Test - IndyCar Series : IndyCar Series

  • PS2
  • Xbox
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IndyCar Series
The 'Brickyard'.
Indianapolis 500
Die älteren Spieler unter euch erinnern sich vielleicht noch an den Klassiker aus Amiga 500-Zeiten, der mit eines der ersten echten 3D-Rennspiele bildete. Unzählige Tuningmöglichkeiten und spannende Windschattenduelle mit 15 fps - aber Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Codemasters spendiert diesem Mega-Ereignis einen eigenen Spielmodus, der auch außerhalb des normalen Spielbetriebs angewählt werden kann. Mit Besonderheiten wie den der Realität nachempfundenen vier statt zwei Qualifikationsrunden und der Berechnung der Durchschnittszeit, um die Polezeit zu ermitteln, hebt sich das Brickyard deutlich von den restlichen Rennen ab und bildet das absolute Highlight der Saison.

Ein Blick von der Tribüne
Grafisch liefert 'IndyCar Series' feine Kost und saure Gurken in gleichen Maße. Ist die Fahrzeug- und Streckengrafik auf der Xbox zwar nicht spektakulär, aber durchwegs gelungen und vor allen absolut flüssig, sieht es für PS2-User leider nicht so gut aus. Extremes Kantenflimmern und instabile Frameraten vermiesen einem den Fahrspaß nachhaltig. Ein Manko, das beiden Konsolen anhaftet, sind die völlig misslungenen Fahrerperspektiven. Im Cockpit werkeln zwei detaillose Fahrerarme an einem lieblosen Lenkrad; sogar auf die, für ein derartiges Rennspiel beinahe unverzichtbaren, Rückspiegel müsst ihr verzichten. Die Außenperspektiven sind zu weit vom Fahrzeug entfernt, um ein genaues Einlenken in die schwer zu fahrenden Steilkurven zu ermöglichen.

IndyCar Series
Up and away.

Relativ sehenswert sind die Unfälle, die aber bei weitem nicht an die spektakulären Real- Crashs heranreichen können - dafür darf aber so ziemlich jedes Bauteil am Fahrzeug zerstört werden. Bei der Präsentation hat man bei Codemasters sehr viel Wert auf ein authentisches TV-Feeling gelegt. Ein kompetenter Sprecher informiert über Fahrer und Rennstrecke, während die abenteuerlichen Kamerafahrten euren Boliden aus den aufregendsten Kamerawinkeln präsentiert. Von den Rennen dürft ihr jederzeit eine frei konfigurierbare Wiederholung ansehen.

Aerodynamik und Reifenkunde
Im Bereich der Fahrphysik und Einstellungsmöglichkeiten lässt sich 'IndyCar Series' nicht viel vorwerfen. Umfangreiche Tuning-Optionen erlauben eine gefühlvolle Abstimmung, ohne dabei unbedingt Ingenieurskenntnisse zu verlangen. Die Auswirkungen sind sofort am Track spürbar. Erfolge erzielt man schneller als in vergleichbaren Formel 1-Games.

Das Fahrverhalten der PS-starken Boliden wurde überzeugend in Szene gesetzt. Die Fahrzeuge sind jederzeit gut kontrollierbar. Besonders auf der Xbox ist man dank der flüssigen Grafikdarstellung immer Herr der Lage - ein Umstand, der nicht zuletzt auf die gute Pad-Steuerung zurückzuführen ist. Die Gegner-KI agiert erfreulich geschickt. In Ermangelung eines Rückspiegels ist das auch mehr als notwendig. Sollte es dennoch einmal gekracht haben, steht euer freundliches Werkstatt-Personal in der Box mit dem Schraubenschlüssel bereit.

IndyCar Series
Red Bull verleiht Flüüügel.

Donnernde Motoren
Die Akustik in einem Indy-Oval schlägt alles, was ihr bis jetzt zu hören bekommen habt. Mit einer anständigen Surround-Anlage könnt ihr die Haustiere eures Nachbarn ins Nirwana blasen. Sollten herzschwache Personen in der Nähe sein, lasst den Lautstärkeregler lieber im unteren Bereich! Nicht ganz so enthusiastisch geht unser netter, deutschsprachiger Fahrlehrer und Sprecher zur Sache. Wenigstens hat das, was er sagt, Hand und Fuß. Nervöser agiert da schon euer Spotter, der dafür aber immer genau Auskunft über die Position der Gegner geben kann und Schäden am Fahrzeug kommentiert.

 

Fazit

von Andreas Weinberger
: 'IndyCar Series' wird es trotz der guten Ansätze schwer haben in Europa. Die 14 Ovalkurse sind zwar schwieriger zu meistern, als man anfangs glauben möchte, werden aber trotzdem mangels Abwechslung schnell langweilig. Ein ordentlicher Onlinemodus hätte da vielleicht Abhilfe schaffen können, leider wurde darauf verzichtet. Klare Pluspunkte kann einmal mehr die Xbox-Version verzeichnen, die dank der sauberen Grafik und der gefühlvollen Steuerung die PS2-Variante ebenso deutlich hinter sich lässt wie Sam Hornish Jr. die hübsche Sarah Fisher. Bekennende Fans der IRL können zugreifen, ein kurzes Probespiel wäre aber sicher empfehlenswert.

Wertung

  • PS2
    75
    %
  • Xbox
    75
    %

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