölf liegen kann und deren Länge ein, zwei oder drei Minuten dauert. Weiter könnt ihr festlegen, ob die Uhr ständig eingeblendet sein soll und wie die Vorlieben der drei Punktrichter sein sollen: So könnt ihr zum Beispiel den ersten Ringrichter eher zu Unentschieden-Entscheidungen tendieren lassen, der zweite soll eher den Techniker-Stil bevorzugen und dem dritten soll der Schläger-Stil gefallen. Ebenfalls entscheiden könnt ihr, ob die Gesamtentscheidung eher streng oder grosszügig ausfällt oder meist ein Unentschieden herausschauen soll. Ebenfalls festgelegt werden kann, ob es technische KOs geben soll und ob Kämpfe bei Verletzungen abgebrochen werden.

HBO Boxing
Mängel in der Übersetzung.

Grafik und Sound
Grafisch gelungen und technisch sauber umgesetzt ist eindeutig die Kollisionsabfrage. Ich mag es nicht, wenn die Faust durch den Körper oder Kopf des Gegners hindurch geht - schon gar nicht in einem Boxspiel. Die Schläge sehen insgesamt gut aus, was ich von den Kämpfern leider nicht sagen kann. Diesen fehlt es in der Darstellung einfach an den nötigen Details, damit sie den realen Vorbildern gerecht werden könnten. Von geschmeidigen wohl kontrollierten Bewegungen kann eigentlich nicht die Rede sein. Das Publikum wiederum ist nicht schlecht gelungen, auch wenn es etwas seltsam aussieht, wenn die Leute still auf ihren Plätzen sitzen, während die Stimmung in der Halle soundmässig auf dem Siedepunkt zu sein scheint. Ansonsten kann die Musik gefallen, auch wenn diese nur in den Auswahlmenüs zu hören ist.
Kritisieren lassen sich allerdings die Kommentare, die einfach zu spärlich sind und nicht immer zum Geschehen passen. Des weiteren wirken sie zuweilen motivationslos und monoton, was dem Spielspass nicht gerade förderlich ist.

HBO Boxing
Der hat gesessen.

Steuerung
Die Steuerung ist meiner Ansicht nach nicht wirklich gelungen. Grund dafür ist der Umstand, dass immer nur eine Hand, und zwar die Schlaghand, eures Boxers benutzt werden kann. Ausser beim Abblocken müsst ihr mittels L1 immer wieder umschalten, um die jeweils andere Hand in Richtung des Gegners zu bringen. Das ist einerseits ziemlich mühsam, andererseits aber auch nötig, um eurem Kontrahenten richtig einzuheizen. Als einzige Möglichkeit, dieses Manko zu umgehen, könnt ihr in den Schlageinstellungen einzelnen Tasten Schlagkombinationen zuordnen, was aber meiner Ansicht nach die Sache nicht viel besser macht. Auch lässt sich feststellen, dass die Kämpfe etwas langsam ablaufen, da die Boxer zu Fuss ziemlich langsam sind und die Schläge nach dem Drücken der entsprechenden Tasten immer erst etwas verzögert ausgeführt werden. Der Computer-Gegner hat diesen Nachteil natürlich nicht. Chancengleichheit gibt es daher wohl nur, wenn zwei menschliche Spieler gegeneinander antreten und beide mit diesem Handicap zurechtkommen müssen.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
Obwohl 'HBO Boxing' eigentlich eher enttäuschend ist, solltet ihr doch wenigstens auf eine Fortsetzung hoffen. Im Gegensatz zu Electronic Arts' 'Box Champions'-Reihe, fehlt hier eindeutig noch die Erfahrung, diesen Sport adäquat umzusetzen. Da reicht es einfach nicht, bloss einen grossen Namen als Zugpferd zu verwenden. Das Potential ist zwar da, allerdings ist die Umsetzung noch ungenügend. Weiter kann gesagt werden, dass dieses Spiel nichts bietet, was nicht schon einmal dagewesen ist und zudem technisch besser ausgeführt wurde. Darüber können auch die zahlreichen Optionen und Einstellungsmöglichkeiten nicht hinweg täuschen. Durchschnittliche Grafik, dünner Sound und eine etwas unglücklich umgesetzte Steuerung sind der Action nicht gerade förderlich. Die Boxer bewegen sich einfach zu langsam und wer hat schon Lust, sich die fehlenden Boxstars im 'Boxer erstellen'-Feature selbst nachzubasteln? 'HBO Boxing' ist nicht wirklich schlecht, aber mangels irgendeiner Innovation oder technischen Highlights dürfte dieser Titel nur für absolute Fans von George Foreman oder Roy Jones Jr. empfehlenswert sein.  

Wertung

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    66
    %

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