Test - Headhunter : Headhunter

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Bereits Ende letzten Jahres durften die europäischen Dreamcast-Besitzer mit 'Headhunter' auf Verbrecherjagd gehen. Nun erscheint das Spiel bereits auch schon für PlayStation 2 und verspricht dem Action-Adventure-Fan einiges an Spannung, schliesslich schlüpft ihr in die Rolle eines coolen Kopfgeldjägers in einem zynischen Zukunftsszenario. Ob das Spiel das Zeug dazu hat, aus dem Schatten von 'Metal Gear Solid' und Co. herauszutreten, könnt ihr hier nachlesen.

Headhunter
Jack auf der Flucht.

Die unschöne Zukunft
Wie bereits erwähnt, ist 'Headhunter' in der Zukunft angesiedelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Videospielen handelt es sich dabei aber nicht um eine futuristische Welt, in der Ausserirdische durch die Gegend laufen, denn die Häuser wirken, als wären sie von einem Kleinkind entworfen und anstatt mit benzinbetriebenen Dreckschleudern wird durch die Luft gebraust. Nein, auf den ersten Blick wirkt alles wie in unserer heutigen Zeit, genau genommen befindet ihr euch in dem Spiel im sonnigen Kalifornien. Doch bereits nach dem Start von 'Headhunter' merkt ihr, dass sich vor allem in der Regierung in der Zukunft einiges geändert hat: Anstatt ein übliches vorgerendertes Intro dürft ihr eine mehrminütige Nachrichtensendung geniessen, in welcher der zynische und satirische Humor des Spiels schon aus allen Ecken trieft. Denn die News, welche die beiden von Schauspielern verkörperten Nachrichtensprecher verbreiten, zeigen ziemlich genau, was Sache ist. In der Zukunft hat der Staat alles unter Kontrolle, so dass Zensur und strikte Gesetze zum Alltag gehören. Das wichtigste Gut der Bevölkerung ist nicht etwa ihr Wohlstand, sondern ihre Organe. Müsst ihr zum Beispiel ins Spital, solltet ihr euch mit dem Gesundwerden beeilen, sonst wird schnell eine Niere fällig, um die Kosten zu begleichen. Da eh das Verbrechen an jeder Strassenecke zu finden ist, werden Kriminelle als Zwangsorganspender missbraucht - als Folge davon werden nur organfreundliche Waffen eingesetzt. Und es verwundert nicht, dass das Kopfgeld für die bekanntesten Verbrecher in den Nachrichten wie Aktienkurse gehandelt wird. Die mächtige private Organisation Anti-Crime-Network, kurz 'ACN' ist für die Bekämpfung der Kriminalität zuständig. Sie heuert direkt von der Strasse zwielichtige Gesellen an, die dann Jagd auf die Verbrecher machen und natürlich das Kopfgeld einstreichen wollen.

Verwirrendes Erwachen
Nachdem ihr im Hauptmenü in den Optionen das Spiel euren Wünschen angepasst und ein neues Spiel angewählt habt, steht ihr vor der Wahl, ob ihr zunächst ein simples und kurzes Tutorial bestreiten oder direkt ins Geschehen einsteigen wollt. Sowohl beim direkten Start, als auch wenn ihr das Tutorial durchgezockt habt, bekommt ihr zunächst eine hübsch gerenderte Einführungssequenz zu Gesicht. Jack Wade, der Held des Spiels, erwacht gefesselt auf einer Trage in einem Labor, umringt von vermummten Gestalten, die keinen vertrauenerweckenden Eindruck machen. Klar, dass Jack von seiner Situation nicht gerade begeistert ist, seine Ketten sprengt und flüchtet. Hier dürft ihr auch schon selbst Hand anlegen und Jack steuern, wie er von bewaffneten und schiesswütigen Wachen flieht. Doch schon nach wenigen Schritten, nachdem er seine Verfolger abgehängt hat, bricht er auch schon bewusstlos zusammen.

