Test - Homeworld 2 : Homeworld 2

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Gut vier Jahre sind verstrichen, seit ein Urknall das Genre der Weltraum-Strategiespiele erschütterte: 'Homeworld' brachte frischen Wind in eine Gattung, welche bis dato von langweiligen 'Starcraft'-Klonen oder altertümlichen, rundenbasierten Titeln dominiert worden war. Nach einem innovationslosen Stand-Alone-Add-on wollen die Entwickler von Relic Entertainment in diesem Jahr mit einem echten Sequel zum erneuten Revolutionsschlag ausholen.
 

Die Hiigaraner kommen einfach nicht zur Ruhe. Hatten sie am Ende von 'Homeworld' ihre Heimatwelt nach langer Suche endlich wiedergefunden, offenbart sich mit den Vagyr nun eine vollkommen neue Bedrohung, welche einen Teil der Bevölkerung zwingt, ihren gerade gewonnenen Planeten zu verlassen. Doch der bemitleidenswerten Rasse droht noch ein weitaus größeres Übel: Eine uralte Prophezeihung besagt, dass Sajuuk, eine Art göttliche Gestalt, zurückkehren und das Ende aller Zeit einleuten wird. Unter der Führung der Herrscherin Karan Sjet liegt es nun an euch, für Frieden in den unendlichen Weiten des Alls zu sorgen und das Geheimnis um Sajuuk aufzudecken.

Die spannende Story wird während der Missionen durch Zwischensequenzen in Spiel-Grafik vorangetrieben, vor den Missionen erzählen hochwertige und künstlerisch wertvolle, gezeichnete Cut-Scenes in schwarz-weiß die Geschichte weiter.

Der Weltraum ist keine Scheibe
Das zentrale Feature von 'Homeworld 2' ist wie in seinem Vorgänger der komplett dreidimensionale Weltraum. Anstatt aus der Vogel-Perspektive die Einheiten über eine unsichtbare Ebene zu jagen, schwebt ihr mit der Kamera stets durch die Tiefe des Alls. Dennoch ist den Entwicklern die Steuerung wieder erstaunlich gut gelungen: Die virtuelle Kamera dürft ihr wahlweise vollkommen frei bewegen oder auf ein bestimmtes Objekt fokussieren. Bewegungen weist ihr euren Raumschiffen wie in jedem anderen Echtzeit-Strategiespiel per Mausklick zu, lediglich um die Höhe zu verändern, bedarf es eines schnellen Griffs zur Tastatur. Zur besseren Übersicht hat Relic erneut die so genannten Langstrecken-Sensoren eingebaut, auf denen ihr sämtliche wichtigen Elemente nur als kleine Punkte dargestellt findet - im Gegenzug erkennt ihr jedoch sofort, was die jeweilige Umgebung bietet.

Ohnehin ist auf den ersten Blick sehr vieles beim Alten geblieben: 'Homeworld'-Veteranten werden sich im Spiel sofort zurecht finden, zahlreiche Schiffe erkennen und mit der Steuerung problemlos klarkommen - obwohl die Menüs leicht überarbeitet wurden. Auch Einsteigern dürfte der Anfang ebenso wenige Schwierigkeiten bereiten. Ein umfassendes Tutorial führt Schritt für Schritt in die Grundlagen des Spielprinzips ein. Und zu Beginn der Kampagne stehen ohnehin nur wenige Optionen zur Verfügung; drei Einheiten, zwei Forschungsziele, das war's.

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück?
Wir kennen es doch alle aus Titeln wie 'Warcraft III' oder 'Age of Mythology': Die Designer entscheiden darüber, welche Einheiten wir in einem bestimmten Level besitzen dürfen und welche Upgrades wir bereits erforscht haben. Spätestens, wenn ihr zum dritten Mal nacheinander in die Eisenzeit voranschreiten müsst, kann das ganz schön auf die Nerven fallen. Anders bei 'Homeworld 2', hier herrscht Kontinuität. Mit eurem riesigen Mutterschiff, einer Art Heimat-Basis, zieht ihr von Mission zu Mission, behaltet eure Forschungsergebnisse sowie sämtliche Schiffe. Was auf dem Papier gut klingt, hat in der Realität leider einen entscheidenden Nachteil: Der Schwierigkeitsgrad lässt sich für die Entwickler kaum abschätzen. Habt ihr euch in einer Mission mit der letzten Einheit gerade so eben über die Zeit gerettet, kann die nächste Aufgabe unlösbar anspruchsvoll werden. Dann hilft nur ein Neustart der vorherigen Mission, um diese mit mehr Schiffen abzuschließen.

 

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