Test - ICO : ICO

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Doch zurück zu unserem tragischen Helden Ico, der sich mutterseelenallein auf den Weg macht, einen Fluchtweg aus der riesigen Festung, die eigentlich sein Gefängnis und Grab sein sollte, zu finden. Doch schon wenige Schritte weiter trifft er in einem hohen Turm weit oben auf eine seltsame Gestalt, die in einem riesigen Käfig über dem Abgrund schwebt. Ohne zu zögern erklimmt Ico die Wendeltreppe des Turm und kann das in Weiß gekleidete, fahle Mädchen aus ihrem Gefängnis befreien. Von nun an versuchen Ico und das Mädchen Yorda gemeinsam aus dem riesigen Gebäude zu fliehen, was sich allerdings schon bald als kein einfaches Unterfangen herausstellt. Mit jedem Schritt müsst ihr erschreckt feststellen, dass die Festung ein gigantischer Bau ist, der nur so von schwindelerregenden Brücken und Zinnen, riesigen Hallen und Gärten, verwinkelten Balkons und Räumen und noch vielem mehr wimmelt. Tatsächlich erinnert die Architektur öfters mehr an surrealistische Kunstwerke abseits jeglicher rationalen Idee als an eine mittelalterliche Burg oder Gefängnis - egal was sich die Erbauer dachten: Ihr kommt hier nicht so schnell raus.

Knackige Rätsel und nervige Kämpfe

Obwohl das weiß schimmernde, bleiche Mädchen kaum ein Wort spricht und darüber hinaus auch noch eine andere Sprache spricht, die Ico und somit der Spieler nicht verstehen kann, besteht eine enge Bindung zwischen den beiden Charakteren - nur zu zweit habt ihr eine Chance, die Festung heil zu verlassen. Denn immer wieder treffen die beiden auf seltsam leuchtende verschlossene Türen - diese kann Yorda mit einer einfachen Berührung öffnen. Ähnliches gilt für große Schalter, die das zierliche Mädchen betätigt, indem sie draufsteht. Daneben ist allerdings Ico der aktivere Charakter, zumal auch nur er vom Spieler gesteuert werden kann. Der athletische Knabe muss ständig teils atemberaubend gefährliche Kletterpartien unternehmen, um so einen Abgrund zu überwinden oder an einen zunächst unerreichbar scheinenden Schalter zu gelangen. Auch springen und sich daraufhin an Kanten festhalten findet sich im Move-Repertoire und muss häufig genutzt werden. Der Spieler sollte ausserdem geschickt mit dem Analog-Stick umgehen können und möglichst schwindelfrei sein, denn Ico muss schon mal mehrere hundert Meter über einem Abgrund über ein dünnes Brett balanciert werden oder an einem Mauervorsprung herumhangeln.

Somit dürfe das Spielprinzip schnell erkannt sein: Ihr gelangt immer wieder in einen neuen Abschnitt der Festung, der sich zunächst als Sackgasse herausstellt. Doch mit dem Lösen von verschiedenen Rätseln wie Schiebeaufgaben und Schalterpuzzles und zahlreichen Geschicklichkeitsherausforderungen gelangt ihr zu einer neuen Tür, die Yorda dann öffnet und euch in ein neues Gebiet mit neuen Rätseln und kniffligen Kletterpartien führt. Der Haken bei dieser Geschichte: Das bleiche Mädchen ist keineswegs so mutig und fit wie Ico. Sie kann weder so weit springen wie er, noch so gut klettern oder hangeln. Auch sonst steht sie oftmals herum und folgt Ico selbst bei ungefährlicher Umgebung nur zögerlich. Hier kommt die R1-Taste ins Spiel: Haltet ihr diese gedrückt, ruft ihr Yorda zu euch - kann sie aus eigener Kraft zu Ico gelangen, kommt sie auch zu ihm. Außerdem nimmt Ico per Tastendruck Yorda bei der Hand und zieht sie so hinter sich her. So könnt ihr auch das Mädchen zu einem Sprung verleiten und im richtigen Moment ihre Hände packen, um sie zu halten und hochzuziehen.

Allerdings scheinen einige dunkle Kräfte alles daran zu setzen, dass Yorda nicht frei in der Festung herumläuft oder sogar einen Ausweg findet. Immer wieder erscheint ein schwarzer Dimensionsstrudel, der schwarze nebelige Wesen hervorbringt. Diese haben nur eines im Sinn: Yorda zu packen und sie in den Strudel hinabzuziehen. Zum Glück weiß aber Ico seine neue Freundin zu verteidigen. Entweder mit einem Holzstock oder einer der später zu findenden Waffen prügelt er auf die Geisterwesen ein, die sich nach einigen Schlägen im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auflösen. Leider sind diese Gegner weder besonders helle noch sonderlich gefährlich - mehr als euch wegschubsen können sie nicht. Dies führt dazu, dass die Kämpfe, die ihr durch reines Gehämmere auf die Viereck-Taste locker gewinnen könnt, schon bald äußerst langweilig werden und nur noch nerven. Einzig wenn sich Ico wieder mal weit weg von Yorda entfernen muss und Yorda genau dann angegriffen wird, kommt etwas Spannung auf. Denn wenn das bleiche Mädchen endgültig im schwarzen Strudel verschwunden ist, heißt es unweigerlich 'Game Over'. Gleiches gilt, wenn Ico aus großer Höhe in die Tiefe fällt. Dann müsst ihr wohl oder übel am zuletzt gespeicherten Ort wieder einsteigen. Diese Speicherpunkte existieren in 'ICO' in Form von seltsamen steinernen Sofas, auf die ihr in den Levels trefft. Setzen sich Ico und Yorda gemeinsam auf dieses Möbel, dürft ihr den Spielstand auf eurer Memory Card absichern.

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