Erst in einem Krankenhaus kommt er wieder zu sich ... und kann sich nicht mehr erinnern, wer er ist und wieso er im Labor gelegen hat. In den Nachrichten erfährt er allerdings, dass ACN-Boss Christopher Stern ermordet wurde - Hauptverdächtiger ist der verbrecherische Syndikatsboss Don Fulci. Glücklicherweise bekommt Jack schon bald Besuch von seinem ehemaligen Chef. Denn unser verwirrter Held war früher der beste ACN-Kopfgeldjäger. Wenn Jack aber wieder in seinen alten Job einsteigen will, muss er ganz unten auf der Karriereleiter anfangen. Motivation dafür ist gegeben, denn er bekommt hübschen Krankenbesuch in Form von Angela Stern, die Jack beauftragt, den Mörder ihres Vaters aufzuspüren und zu rächen. Jack war nämlich laut Angela der letzte, der Christopher Stern lebendig zu Gesicht bekommen hat - abgesehen vom Mörder. Zu dumm, dass sich Mr. Wade auf die Suche machen muss, ohne dass er sich auch nur an eine hilfreiche Kleinigkeit erinnert.

Headhunter
Die herrlich zynischen TV-News.

Highway to Hell
Immerhin erhält unser Held von Angela ein heisses Motorrad, mit dem er schnell an die einzelnen Schauplätze gelangen kann. Ihr brettert mit der Maschine frei durch die Strassen der Stadt. Diese ist schön detailliert und mit dichtem Verkehr ausgestattet, so dass auf den ersten Blick die Erinnerung an 'Crazy Taxi' aufkommt. Was das Strassenleben von 'Headhunter' aber etwas unglaubwürdig erscheinen lässt, sind die fehlenden Menschen auf den Gehwegen, so dass nur Fahrzeuge unterwegs sind. Die Steuerung ist dabei super einfach ausgefallen: Mit X gebt ihr Gas, bremst mit der Viereck-Taste und steuert mit dem Analog-Stick - mehr braucht ihr nicht. Dabei ist das Fahrverhalten aber nicht ganz so einfach, denn die Maschine lässt sich erst dann vernünftig lenken, wenn ihr einigermassen Geschwindigkeit habt. Kollidiert ihr aber mit dem Verkehr oder einer Mauer, ist das Tempo sofort gleich Null. Das Fiese dabei ist, dass euch nur durch das lange fehlerfreie Fahren mit Vollgas Credits zugesprochen werden. Diese benötigt ihr, um beim ACN eine von fünf Lizenzen zu ergattern. Auch wenn dieses Herumfahren visuell einiges her macht und auch nicht sonderlich schwierig ist, geht einem die Steuerung doch etwas auf die Nerven - zum Glück sind diese Abschnitte die schwächsten von 'Headhunter' und stehen nicht im Mittelpunkt des Spielverlaufs.

Headhunter
Holt euch im Training die Lizenz.

Habt ihr genug Credits gesammelt, geht's also zum ACN-Lizenzbüro und ihr nehmt in einem Simulator Platz. Diese eignen sich nicht nur hervorragend zum Training, sondern müssen zwingend erfolgreich absolviert werden, um in der Story voranzukommen. Denn mit einer neuen, höheren Lizenz kommt ihr nicht nur an neue Waffen und Items, sondern erhaltet auch Zugang zu neuen Informationen im ACN-Netzwerk und könnt die Grenzen zu anderen Stadtteilen passieren. Neben einer Motorrad-Aufgabe seid ihr im virtuellen Lizenz-Test zu Fuss unterwegs. Ihr steuert die Spielfigur dabei aus der Verfolgerperspektive, wobei ihr mit der Viereck-Taste die Perspektive genau hinter Jack bewegen könnt, sollte euch mal der Überblick fehlen. Leider könnt ihr die Kamera nicht um Jack frei herumbewegen, was aber in einigen hektischen Situationen hilfreich wäre. Wichtigste Taste ist aber R1: haltet ihr diese gedrückt, wechselt unser Held in den Kampfmodus, in dem er auf Knopfdruck schiesst und einfach mit links und rechts Seitwärtsschritte ausführt. Praktisch ist auch die L1-Taste, mit der ihr in die Hocke geht und euch so hinter Kisten und Ähnlichem versteckt. Wer schon 'Metal Gear Solid' gespielt hat, dürfte die 'an der Wand entlang schleichen'-Bewegung kennen, die euch auch in 'Headhunter' zur Verfügung steht. So könnt ihr auch gefahrlos um die Ecken spähen und ähnlich wie in 'Operation Winback' hervorspringen, schiessen und sofort wieder in Deckung gehen. Als weitere Hilfe befindet sich am oberen Bildrand eine Karte, mit der ihr euch orientieren könnt und seht, ob ein Gegner in der Nähe ist und in welche Richtung er blickt. Wurdet ihr von den Schurken entdeckt, wird der Empfang aber gestört - dies dürfte 'Metal Gear Solid'-Fans ebenfalls sehr bekannt sein.

 

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