Test - Kameo: Elements of Power : Kameo: Elements of Power

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Ganz anders sieht es bei den wirklichen Boss-Kämpfen aus, in denen ihr meist die Fähigkeiten mehrerer Elementarkrieger kombinieren müsst. Um beispielsweise die dicke Tante Lenya zu retten (sie hat sich in ein fettes Wassermonster verwandelt), müsst ihr als möglichst beweglicher Elementarkrieger um ihren Teich herum fliehen und ihren Blitzen ausweichen – achtung, sogar die Wasserpfützen an Land können elektrifiziert werden. Im richtigen Moment sollt ihr dann herabfallende Bomben so mit General Schaden anstoßen, dass sie über eine Rampe fliegen und den riesigen Gegner treffen. Dieser flieht danach kurzzeitig unter Wasser, wohin ihr ihm mit dem Greifer der Tiefe folgt und die Energiekapseln des Widersachers torpediert. Nicht nur in den Boss-Kämpfen, sondern auch sonst in den Levels führt nur ein wenig Nachdenken zum Ziel. Denn nicht etwa die Kämpfe mit Trollen oder sonstigen Gegnern und auch nicht die diversen Geschicklichkeitseinlagen stehen im Zentrum des Spielgeschehens – vielmehr sind es die Rätsel, die ihr stets mit etwas Köpfchen und den Spezial-Fähigkeiten der Elementarkrieger löst. Mal müsst ihr zum Beispiel Statuen aktivieren, indem ihr deren Mäuler mit Steinen füllt, oder ihr sucht nach versteckten Fackeln, die ihr mit dem Drachen entzünden sollt.

Dass bei der ganzen Knobelei die Action nicht zu kurz kommt, dafür sorgen verschiedene Gegner, wie Trolle, angrifflustige Pflanzen, Käfer oder Waldwesen. Um deren Verteidigung zu knacken und sie besonders stark zu treffen, solltet ihr stets den richtigen Elementarkrieger einsetzen – also auch hier ist etwas Taktik gefragt. Die Levels sind alle sehr schön gestaltet, was sich zusammen mit dem cleveren Spieldesign und der gelungenen Steuerung sehr rund und wie aus einem Guss anfühlt. Das Leveldesign hat nur eine große Schwäche: Die Rätsel wiederholen sich zu oft. Wenn ihr ein und dieselbe Aufgabe ohne bedeutende Variation ein knappes dutzend Mal absolvieren müsst, dann fordert das keineswegs eure Cleverness und eure Geschicklichkeit, sondern höchstens eure Nerven. Alles in allem hat man das Gefühl, dass die Entwickler das Abenteuer künstlich strecken wollten. Nicht nur die sich oft wiederholenden Level- und Gameplay-Elemente deuten auf dieses hin, sondern auch die etwas aufgesetzt wirkenden Schlachten-Missionen: Ab und zu müsst ihr auf einem Pferderücken durch riesige Schlachtfelder reiten, wo hunderte Soldaten und Trolle gegeneinander kämpfen. In diesem Gemetzel müsst ihr dann beispielsweise einen gegnerischen Panzer in die Luft jagen, einen Tempel verteidigen oder ein feindliches Luftschiff zerstören. Trotz dieser Einschübe ist ’Kameo’ keineswegs ein langes Abenteuer. Geübte Spieler haben das Teil in etwa neun Stunden durchgespielt. Größere Hindernisse halten euch eh nicht auf, da ihr jeweils innerhalb weniger Minuten Tipps im Omnikon findet. Die Nebenaufgaben oder die Suche nach Extra-Items, mit denen ihr die Krieger-Fähigkeiten aufbessert, halten euch ebenfalls nicht lange zusätzlich bei Laune. Bleibt nur noch der Mehrspieler-Modus, der aber etwas halbherzig ausgefallen ist. Ihr könnt geschaffte Levels kooperativ im Splitscreen oder online angehen – da die Areale und Aufgaben aber alle für eine Person ausgerichtet sind, macht der Multiplayer-Part nur mäßig Spaß.

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